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Wettberg sieht eine „große Chance für Sechzig“

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Von: Ludwig Krammer

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Trainerlegende Karsten Wettberg.
Trainerlegende Karsten Wettberg. © Sampics

Trainerlegende Karsten Wettberg (75) sieht bei allem Abstiegsschmerz „auch eine große Chance für Sechzig, wieder zu sich selbst zu finden“.

Ernüchternde Bilder von leeren Tribünenplätzen wird man beim TSV 1860 so schnell nicht mehr zu sehen bekommen. Vor dem ersten Regionalliga-Heimspiel am Freitag gegen Wacker Burghausen (19 Uhr) musste nun vorübergehend sogar der Dauerkarten-Verkauf gestoppt werden. „Um den Verkaufsprozess transparent und fair zu gestalten“ könne man „vorerst keinen weiteren freien Dauerkartenverkauf anbieten“, teilten die Löwen am Wochenende auf ihrer Internetseite mit. „Sollten im Anschluss an das erste Heimspiel weitere Dauerkarten-Plätze verfügbar sein, wird der TSV 1860 diese selbstverständlich vergeben und bereits eingegangene Bestellungen abarbeiten.“ Das restliche Tageskarten-Kontingent werde am Mittwoch ab 9 Uhr erhältlich sein. Mit Schlangenbildung ist zu rechnen.

„Die Nachfrage ist überwältigend“, sagt Geschäftsführer Markus Fauser. „Nahezu alle Fans, die im letzten Jahr einen Stammplatz bei den Löwen hatten, möchten uns auch in diesem Jahr unterstützen.“ 6.600 Saisontickets hatten die Sechziger in der vergangenen Zweitligasaison laut Präsident Robert Reisinger abgesetzt.

Neue Liga, neues Leben? Trainerlegende Karsten Wettberg (75) sieht bei allem Abstiegsschmerz „auch eine große Chance für Sechzig, wieder zu sich selbst zu finden“. Die Entfremdung habe „seit der fürchterlichen Poschner-Zeit fast unerträgliche Ausmaße angenommen“, sagt Wettberg. „Das war zum Schluss nicht mehr Sechzig, sondern ein fremdbestimmter Verein mit leidenschaftslosem Fußball ohne jede Identifikationsmöglichkeit.“

Wettberg: „Daniel Bierofka ist ein Glücksfall für 1860“

Sechs Wochen nach dem doppelten Abstieg sei zumindest sportlich wieder Licht am Horizont zu erkennen. „Daniel Bierofka ist ein Glücksfall für 1860“, sagt Wettberg. „Er lebt alles vor, was diesen Verein im Positiven ausmacht. Und die Mannschaft ist mit Verstand und Augenmaß zusammengestellt. Es gibt eine erfahrene Achse mit Mauersberger, Gebhart und Mölders und drum herum hervorragend ausgebildete junge Spieler, die auch kämpferisch dagegenhalten können, wie man in Memmingen gesehen hat.“

Klubpolitisch bleibt Wettberg lieber vorsichtig. „Da bin ich gespannt, was die Mitgliederversammlung am nächsten Sonntag bringt.“ Mit der Bestätigung des Präsidenten, der Wahl von vier neuen Verwaltungsräten und Anträgen wie dem auf Kündigung des Kooperationsvertrags mit Hasan Ismaik ist für reichlich Brisanz gesorgt. „Ich hoffe, dass das Ganze sachlich ablaufen wird“, sagt Wettberg. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass es „in erster Linie um eine Perspektive für 1860 geht und nicht um verletzte Eitelkeiten“.

Da wird Daniel Bierofka sicher nicht widersprechen. Nach zwei freien Tagen lässt der Coach Montag um 10 und 15 Uhr trainieren. „Richtig Gas geben“, lautet die Ansage. „Ich habe in Memmingen einige Dinge gesehen, die wir noch verbessern können.“

lk

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