Nach vier Spieltagen in 3. Liga

Sechzig-Kulttrainer Wettberg äußert kühne Aufstiegs-Prognose - aber eine Personalie versteht er nicht

Karsten Wettberg gestikuliert während einer Rede.
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Sieht Sechzig auf einem guten Weg, versteht aber auch nicht jede Klub-Entscheidung: Karsten Wettberg ist bei den Löwen-Fans Kult.

Den Löwen ist ein Traumstart in die 3. Liga geglückt. Direkt dahinter lauert ein Lokalrivale. Diese Momentaufnahme freut auch Kulttrainer Karsten Wettberg, der im Interview eine Prognose äußert.

München - Er trainierte sowohl den TSV 1860 als auch die SpVgg Unterhaching, jetzt grüßen seine beiden prominentesten Ex-Vereine von Tabellenplatz eins und zwei der Dritten Liga. Für die tz schätzt Karsten Wettberg die Lage bei den weiß-blau-roten Topstartern ein - und formuliert eine mutige These.

Herr Wettberg, vier Spieltage sind rum, und für viele Löwen- und Haching-Fans könnte die Saison gerne schon wieder abgepfiffen werden…
Wettberg: Ja mei, aber ein bissl dauert’s leider noch (lacht). Scherz beiseite: Beide Mannschaften stehen zu Recht da oben. Wenn die Tabelle nach zehn Spieltagen auch noch so ausschaut, dann gehören sie zweifellos zu den Favoriten.
Wer hat Sie bislang mehr überrascht?
Wettberg: Haching ein Stückerl mehr. Nach der Niederlage zum Auftakt dreimal zu gewinnen - damit war nicht zu rechnen. Nach der katastrophalen Rückrunde ist das schon ein sehr bemerkenswerter Start. Ich habe großen Respekt davor, wie stilvoll die Hachinger den Wechsel auf der Trainerposition hinbekommen haben. Es hat neue Impulse gebraucht, entsprechend hat der Manni (Schwabl) gehandelt. Arie van Lent hat einen sehr guten Namen in der Branche.
Bei 1860 gab’s den Umbruch im Kader.
Wettberg: Schade, dass die Etaterhöhung zu spät kam, um den Tim Rieder halten zu können. Auch den Manuel Schäffler hätt ich mir geschnappt, bevor der Club zum Zug gekommen wäre.
Trotz Sascha Mölders?
Wettberg: Vor Mölders ziehe ich den Hut. Wenn er so fit bleibt, dann traue ich ihm auch noch eine weitere Saison zu. Trotzdem brauchst du erfahrene Alternativen. Ich bin gespannt, wie sich der Pusic macht. Was ich bisher gesehen habe, wie aktiv er ist, das stimmt mich positiver als beim Owusu.
Wie sehen Sie die Transfers insgesamt bei 1860?
Wettberg: Der Neudecker ist ein Guter, technisch hervorragend, beim Salger siehst du die höherklassige Erfahrung. Auch der Tallig gefällt mir, der ist ja noch jung. Jetzt müssen die Geschäftsführer schauen, dass sie diese Ruhe des Waffenstillstands nutzen, um wichtige Verträge zu verlängern. Allen voran den Dressel, auch wenn der in seiner Entwicklung grad ein bissl steht. Aber solche Phasen gehören dazu. Was ich nicht verstehe, ist die Geschichte mit dem Andi Hirtlreiter. Dass man seinen besten Stürmer der U 17-Aufstiegsmannschaft nach Haching gehen lässt, da muss einiges verkehrt gelaufen sein. Insgesamt ist der Nachwuchs aber wieder auf dem Vormarsch - und das ist ganz sicher auch ein Verdienst von Manfred Paula (NLZ-Leiter, d. Red.). Einen so guten Mann haben sie bei Sechzig in dieser Position lange nicht mehr gehabt.
Wen haben Sie auf Ihrer Aufstiegsrechnung?
Wettberg: Dresden wird mit diesem Kader sicher noch kommen, Ingolstadt eher nicht - der Kutschke ist sein Geld nicht wert, technisch viel zu schwach. Ansonsten sollte man Viktoria Köln auf der Rechnung haben, sehr gute Mannschaft. Und natürlich Türkgücü. Sararer und Sliskovic, das ist schon eine Macht da vorne drin. Und die können sich im Winter sicher noch mal verstärken mit ihrem Präsidenten. Ich sag jetzt mal: Der Münchner Meister wird aufsteigen. Und da schließ ich Haching nicht aus.

Interview: Ludwig Krammer

Der TSV 1860 München steht nach langer Zeit mal wieder an der Tabellenspitze. In Rostock will die Köllner-Elf diese unbedingt verteidigen - der Live-Ticker.

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