TSV 1860 München verliert gegen die Würzburger Kickers

Daniel Bierofka: „Wir haben uns heute selber geschlagen“ 

+
Der Anfang vom Ende: Dave Gnaase nutzt eine Unachtsamkeit der Löwen-Abwehr und schießt zum 1:0 für Würzburg ein.

Sie hatten die „Riesenchance, den Anschluss ans vordere Tabellendrittel zu schaffen“, wie es Trainer Daniel Bierofka im Vorfeld formulierte. Doch wie das beim TSV 1860 und seinen Riesenchancen nun mal so ist:

Würzburg – In der Regel werden sie verpasst. So auch gestern in Würzburg. Nach einem lange Zeit zu passiven Auftritt hieß es am Ende 1:2 (0:1) vor 8346 Zuschauern im Stadion am Dallenberg. Gnaase (24.) und Kaufmann (62.) trafen für die Kickers, Mölders’ zwischenzeitlicher Ausgleich (47.) hielt nicht lang. Nach der fünften Niederlage im sechsten Auswärtsspiel trennen die Sechziger vor der Länderspielpause drei Punkte vom ersten Abstiegsplatz. So bleibt der Wunsch nach einer sorglosen Saison weiter nur eine Hoffnung.

„Wir haben uns heute selber geschlagen“, sagte Daniel Bierofka bei Magentasport mit Verweis auf den Fehler von Jungprofi Leon Klassen, der zum 1:2 geführt hatte: „Wir waren in der zweiten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft, aber wir haben es nicht geschafft, den Ball über die Linie zu bringen.“ So einfach, so bitter.

Intensiv, von verbissenen Zweikämpfen geprägt – das war der Charakter dieser Partie. Hatte die Startphase noch den Würzburgern gehört, setzten die Löwen das erste Ausrufezeichen in der 15. Minute. Kindsvater scheiterte nach gelungener Einzelaktion mit links am entfernten Pfosten, sein Nachschuss landete am Außennetz. Als Gebhart acht Minuten später nach einem Freistoß von rechts die zweite Chance vergab, fühlten sich die Löwen wohl etwas zu sicher. Prompt schlug Würzburg zu. Per Konter. Willsch und Kindsvater ließen Hermann flanken, Berzel war nicht beim eingelaufenen Gnaase – Aufsetzer, Kopfball, 0:1. 24 Minuten waren gespielt. Und 1860 schwamm plötzlich gewaltig.

Bonmann rettete per Tauchaktion nach einem Sontheimer-Schuss (30.), Entlastung fand kaum noch statt, da die Würzburger auch bei den zweiten Bällen schneller waren. Zur Halbzeit konnten die Löwen froh sein, dass es nur 0:1 stand. „Wir sind zu passiv, das Gegentor war zu leicht“, bilanzierte Co-Trainer Oliver Beer.

Warum Würzburg mit nunmehr 28 Gegentoren die Schießbude der Liga ist, ließ sich nach Wiederanpfiff beobachten. Willsch konnte auf rechts durchmarschieren, seine Flanke verlängerte Gebhart unfreiwillig auf Mölders, der frei stehend zum 1:1 einschoss. Doch auch dieses Erfolgserlebnis brachte den Gästen kein großes Plus an Sicherheit. Der unglückliche Klassen verlängerte einen langen Ball von Rhein per Kopf in den Lauf von Kaufmann, der Bonmann umkurvte und zum 1:2 einschob (62.). Wein (68.) und Mölders per Kopf (70.) vergaben beste Chancen. Und auch eine Schlussviertelstunde in Überzahl nach der von Rieder provozierten Gelb-Roten Karte gegen Pfeifer nutzte den Löwen nichts. 1860 bleibt auswärts ein Punktelieferant.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

TSV 1860: Ismaik ruft zum Fanaufstand auf - neuer Trainer schon im Anflug?
TSV 1860: Ismaik ruft zum Fanaufstand auf - neuer Trainer schon im Anflug?
Ticker: Beers Löwen verschenken fast den Sieg  - emotionale Geste von Mölders
Ticker: Beers Löwen verschenken fast den Sieg  - emotionale Geste von Mölders
1860 sucht Bierofka-Nachfolger: Löwen-Legende fordert Ex-Bayern-Trainer
1860 sucht Bierofka-Nachfolger: Löwen-Legende fordert Ex-Bayern-Trainer
Erstes Spiel ohne Bierofka: Löwen-Profis zeigen emotionale Geste auf dem Platz 
Erstes Spiel ohne Bierofka: Löwen-Profis zeigen emotionale Geste auf dem Platz 

Kommentare