Fröhling frustriert

"Verlierer wegen einer sehr guten Einzelaktion"

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Torsten Fröhling und seine Löwen nach Abpfiff.

München - Beim 0:1 in Bochum haben die Löwen zwar wacker dagegengehalten, doch sie bleiben weiter sieglos. Torsten Fröhling ist frustriert.

Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Und ganz in Grün trat der TSV 1860 beim Tabellenführer VfL Bochum an. Doch die Münchner Hoffnungen, endlich in die Erfolgsspur zu kommen, erfüllten sich auch Montag Abend nicht. 0:1 (0:0) unterlagen die immer noch sieglosen Sechziger, Simon Teroddes Tor (48.) bescherte dem VfL den fünften Dreier im fünften Spiel. Die Blauen hatten nicht schlecht ausgesehen beim Favoriten. Doch einmal mehr mangelte es an effektiver Offensivkraft, zudem zeigten die Bochumer in der zweiten Hälfte, dass mit ihnen in dieser Saison schwer zu rechnen sein wird. „Es ist schade, dass wir wegen einer sehr guten Bochumer Einzelaktion als Verlierer nach Hause fahren“, sagte 1860-Trainer Torsten Fröhling, „Bochum war unser bisher stärkster Gegner. Ich kann meiner Mannschaft nur den Vorwurf machen, dass sie kein Tor erzielt hat.“

Zum fünften Mal in Folge hatte Gertjan Verbeek die gleiche Startelf aufgeboten. Seine blumig formulierte Begründung: „Wenn du glücklich bist in der Ehe, nimmst du dir auch keine neue Frau.“ Sein Kollege Fröhling, zuletzt nicht unbedingt wunschlos glücklich, wechselte auf zwei Positionen. Erstmals bot er den wochentags verpflichteten Michael Liendl auf, zudem feierte Stephane Mvibudulu seine Startelf-Premiere. Die beiden nahmen die Positionen von Stephan Hain (verletzt) und Marius Wolf (nicht nominiert nach Vertragsturbulenzen) ein.

Vor der Partie hatte Verbeek im TV-Interview noch mit einem frommen Wunsch aufgewartet: „Wichtig ist, dass wir gut in die Partie kommen.“ Das ist den Bochumern allerdings nicht vergönnt gewesen. Die Münchner rückten ihnen mit konsequentem, giftigem Pressing zu Leibe, das schien dem Tabellenführer gar nicht zu behagen. Vom gewohnten Kombinationsspiel war anfangs nicht viel zu sehen. Den einzigen Münchner Torschuss in der eher zerfahrenen Auftaktphase feuerte Liendl (8.) ab, sein passabler Versuch aus der zweiten Reihe verfehlte um einen halben Meter das Ziel.

Die erste große Chance bot sich 1860-Außenverteidiger Gary Kagelmacher (37.). Liendl bediente seinen Teamkollegen mit einem feinen Pass in den Strafraum, doch der Uruguayer scheiterte aus spitzem Winkel an Keeper Andreas Luthe. Dem Führungstreffer noch näher war Christopher Schindler (42.). Nach einer Ecke von Daniel Adlung gewährten ihm die Bochumer komplett die Lufthoheit, doch der 1860-Kapitän lenkte den Ball aus sechs Metern per Kopf direkt auf den dankbaren VfL-Schlussmann. Heiko Butscher, Ex-Profi bei Bochum und nun VfL-Nachwuchscoach, meinte in der Pause: „Die Sechziger spielen einen guten Ball.“ Was fehlte, war die die Durchschlagskraft – wieder einmal.

Die kalte Dusche folgte nach dem Wechsel. Urplötzlich klappte das Bochumer Zusammenspiel, nach einer Kurzpassstafette schüttelte Simon Terodde seinen Bewacher Kai Bülow ab, sein Flachschuss aus 17 Metern zischte ins Netz, Torhüter Vitus Eicher streckte sich vergeblich: 0:1 nach 48 Minuten, es war Teroddes fünfter Saisontreffer, die Vorlage kam vom Ex-Unterhachinger Janik Haberer. Kurz darauf bot sich Anthony Losilla die Gelegenheit zum Doppelschlag. Doch der Franzose fand in Eicher seinen Meister. Die nächste Schrecksekunde folgte auf der Gegenseite: Liendl wurde am Strafraum beim Schussversuch vom gestreckten Bein des Bochumers Timo Perthel rüde traktiert. Das sah böse aus, der Österreicher konnte nach kurzer Behandlung immerhin weiterspielen.

Bochum war nun Herr im Haus, trat tatsächlich so auf, wie es Verbeek schon vor der Partie beschrieben hatte: „Wir spielen Fußball, der Spaß macht.“ Die Sechziger gaben sich zwar keineswegs auf und zwangen den VfL im offenen Schlagabtausch, seine ganze Kampfkraft in die Waagschale zu werfen. Doch in der Offensive brachten die Löwen kaum zwingende Szenen zustande. Nicht umsonst weisen sie die schlechteste Torbilanz der Zweiten Liga auf (2 Tore in 5 Spielen). Daran änderte auch die Einwechslung von drei Angreifern (Stefan Mugosa, Krisztian Simon, Valdet Rama) nichts mehr. Bochum war am Ende dem zweiten Tor näher als die Sechziger dem Remis.

Kapitän Schindler kommentierte mit finsterer Miene die Partie: „Es kotzt mich an, wenn du so viel investierst und nichts rauskommt.“ Im Hinblick auf die Tabellensituation fügte er hinzu: „Wir wollten auf gar keinen Fall hinten reinrutschen – und jetzt sind wir wieder dort.“

Roman Löw

1860 verliert in Bochum - Zwei Löwen kassieren Note 5

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