Wiedersehen macht nur zum Teil Freude...

Schon wieder Buchbach - jetzt steckt Bierofkas Onkel in der Zwickmühle

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Schwein gehabt: Buchbach, bekannt für sein resches Spanferkel, empfängt erneut die Löwen, diesmal im Totopokal.

Das Totopokal-Viertelfinale ausgelost: Sechzig entgeht Unterhaching, bekommt es aber mit einem Gegner zu tun, der ungute Erinnerungen weckt.

München - Es gibt wahrlich spannendere Ereignisse als ein ganztägiges Seminar über Forderungsmanagement - erst recht, wenn zeitgleich die beiden Lieblingsvereine ihre Pokalgegner zugelost bekommen. Frag nach bei Erwin Bierofka, 60, aus Buchbach.

Erwin Bierofka, Seminarteilnehmer im Auftrag der Augustiner-Brauerei, ist nicht nur Fan des TSV 1860, der von seinem Neffen Daniel trainiert wird. Er ist zugleich Vorstand des Löwenfanclubs in Buchbach, wo er wohnt und sich auch für den roten TSV engagiert, den örtlichen Regionalligisten. Ab 10 Uhr, nach den ersten Ausführungen beim Seminar in Hohenlinden, konnte Bierofka daher nicht anders: „Ich hab einen Liveticker laufen lassen.“ Um nicht zu verpassen, was drei Herren im TV-Studio des BFV für ein emotionales Desaster angerichtet haben.

Erwin Bierofka: „Für die Löwen könnte es schwer werden“

Schon nach den ersten zwei Losen hatte Bierofka Gewissheit, dass das Unvermeidliche passiert war. Der TSV Buchbach empfängt den TSV 1860 im Viertelfinale des Totopokals. Musste ja so kommen ... „Zweigeteilt“ sei seine Reaktion gewesen, bekannte der leidenschaftliche Fußballfan: „Für den TSV Buchbach ist es natürlich ein absolutes Highlight in dieser Saison.“ Aber, fügte er mit leichter Sorge hinzu: „Für die Löwen könnte es sehr schwer werden, in Buchbach zu gewinnen. Man weiß ja, wie es im Fußball laufen kann.“

Das weiß man in der Tat im Lager der Giesinger. Fans und das Gros der Spieler werden sich mit Schaudern an den dritten Spieltag der am Ende glücklich überstandenen Regionalliga-Saison erinnern. Der Dorfplatz in Buchbach bebte, als 1860-Kapitän Felix Weber ein Eigentor unterlief, das den 1:0-Endstand für den gastgebenden TSV besiegelte. In der Heimkabine wurden gehässige Gesänge angestimmt („Giesinger Bauern“), Bierofkas Neffe Daniel schäumte vor Wut. Und das legendäre Spanferkel gab’s auch nicht. Aus Sorge, Fans könnten Besteck oder Teller als Wurfgeschosse benutzen. Ein gebrauchter Tag für den gebeutelten Ex-Zweitligisten.

Terminfindung gestaltet sich schwierig

Obwohl sich die Löwen im Rückspiel mit Ach und Krach schadlos hielten (Mauersberger/94.), haben die beiden Clubs nun eine Geschichte, die sie für immer verbindet. In den ersten zwei Stunden nach der Auslosung blieb das Handy von Erwin Bierofka weitgehend still, berichtet er. Die meisten dürften gewusst haben, dass er auf Seminar ist. Mit der Ruhe, ahnt er, dürfte es aber bald vorbei sein: „Die große Hektik wird erst in den nächsten Tagen aufkommen.“ Weil sich schon die Terminfindung schwierig gestaltet.

Der „Regelspieltag“ 3. Oktober ist schlecht für die Löwen, die zwei Tage zuvor in Würzburg ran müssen. Die Woche darauf passt Buchbach nicht, das bereits einen Sonderzug zum Auswärtsspiel nach Schalding-Heining gebucht hat. „Ende Oktober wäre aus meiner Sicht ideal“, sagt Erwin Bierofka: „Vielleicht lässt sich bis dahin auch was mit Zusatztribünen arrangieren.“ Nur eine Sache steht jetzt schon fest: Die gut 2500 Tickets werden reißenden Absatz finden. „Das Stadion wird zu 150 Prozent voll werden“, weiß Bierofka.

Sicher ist auch: „Es werden zwei Herzen in meiner Brust schlagen – obwohl ich schon hoffe, dass die Löwen weiterkommen, um die Chance auf einen Startplatz im DFB-Pokal zu wahren.“ Für Drittliga-Aufsteiger 1860 ist es eine nostalgische Reise in die jüngere Vergangenheit. Sportlich wird’s schwer, kulinarisch auf jeden Fall enttäuschend. „Zu 99 Prozent gibt’s wieder kein Spanferkel“, verrät Erwin Bierofka und lächelt verlegen. „Die Sicherheit ist das eine“, sagt er: „Das andere ist, dass dann wahrscheinlich fünf bis sechs Ferkel dran glauben müssten - bei dem Ansturm.“

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