Gerüchte über Angebote von prominenten Klubs

Wohin führt Weigls Weg?

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Hochbegabt und heiß begehrt: Weigl, bei den Löwen noch bis 2017 unter Vertrag.

München - Julian Weigl ist das Mittelfeldjuwel der Löwen, Julian Weigl. Der 19-Jährige, der zuletzt im Kader fehlte, wird immer wieder mit prominenten Klubs in Verbindung gebracht.

Bekanntlich ist der Tag der Kadernominierung der schlimmste in der Arbeitswoche von Torsten Fröhling. Ginge es nach dem Trainer des TSV 1860, würde er am liebsten alle 27 Profis auf die Liste setzen, nicht nur jene 18, die laut Statuten das Maximum sind. Jede einzelne Absage löst bei Fröhling Bauchgrimmen aus, er bereitet sich teils schriftlich darauf vor. „Das tut mir einfach weh“, gibt er zu: „Schließlich liegt ja wieder eine gemeinsame Arbeitswoche hinter uns.“

Vor diesem Hintergrund ahnt man, was Fröhling empfunden haben mag, als er den Kader für das wichtige Heimspiel gegen Bochum (2:1) bekannt gab. Hinterbänkler wie Daylon Claasen sind es ja gewöhnt, dass sie die Bemühungen ihrer Kollegen von der Vip-Tribüne aus beobachten dürfen. Julian Weigl dagegen . . . 21 von 29 möglichen Saisonspielen bestritt das Mittelfeldtalent. Früher oder später konnte er bei allen Trainern einen Stammplatz erobern. Auch Fröhling findet ihn grundsätzlich gut. So gesehen war es schon eine Überraschung, dass Weigl, 19, in einem der wichtigsten Spiele nicht einmal für einen Jokereinsatz in Frage kam.

Ein normaler Vorgang, findet Gerhard Poschner. „Das sind Entscheidungen, die getroffen werden“, sagt der Sportchef. „Da ist nichts Außergewöhnliches dran. Ich glaube, bei uns ist fast jeder Spieler schon mal auf der Tribüne gesessen.“ Grundsätzlich hat er da Recht, doch Weigl ist eben nicht irgendein Spieler bei den Löwen. Jüngster Kapitän aller Zeiten war er mit 18, kürzester Kapitän, prominentester Taxifahrer – und halt auch das: Ein Profi, der mal ordentlich Geld in die Kasse spülen könnte.

In Weigls bis 2017 datiertem Vertrag ist eine Ablösesumme festgeschrieben, die die Fantasie vieler befügelt. Von 3,5 Millionen Euro ist die Rede – ein überschaubarer Betrag für Erstligisten, und die Liste der angeblichen Interessenten ist so lang wie prominent. Borussia Dortmund gehört offenbar dazu, auch Ajax Amsterdam, SSC Neapel und der FC Liverpool.

Könnte es also sein, dass Weigl auch deswegen pausieren musste, weil ihm irgendjemand zurzeit den Kopf verdreht? Eine andere Spekulation brachte die Internetseite liga-zwei.de ins Spiel. Wörtlich heißt es da: „Während Weigl selbst betont, sich ausschließlich auf den Abstiegskampf mit den Löwen konzentrieren zu wollen, ist überaus pikant, dass der 19-Jährige im Falle des Abstieges ablösefrei wechseln könnte . . .“

Von den 1860-Bossen hört man dazu: Nichts. Der einzige Kommentar stammt vom Trainer, der bestätigte, dass die Transfergerüchte nicht spurlos an Weigl vorübergehen. „Ich habe mir ihm darüber gesprochen“, sagte Fröhling nach dem Bochum-Spiel. „Er setzt sich damit selbst unter Druck. Damit hilft man dem Verein nicht. Ist ja klar, dass da Begehrlichkeiten geweckt wurden.“ Inoffiziell hört man, dass von Seiten des Vereins kein Interesse daran besteht, das Juwel voreilig zu Geld zu machen. Wobei: Jeder hat seinen Preis. Und auch wenn die Lizenz ohne Auflagen erteilt wurde, könnte ein notorisch klammer Zweitligist ab einer Summe X schwach werden.

Uli Kellner

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