Treffen vor Gericht

Wende in der "Trottel-Affäre" bei 1860

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Constantin A. (l.) und Gerhard Mayrhofer.

München – Zwischen dem TSV 1860 München und seinem Fan Constantin A. stand am Dienstag der Gerichtstermin in der "Trottel-Affäre" auf dem Terminkalender. Dabei kam es eigentlich schon zuvor zu einer Wende.

Die Fronten schienen verhärtet. Constantin A. hatte Gerhard Mayrhofer auf dessen Facebook-Seite als „Trottel“ und „Fuzzi“ bezeichnet und bekam dafür einen Strafbefehl ins Haus (wir berichteten exklusiv). 450 Euro sollte der Student zahlen. Mehrere Versöhnungsversuche zwischen den beiden Seiten scheiterten.

In letzter Minute gab’s aber doch noch die Wende: Die beiden Seiten gingen aufeinander zu und einigten sich, den Rechtsstreit fallen zu lassen. Dafür spendet Constantin A. das Geld, das Fans für ihn gesammelt hatten, an die Jugend-Abteilung. Er habe sich nochmals persönlich entschuldigt, so A., und denke, „dass beide Parteien doch damit jetzt zufrieden sein sollten und über dieses übertriebene Thema dann doch genug berichtet und gesagt wurde“, kommentiert der 25-Jährige.

Friede, Freude, Eierkuchen? Nicht ganz. Natürlich bleibt Constantin A. bei seiner Meinung, dass Mayrhofers Reaktion überzogen sei. Und der Oberlöwe ist nach wie vor alles andere als begeistert davon, im Internet beschimpft zu werden. Doch am Ende haben sie sich zumindest so weit geeinigt, dass die Löwen-Jugend profitiert. Mayrhofer nimmt die Entschuldigung des Fans an. „Niemand sollte den Verein ungestraft als Trottel apostrophieren, aber mit der öffentlichen Entschuldigung ist die Sache für mich vom Tisch. Verzeihen ist auch eine Löwentugend. Wir wenden uns nun den wirklich wichtigen Themen zu.“

Ungewöhnlich allerdings: Der Termin vor Gericht am Dienstag blieb bestehen. „Die Richterin meinte nur, dass das so kurzfristig ist und sie mir wohl ins Gewissen reden mag“, erklärte Constantin A. vor dem Termin am Dienstagnachmittag. Er fürchtet zudem, dass er auf den Gerichtskosten sitzen bleibt, „weil der Richterin die Rücknahme des Antrags von Mayrhofer zu spät war“.

Der Gerichtstermin am Dienstagnachmittag verlief dann doch etwas unerwartet. Dieser startete erst eineinhalb Stunden später als geplant. Die Richterin begann die Sitzung, brach diese jedoch nach wenigen Minuten ab und vertagte sie. Ein neuer Termin soll nun angesetzt werden - nur um diese Geschichte endlich zu beenden. 

Armin Linder/fw

Die 1860-Delegiertenversammlung am Dienstagabend können Sie hier bei uns im Live-Ticker verfolgen.

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