Viktoria Köln bremst Aufholjagd des TSV 1860

Köllner: „Phasenweise das Beste, was wir in dieser Saison gespielt haben“

Michael Köllner bleibt nach dem Remis gegen Köln zuversichtlich und lobt seine Mannschaft.
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Michael Köllner bleibt nach dem Remis gegen Köln zuversichtlich und lobt seine Mannschaft.

Michael Köllner bleibt nach dem Remis des TSV 1860 gegen Viktoria Köln optimistisch. Er lobt sein Team und blickt bereits auf das kommende Wochenende voraus.

München – Die Sonne über Giesing war gerade untergegangen, da hätten die Löwen die Saison am liebsten abgepfiffen. Die alte Stadionuhr im Grünwalder Stadion zeigte 19.40 Uhr an – und in der virtuellen Drittligatabelle hatte der Meister von 1966 gerade einen weiteren Zwischenschritt in Richtung Nirwana geschafft: Platz zwei – einen Punkt hinter Rostock (heute gegen Wehen gefordert) und einen mehr als das zuletzt strauchelnde Duo Dresden/Ingolstadt. 1:0 stand es im Duell der Seriensieger. Steilpass Richard Neudecker, Abschluss Sascha Mölders. In einem intensiven Spiel führte die Mannschaft, die bis zu diesem Zeitpunkt mehr zum Gelingen des lauen Aprilabends beigetragen hatte.

Das änderte sich nach der Pause. Die Löwen kamen passiv aus der Kabine, Köln übernahm das Kommando – und belohnte sich durch einen strammen Abschluss von Timmy Thiele (64.). 1:1 hieß es auch am Ende – beide Serien hielten, doch die Aufholjagd der Löwen wurde abgebremst. Was der Punkt wert ist, wird sich an den letzten fünf Spieltagen zeigen, an dem nicht nur Mölders & Co. weitere Herkulesaufgaben vor der Brust haben (u.a. Wehen, Bayern, Ingolstadt an den letzten drei Spieltagen).

Michael Köllner: „Ich kann sehr gut mit dem Punkt leben“

„Wir hatten uns drei Punkte vorgenommen, einer ist es geworden“, sagte Abwehr-Jungstar Semi Belkahia bei MagentaSport: „Wir haben eine sehr gute Halbzeit gespielt. Die zweite war dann nicht mehr so griffig. Das hatten wir uns nicht vorgenommen, aber im Spiel gibt es immer mal Phasen, wo man nicht so hinkommt.“ Trainer Michael Köllner sagte: „Ich kann sehr gut mit dem Punkt leben. Es war ein Topspiel. Beide Mannschaften haben alles rausgehauen und versucht, das Spiel fußballerisch in den Griff zu kriegen. Phasenweise war es das Beste, was wir in dieser Saison gespielt haben. Man muss ja auch immer sehen, wer der Gegner war: Wir haben nicht gegen den Letzten gespielt, sondern gegen eine Mannschaft, die sechs der letzten sieben Spiele gewonnen hat.“

Objektiv gesehen hatten die Kölner am Ende sogar mehr Grund, unzufrieden zu sein. Belkahia hatte Glück, dass nach einem Rempler gegen Thiele kein Elfmeterpfiff erfolgte (24.). Auch einen Freistoß von Mölders-Spezl Mike Wunderlich konnte Marco Hiller nur mit Mühe entschärfen (58.). Die letzte Chance aus dem Spiel heraus hatten allerdings die Löwen: Erik Tallig zog ab, doch der Ball zischte um wenige Zentimeter am Pfosten vorbei (84.).

TSV 1860: Alle vier Aufstiegsanwärter spielen am Samstag zur gleichen Zeit

Mölders war der Frust ins Gesicht geschrieben, als Patrick Kessel überpünktlich in seine Pfeife blies. Die Reaktion: Gestenreiche Debatte mit dem Referee. Auch Fabian Greilinger verließ kopfschüttelnd den Platz. Köllner dagegen blickte schon wieder fröhlich nach vorne, offiziell nur Platz vier verfolgend, der zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt („Wichtig für uns“). Sein Schlusswort: „Entscheidend ist, dass die Mannschaft alles abruft. Wenn ich das Gefühl hätte, wir hätten was vermissen lassen, wäre ich enttäuscht. So geht es am Samstag weiter.“ Und zwar mit einem Novum: Erstmals spielen alle vier Aufstiegsanwärter zur 2. Bundesliga zur gleichen Zeit.

(ULI KELLNER)

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