1860 in der Krise

Warum die Saison 1994/'95 Benno Möhlmann Mut macht

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Endlich ein Tor: Das wünscht sich Möhlmann auch in Berlin.

München - Am Sonntag müssen die Löwen bei Union Berlin antreten - allerdings ohne Sukalo. Eigentlich ein gutes Pflaster für den TSV 1860. Und im Notfall hilft der Gedanke an die Saison 1994/'95.

Donnerstagmittag hielt sich Goran Sukalo einmal mehr beim Arzt auf. Weitere Untersuchungen stehen an, um herauszufinden, wodurch seine Beschwerden an den Adduktoren hervorgerufen werden. Mittlerweile fällt der Winterneuzugang aus Fürth bereits eine Woche aus, wie lange der Routinier noch fehlen wird, ist überhaupt nicht abzusehen. „Wir werden diesbezüglich keine Prognosen abgeben“, teilte die Pressestelle des TSV 1860 mit.

Ein weiteres Problem neben der Verletzung an sich: Je länger Sukalo pausieren muss, umso länger wird der Slowene auch benötigen, um wieder den nötigen Fitnessstand zu erreichen. Dass er bereits 34 Jahre alt ist, dürfte dabei auch alles andere als ein Vorteil sein.

Ex-Löwen-Trainer Karsten Wettberg bedauert den Ausfall des 1,93 Meter großen Sechsers allein schon aus folgendem Grund: „Sukalo sollte ja auch vor allem bei Standardsituationen mit seiner Kopfballstärke für Gefahr sorgen. Ohne ihn war gegen Nürnberg in dieser Hinsicht wieder fast nichts los. Was bei den Standards herauskam, war so harmlos wie im alten Jahr.“

Wenigstens kann Gary Kagelmacher am Sonntag im Auswärtsspiel bei Union Berlin dabei sein. Der Verteidiger hat seine Erkältung auskuriert, trug aber aus Vorsicht am Donnerstag eine ganz dicke Pudelmütze, als er das Trainingsgelände betrat. „Alles klar, ich kann spielen“, sagte er.

Wobei das Stadion an der „Alten Försterei“ bisher fast so etwas wie eine Wohlfühloase für die Löwen war. Noch nie sind sie bisher dort als Verlierer vom Platz gegangen. Von sechs Spielen endeten drei unentschieden, und dreimal nahmen die Sechziger drei Punkte mit. Auch in der vergangenen Saison, als sie mit 4:1 gewonnen haben und nach nicht mal einer Stunde bereits 4:0 geführt hatten. Rubin Okotie durfte sich mit zwei Toren als Mann des Tages feiern lassen.

Union dürfte also mit durchaus gemischten Gefühlen in die Partie gehen, zumal sich zuletzt beim 2:2 in Kaiserslautern mit Korte, Thiel und Skrybski gleich drei Stammspieler schwerer verletzt haben und für längere Zeit ausfallen. Wie sehr wiederum die Löwen unter Druck stehen, hängt auch davon ab, wie vorher die Konkurrenz im Tabellenkeller abschneidet. Paderborn muss am Freitag gegen Kaiserslautern ran und Duisburg am Samstag gegen Karlsruhe.

Übrigens: Sollte Benno Möhlmanns Team auch in Berlin nichts holen, lohnt sich als kleiner Mutmacher immer noch ein Blick in die Vergangenheit. In der Saison 94/95 hatten die Löwen nach einem 2:6 auf Schalke nach 21 Spieltagen umgerechnet auch nicht mehr Zähler (14) auf dem Konto und schafften dennoch – sogar vorzeitig – den Klassenerhalt. Und das damals sogar in der ersten Liga …

Lesen Sie hier: So geht es den verletzten Löwen

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