Torwart freut sich auf Duell mit dem VfB Stuttgart

Ex-Löwe Vitus Eicher ist Tabellenführer mit dem 1. FC Heidenheim

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Der Langengeißlinger Vitus Eicher spielte bis 2017 für den TSV 1860 München

Heidenheim/Langengeisling – Der Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga kommt aus Schwaben. Aber es ist nicht der VfB Stuttgart.

VON DIETER PRIGLMEIR

Nach dem 3:1-Erfolg in Osnabrück steht der 1. FC Heidenheim ganz oben. Und darüber freut sich insbesondere Vitus Eicher. Der 28-jährige Langengeislinger stand am vergangenen Samstag im FCH-Kasten und erlebte hautnah mit, wie seine Vorderleute in der Schlussviertelstunde den 0:1-Rückstand drehten.

Tabellenführung in der 2. Bundesliga – ist das noch zu toppen? Ja, denn am Sonntag erwartet Eichers Team den großen VfB. Ob er selbst im Kasten steht oder Stammkeeper Kevin Müller, ist noch nicht entschieden. Der ehemalige Löwen-Torwart, der noch bis Juni 2020 beim FCH unter Vertrag steht, freut sich jedenfalls auf das Spiel – und auf die komplette Saison.

Herr Eicher, wie war’s in Osnabrück? War ja ein irrer Spielverlauf.

Das kann man wohl sagen. Wir wussten, dass es schwer wird, weil Osnabrück als Aufsteiger natürlich mit einer besonderen Euphorie ins Spiel gegangen ist.

Und besonders die Fans. Das Stadion an der Bremer Brücke gilt ja als besonderer Hexenkessel. Gerade als Gästetorwart ist es da nicht leicht, oder?

Ja, da war schon was los – vor allem in der zweiten Halbzeit, als ich die VfL-Fankurve im Rücken hatte. Da hört man nicht nur schöne Sachen, aber es war alles im Rahmen.

Wie gehen Sie mit den Sprüchen aus der Kurve um? Kriegen Sie die überhaupt mit?

Ich bin schon in meinem Tunnel und konzentriere mich aufs Spiel. Deshalb kriege ich sicher nicht alles mit, was hinter mir passiert. Abgesehen davon: Es stört mich auch nicht, sondern stachelt mich eher an. Im Stadion soll sich doch auch was rühren.

Waren Sie nervös vor dem ersten Saisonspiel?

Ich würde es eher eine positive Anspannung nennen. Endlich geht’s wieder um Punkte. Der ganzen Mannschaft war die Vorfreude anzumerken.

Und dann ging es ja auch gut, obwohl es lange schlecht aussah.

Wir sind nach dem Rückstand besser ins Spiel gekommen. Der Osnabrücker Platzverweis hat uns sicher auch geholfen. Und dann waren wir ja auch sehr effektiv.

Am Sonntag geht’s gegen Stuttgart – werden Sie wieder im Tor stehen?

Das kann ich noch nicht sagen. Wir haben im Training den Schwerpunkt auf den Gegner gelegt. Die Entscheidung, wer im Tor steht, trifft dann der Trainer.

Heidenheim gegen VfB – ist das in Schwaben wie bei uns Sechzig gegen Bayern?

Die Region fiebert dem Spiel schon entgegen. Natürlich werden wir das Spiel angehen wie jedes andere auch, aber es ist schon was Besonderes. Die Voith-Arena ist längst ausverkauft. Du merkst schon: Da liegt was in der Luft.

Wenn die Löwen in Ingolstadt spielen, dann haben die Schanzer ein Auswärtsspiel. Kann euch das auch passieren?

Keine Angst, unsere Fans halten da schon dagegen. Das haben wir vor zwei Jahren ja auch schon erlebt.

Vor dem Derby dürfte auch der Sechs-Millionen-Transfer von Robert Glatzel Thema in der Mannschaft gewesen sein. Waren Sie überrascht?

Nach der starken Runde, die Robert gespielt hat, war schon klar, dass er für viele Vereine interessant ist. Ich verstehe auch, dass er jetzt den nächsten Schritt machen will. Für Heidenheim sind sechs Millionen Euro sehr viel Geld.

Er wechselt zu Cardiff City. Ist Fußball auf der Insel auch ein Traum, den Sie irgendwann verwirklichen wollen.

Ehrlich gesagt, habe ich den Traum nie gehabt. Und inzwischen hat sich ja auch im englischen Fußball sehr viel verändert.

Apropos Veränderungen, inwiefern hat sich die Mannschaft sonst noch verändert?

Wir haben einige Neuzugänge – auch Jungs aus unserem Hartmann-Nachwuchsleistungszentrum. Ob wir besser oder schlechter sind als in der vergangenen Saison, wird sich im Saisonverlauf zeigen.

Ist die Liga durch die drei Absteiger noch attraktiver geworden?

Mit dem Hamburger SV und den Absteigern Stuttgart, Nürnberg und Hannover haben wir vier absolute Großvereine, die ganz andere finanzielle Möglichkeiten als die anderen haben. Das sind schon Kader mit einer sehr ordentlichen Qualität. Damit gewinnt natürlich die gesamte 2. Liga an Stellenwert. Dazu kommt noch, wie spannend die Liga in den vergangen Jahren war. Jeder kann hier jeden schlagen. Jedes Spiel ist saueng. Du bist nie chancenlos, musst aber auch immer für jeden Punkt 90 Minuten fighten.

Nach den oft bärenstarken Auftritten in der vergangenen Saison dürfte auch die Erwartungshaltung der Fans entsprechend hoch sein. Könnte das zum Problem für Heidenheim werden?

Nein. Denn der Verein weiß, wo er herkommt. Natürlich ist die Aufmerksamkeit nach den Pokalspielen gegen Leverkusen und Bayern gestiegen. Aber die Stärke des Vereins ist, dass hier niemand abhebt oder schwarz malt. Aber natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen und werden unseren Weg weiter gehen.

Wie lief für Sie persönlich die Vorbereitung?

Ich bin sehr gut durch die Vorbereitung gekommen. Es war eine Zeit, in der ich viel Spielpraxis bekommen und wir mit unserem Torwarttrainer auch sehr viel im athletischen Bereich gearbeitet haben.

Sind Sie näher an Stammkeeper Kevin Müller herangerückt?

In den Testspielen waren wir jeweils eine Halbzeit im Tor. Aber es ist schon verständlich, dass ein Torwart, der seit Jahren sehr gute Leistungen bringt, erst einmal einen Bonus hat. In den sechs Wochen Vorbereitung hast du die Chance, dich zu präsentieren. Da musst du alles reinwerfen, was du hast. Der Rest liegt nicht in eigener Hand.

Zurück zum Derby gegen den VfB: Ihr Tipp?

Ich hoffe, dass wir ein gutes Spiel abliefern und die Punkte bei uns lassen – möglichst zu null.

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