Vereinsmanagerin des TSV 1860 überzeugt bei der Trendsportart

Darum gehört Viola Oberländer zu den besten Hyrox-Sportlern weltweit

Viola Oberländer während eines Hyrox-Wettbewerbs.
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Viola Oberländer während eines Hyrox-Wettbewerbs.

Viola Oberländer lebt für den Sport. In der Hyrox-Weltrangliste liegt die 29-Jährige sogar auf dem dritten Platz, obwohl die Trendsportart für Oberländer nur ein Hobby ist. Wie schafft man das?

München – Es war das nächste Ausrufezeichen von Viola Oberländer. Mitte Dezember 2020 nahm die 29-Jährige an den „Hyrox World Championships of Fitness“ in Hamburg teil. Oberländer überlegte vorher lange, ob sie überhaupt anreisen sollte. Im März war sie an Covid erkrankt, hatte lange mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Hinzu kamen Knieprobleme, zwei Schulterverletzungen und die erschwerte Vorbereitung durch die geschlossenen Fitnessstudios. „Doch dann dachte ich mir: Eine WM absagen, ist auch bescheuert.“ Oberländer überzeugte, lag sogar lange in Führung und kämpfte sich am Ende auf den zweiten Platz.

Oberländer ist Vereinsmanagerin bei den Löwen und zuständig für die 50 verschiedenen Sportarten im e.V. Die studierte Sportwissenschaftlerin kümmert sich beispielsweise um die Außendarstellung des e.V., das Sponsoring und die Aufnahme von neuen Sportarten. „Ich versuche jede Sportart voranzutreiben, ein großes Zeil ist es zum Beispiel, unsere Boxer in die Bundesliga zu bringen. 60 hat auch abseits vom Fußball zu bieten.“

Hyrox – Leidenschaft von Oberländer – ist eine wettkampforientierte Sportart, bei der stets derselbe Parkour bewältigt werden muss. Nach jedem gelaufenen Kilometer wird ein spezifisches Workout absolviert, insgesamt achtmal. Beim „Sled Pull“ muss beispielsweise ein Schlitten mit einem Gewicht zwischen 75 bis 125 Kilo (variiert nach Geschlecht und Leistungsniveau) gezogen werden, bei der Station „Wall Balls“ muss ein 6 Kilo schwerer Medizinball 100 Mal aus der Squatposition über eine bestimmte Markierung (3,0 m bei den Männern, 2,7 m bei den Frauen) befördert werden.

Oberländer lebt für den Sport. Der Tag beginnt um 6:00 Uhr mit einer rund zweistündigen Einheit, viermal in der Woche stehen Läufe zwischen 14 bis 22 Kilometern an. Morgens springt die Athletin auch gerne mal in den Eisbach, auch im Winter: „Es wurde schnell zu einer angenehmen Sucht.“ Drei bis viermal pro Woche nutzt Oberländer Zwift, fährt also virtuell auf dem Rennrad. Nach der Arbeit wird dann weiter gesportelt, täglich wird noch ein Kraft- oder Kardiozirkel absolviert.

Auf Hyrox wurde Oberländer durch Mitglieder ihrer Trainingsgruppe aufmerksam. Im Münchner Studio UN1T etablierte sich schnell eine sportverrückte Gemeinschaft, die Lust auf den Fitnesstrend hat. Dafür musste Oberländer auch ihr Training anpassen, zuvor hatte sie nie wirklich mit Gewichten trainiert, zudem musste sie ein richtiges Lauftraining etablieren. Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit nahm Oberländer 2019 in Hamburg zusammen mit Trainingspartner Florian Gast im „Mixed Double“ an ihrem ersten Wettkampf teil. Das Ergebnis? Ein neuer Weltrekord. Das Besondere: Das Duo knackte bei gleichen Gewichten sogar die Bestzeit des Männerteams. „Das war ein unglaubliches Gefühl, auch wenn der Rekord nur zwei Wochen hielt.“ Den Rekord im Mixed Double halten die Beiden immer noch.

Bei ihrem ersten Wettkampf im Einzel – Februar 2020 in Karlsruhe – siegte Oberländer gleich, und liegt mit der Zeit immer noch auf Platz drei der Weltrangliste. Der nächste Hyrox-Wettbewerb findet für Oberländer vermutlich im April in Dallas statt. „Ich sehe, wie die Amerikanerinnen jede Woche Trainingsvideos aus Gyms schicken. Ihr Vorsprung wird immer größer“, sagt Oberländer, „Die meisten, gegen die ich antrete, leben von dem Sport. Für mich ist es ein sehr intensives Hobby neben der Arbeit.“

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