Doch noch nicht ganz abgehakt

"Trottel-Affäre" bei 1860 wird zur Gerichts-Posse

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Constantin A. musste am Dienstag vor Gericht erscheinen.

München - Eigentlich sollte die "Trottel-Affäre" beim TSV 1860 am Dienstag endgültig beigelegt werden. Beide Konfliktparteien waren sich einig. Doch dann wurde der Fall zur Posse.

Für Negativ-Schlagzeilen, auch abseits des Sportlichen, waren die Löwen in der Vergangenheit immer wieder gut. Das soll sich für die Zukunft ändern. Und auch die Delegiertenversammlung am Dienstagabend verlief recht harmonisch. Doch am selben Tag gab es eine neuerliche Posse, an dem der Verein allerdings gar keine Schuld trägt.

Am Dienstag wurde die "Trottel-Affäre" vor Gericht verhandelt. Löwen-Fan Constantin A. hatte Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer auf dessen Facebook-Seite als "Trottel" und "Fuzzi" beleidigt und bekam dafür einen Strafbefehl über 450 Euro ins Haus. Die Verhandlung sollte eine Formalie werden, dachten alle. Denn die beiden Konfliktparteien waren sich einig. 

Nach Gesprächen am Sonntag und Montag zwischen 1860-Anwalt Guido Kambli und A.s Anwalt Nicolai Walch, einem Löwen-Fan und -Mitglied, hatten sich beide Seiten kurzfristig geeinigt, die Sache fallen zu lassen. Constantin A. hatte sich entschuldigt, zudem wollte er einen stattlichen Betrag, den Fans für ihn gesammelt hatten, der Löwen-Jugendabteilung zukommen lassen. Im Gegenzug ließ Mayrhofer den Strafantrag zurücknehmen.

Doch die Richterin dachte nicht daran, den Termin am Dienstag kurzfristig abzublasen. Also kam Constantin A. ans Amtsgericht (die 1860-Seite blieb übrigens fern, weil die Sache erledigt schien). Dort hatte sich eine vorherige Verhandlung hingezogen, so dass die "Trottel-Affäre" mit anderthalb Stunden Verspätung begann. Was dann passierte, schildert A. wie folgt: Die Richterin habe erklärt, dass nach der langen Verhandlung zuvor diese nun in zwei Minuten erledigt werde. Daraufhin sei ein Lachen aus dem Publikum zu hören gewesen - und auch A. selbst konnte sich einen bissigen Kommentar gegenüber der Richterin nicht verkneifen. Die Folge: Die Richterin sei richtig laut geworden im Gerichtssaal. Und verfügte spontan, die Verhandlung zu vertagen.

Gerichtssprecherin Monika Andreß erklärt gegenüber unserer Onlineredaktion: "Ich kann bestätigen, dass die Hauptverhandlung ausgesetzt wurde. Das Gericht wird von Amts wegen einen neuen Termin zur Hauptversammlung festsetzen."

Constantin A. zeigt sich fassungslos: "Das Ganze ist mittlerweile mehr als grotesk. Spätestens nach der Rücknahme des Strafantrags war ja auch eine formelle Voraussetzung für eine Verhandlung weggefallen", so der Student. "Ich habe fünf Stunden für Nichts verloren, und wahrscheinlich will die Richterin aus reiner Schikane noch eine Verhandlung ansetzen. Ihre Beweggründe sind mir, wie auch anderen Anwesenden, schleierhaft."

Auch die Sechziger bedauern, dass die Sache nicht erledigt ist, sondern vertagt wurde. "Das ist natürlich schade und auch nicht in unserem Interesse. Wir wünschen uns eine schnelle Lösung dieses Konflikts, der eigentlich aus unserer Sicht schon beigelegt ist", so Jörg Seewald, Kommunikationschef der Löwen.

Dabei ist durch die Rücknahme des Strafantrags der Fall klar. Aus juristischer Sicht wäre die Sache eigentlich abgeschlossen ...

Armin Linder

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