Vereinsmanagerin des TSV 1860 München e.V. im Interview

Hyrox-Vizeweltmeisterin Viola Oberländer: „Es wird gut Gas gegeben“

Viola Oberländer
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Nicht zu stoppen: Viola Oberländer.

Viola Oberländer arbeitet als Vereinsmanagerin beim TSV 1860 München e.V. Und kann auch privat nicht genug vom Sport bekommen, wie sie bei der Hyrox-Weltmeisterschaft wieder einmal bewiesen hat.

München – Viola Oberländer hat mal wieder abgeräumt. Bei der Hyrox-Weltmeisterschaft – eine wettkampfbasierte Fitnesssportart – in Leipzig landete die Münchnerin auf dem zweiten Platz. Im Interview mit unserer Zeitung spricht die Vereinmanagerin der Löwen über ihre Sportleidenschaft, den Trend Hyrox und ihre Arbeit beim TSV 1860 München e. V.

Viola Oberländer, wie lief die Vorbereitung auf die WM?

Die Vorbereitungen liefen eigentlich ganz gut, ein paar Wochen vor dem Wettkampf hatte ich muskuläre Probleme, die dank regelmäßiger Physiotherapie aber behoben werden konnten, dennoch hat es mein Lauftraining etwas eingeschränkt. In der Woche vor dem Wettkampf war ich dann leider etwas erkältet, aber davon abgesehen liefen die Trainingseinheiten gut. Ich trainiere täglich morgens und abends, das Training richtet sich immer nach meinen Arbeitszeiten, aber in der Regel kann ich gut vor und nach dem Büro trainieren. Das Training variiert natürlich immer, einige Einheiten sind länger, andere etwas kürzer, meistens sind es unter der Woche 4-5 Stunden pro Tag, am Wochenende gelegentlich auch mehr. Wenn Trainingseinheiten besonders anstrengend sind, mache ich natürlich auch mal weniger. Ich habe keinen fixen Trainingsplan, keinen Trainer und auch keine terminierten „Restdays“. Ich habe Trainingspartner, die mitziehen und versuche, mein Training und auch meine Pausen einfach auf mich abzustimmen. Wenn ich zu müde bin, fahre ich etwas runter. In der Regel wird mit meinem Trainingspartner aber schon gut gasgegeben.

Mit welchem Ziel sind Sie in die WM gestartet?

Naja, ich denke es wäre falsch zu sagen, dass ich in einen Wettkampf gehe um Zweite zu werden (lacht). Nein mal ehrlich, ich wollte oben mitspielen, meine bisherigen Zeiten verbessern und natürlich war es das Ziel, auf dem Treppchen zu landen. Ich wusste, dass die Konkurrenz sehr stark ist und habe zwar damit gerechnet, unter den Top 5 zu landen, konnte mich allerdings dort nicht wirklich einordnen. Es ist schwierig, die eigenen Leistungen einzusortieren, wenn man keine Vergleichswettkämpfe hat und auch im Training nie einen kompletten Wettkampfdurchgang machen kann, da ist immer ein gewisser Überraschungseffekt im Wettkampf vorprogrammiert.

Wie sind die Trainingsbedingungen für Hyrox in München?

Grundsätzlich ist es in München wirklich nicht so ganz einfach eine gute Location zu finden, die alle Trainingsgeräte, zusätzlich für viele Sportler und Sportlerinnen zugänglich ist und dann auch noch zu Uhrzeiten, die mit normalen Arbeitszeiten kompatibel sind. Dies ist auch ein Grund, warum wir kein festes Gym haben, sondern immer gucken müssen, welche Geräte wir benötigen und welche Location sich dafür anbietet. Dank Gympass kann ich in fast jedem Studio trainieren und bin somit sehr flexibel.

Was raten Sie Sportlern, die mit Hyrox beginnen wollen?

Ich denke für Sportler, die gerne mit dem Hyrox beginnen möchten, ist es wichtig, zunächst die Workouts zu üben und natürlich regelmäßig zu laufen. Mit der Zeit sollte dann alles kombiniert werden und die Trainingsdauer muss stetig zunehmen. Wenn man sich vorstellt, dass man beim Hyrox zwischen ca. 60-90 min. unterwegs ist und wirklich absolut keine Pause hat, dann sollte man sich auch auf so eine Belastungsdauer einstellen, sonst wird der Wettkampf doch sehr eklig. Neben den physischen Voraussetzungen die man natürlich schaffen muss, spielt die Psyche ebenfalls eine entscheidende Rolle. Das Fitnesslevel muss da sein, aber ab einem bestimmten Niveau entscheidet der Kopf wie der Wettkampf ausgeht.

Bei den Löwen arbeiten Sie als Vereinsmanagerin beim e. V. Wie steht es um die Sportarten abseits vom Fußball?

Natürlich ist die Coronapandemie sehr schwierig für Sportvereine, ich will an dieser Stelle aber dankend darauf hinweisen, dass wir wirklich treue Mitglieder haben und somit noch immer sehr gut aufgestellt sind. Die Abteilungen sind unterschiedlich mit der Pandemie umgegangen, viele Trainer/innen sind schnell kreativ geworden und haben zum Beispiel Onlinetrainings angeboten. Dennoch waren natürlich alle froh, als der halbwegs normale Sportbetrieb wieder stattfinden konnte. Erfreulich war, dass wir etwa mit Fechten aber während der Pandemie eine neue Sportart aufnehmen konnten und durch die Kooperation mit dem TSV Unterhaching nun auch ein gemeinsames Volleyballteam haben. Somit sind wir auch in der Krise gewachsen.

Die Boxer haben Geld gesammelt, um in der Bundesliga starten zu können. Wie ist der aktuelle Stand?

Unsere Boxabteilung ist sehr erfolgreich und schon vor Corona war unser Ziel, eine eigene Mannschaft in der Bundesliga zu stellen. Nun ist es endlich so weit, die Termine der Liga stehen und wir werden im Januar in der Bundesliga starten. Leider hat sich die Pandemie nicht wirklich positiv auf die Sponsorensuche ausgewirkt und wir sind noch auf der Suche nach neuen Partnern, die unser Projekt unterstützen. Dennoch wagen wir den Schritt und werden 2022 starten. Es geht also an allen Ecken gut voran bei den Löwen und wir freuen uns alle, endlich wieder ein bisschen mehr Normalität im Trainings- und Wettkampfbetrieb zu haben.

Interview: Nico-Marius Schmitz

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