Nach Geschäftsführer-Entscheidung

Über Facebook: Ismaik erhebt Vorwürfe gegen 1860

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Hasan Ismaik.

Nachdem sich die Löwen für „ihren“ Geschäftsführer und gegen eine von Hasan Ismaik bevorzugte Lösung entschieden haben, zeigt sich der Investor bei Facebook wenig begeistert.

München - Eine Entscheidung mit Zündstoff! Am Montag tagte bei 1860 der Geschäftsführungs-Beirat über die Nachfolge des scheidenden Markus Fauser. Die beiden Vereinsvertreter favorisierten als neuen Geschäftsführer die Lösung mit Michael Scharold. Die Ismaik-Seite hingegen hätte eine andere Option bevorzugt. Am Ende beriefen sich die Löwen auf die 50+1-Regel, was Ismaik bereits tagsüber am Dienstag sowie am Abend noch einmal per Facebook-Posting anprangerte.

„Mit Bedauern muss ich feststellen, dass der TSV 1860 zu keiner Zeit bereit ist, außerhalb der 50+1-Regel zu agieren, sondern nur seinen eigenen Willen - wie jetzt bei der Besetzung des Geschäftsführerpostens - durchzusetzen. Ich hätte mich auch durchaus damit anfreunden können, über eine gemeinsame Kompromisslösung zum Wohle des TSV 1860 nachzudenken. Dies war aber offenbar nicht gewünscht“, schreibt Ismaik.

„Ich bin mir ziemlich sicher, es hätte andere Kandidaten als Michael Scharold gegeben, die mit beiden Gesellschaftern zusammen gearbeitet hätten. Ich stelle in Frage, warum unser Kandidat mit nachgewiesener sportlicher Vergangenheit im Managementbereich ohne Chance war. Für die finanzielle Stabilität ist für die nächsten 18 Monate gesorgt.“

Ismaik erklärt weiter: „Für uns gibt es gute Gründe, warum wir Michael Scharold abgelehnt haben.“

„Neue Vertrauensperson wird demnächst Stellung beziehen“

Er kündigt an, die Sache damit nicht auf sich beruhen zu lassen: „Meine neue Vertrauensperson in München wird dazu demnächst Stellung beziehen.“

Mitten in der Nacht hatten die Löwen

eine Pressemitteilung verschickt

, dass die Wahl

auf Scharold gefallen sei

Der 37-Jährige leitete bereits seit April 2017 die kaufmännische Abteilung des Regionalligisten. Zuvor war Scharold sieben Jahre im Finanzressort des Bundesligisten FC Schalke 04 tätig gewesen.

„Die Stabübergabe an Michael Scharold ist eine logische Konsequenz, die auf der guten Zusammenarbeit in der Vergangenheit fußt“, sagte Fauser. „Es ist ein Glücksfall, diese wichtige Position aus den eigenen Reihen heraus besetzen zu können.“

Fauser war im Juni vergangenen Jahres Geschäftsführer bei den Löwen geworden, um nach dem Absturz aus dem Profifußball für die Handlungsfähigkeit des Vereins zu sorgen. Der Wirtschaftswissenschaftler wendet sich nun wieder seinem Hauptberuf in einer Kanzlei zu.

Scharold will den Sanierungskurs fortsetzen. „Zusammen mit Herrn Fauser konnte ich im abgelaufenen Jahr mitwirken, Ruhe in das operative Geschäft der KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) zu bringen“, berichtete der Diplom-Kaufmann. „Vor meiner Verpflichtung hatte ich den Gremien ein strategisches Konzept zur Weiterentwicklung vorgelegt. Zu diesem erhielt ich positive Signale, die mich für die Bewerbung als Geschäftsführer massiv bestärkt haben.“

Ismaik wollte aber dem Vernehmen nach Gerber als Geschäftsführer einsetzen. Auf einer Beiratssitzung wurde jedoch die Übergabe von Fauser zu Scharold vollzogen.

Ismaik ist zwar Mehrheitseigner bei den Löwen, die Mehrheit der Stimmen liegt jedoch beim Verein. Die 50+1-Regel soll verhindern, dass Investoren die Macht in einem Verein übernehmen.

Die Münchner starteten indes am Dienstag mit einem Laktattest ins neue Jahr. Trainer Daniel Bierofka begrüßte 27 Spieler zur Überprüfung des Leistungsstands. Darunter war auch der lange verletzte Mittelfeldmann Timo Gebhart (Muskelbündelriss im Oberschenkel). Sechs Wochen Vorbereitung haben die Münchner. Am 24. Februar starten sie beim 1. FC Nürnberg II in die verbleibende Saison, die sie mit dem Aufstieg krönen wollen.

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lin mit dpa

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