Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das würde im Falle einer Löwen-Insolvenz passieren

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Düstere Wolken über den Löwen.

München - Das böse I-Wort schwebt seit Tagen über den Löwen und schürt viele Ängste. Doch was würde im Falle einer Insolvenz passieren? Die tz hat die Antworten.

Für dramatische Szenarien war der TSV 1860 ja immer schon zu haben. Jetzt steht wieder eines ins Haus: Ausgerechnet zum 50. Jubiläum des Gewinns der Meisterschaft im Jahr 1966 ist zu befürchten, dass die Profiabteilung 2016 Insolvenz anmelden muss. Irgendwelche Feierlichkeiten würden sich in diesem Fall von selbst verbieten. Aufsichtsratschef Karl-Christian Bay hatte am Montag bei einer Pressekonferenz das Wort „Insolvenzgefahr“ in den Mund genommen, falls Investor Hasan Ismaik „die Saison 2016/17 nicht finanziert und wir keine alternative Finanzierungsmöglichkeit finden würden. Wir bräuchten einen mittleren einstelligen Millionenbetrag.“ Von Ismaik soll es den nicht mehr geben, und handfeste Alternativen sind nicht in Sicht. Nur vage Hoffnungen. Was kommt auf den TSV 1860 im Falle einer Insolvenz zu? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wann muss Insolvenz beantragt werden?

Wenn die KGaA des TSV 1860 zahlungsunfähig oder bilanziell überschuldet ist. Nach Ismaiks Ankündigung, die kommende Saison nicht mehr finanzieren zu wollen und die bis 31. Dezember nötige Umwandlung der Darlehen (3,5 Millionen Euro) in Genussscheine abgelehnt hat, muss sich der Verein ab 1. Januar konkret mit einer möglichen Insolvenz beschäftigen.

Wer wäre haftbar, wenn die Insolvenz verschleppt wird?

Die beiden Geschäftsführer Markus Rejek und Noor Basha. Ihnen blieben zwei Wochen Zeit, beim Amtsgericht Insolvenzantrag zu stellen. Tun sie es nicht, drohen bis zu drei Jahre Haft. Die Hoffnung, in den nächsten Monaten doch noch Geldgeber aufzutreiben, die Ismaiks Anteile abkaufen, ist also riskant.

Was wären die Folgen für den TSV 1860 nach einer Insolvenz der KGaA?

Die Spieler wären alle ablösefrei, und das Geschäftsstellengebäude an der Grünwalder Straße 114 (wurde in den Neunzigerjahren mit einem Drei-Millionen-Darlehen des e.V. renoviert und ausgebaut) würde in die Insolvenzmasse fallen. Das Nachwuchsleistungszentrum dagegen bliebe erhalten, da es sich im Besitz des e.V. befindet. Ebenso wie die Trainingsplätze, die per Erbpacht dem e.V. weiterhin zur Verfügung stünden.

Welche sportlichen Auswirkungen hätte eine Insolvenz?

Der TSV 1860 würde in die viertklassige Regionalliga zurückgestuft werden, könnte aber auf eigenen Wunsch auch in einer niedrigeren Klasse einen Neubeginn in Angriff nehmen.

In welchem Stadion würden die Löwen spielen?

Wahrscheinlich im Stadion an der Grünwalder Straße, wenn es die Kosten zulassen und die Stadt München aufgrund der Tradition und Beliebtheit, die der Verein in München genießt, mit der Miete entgegenkäme. Der TSV 1860 wäre höchstwahrscheinlich auch ansonsten auf Sympathisanten angewiesen, die den Verein als Kleinmäzene unterstützen. Das beträfe auch die Mannschaft. Monatsgehälter, die 2000 Euro übersteigen, dürften aber nach Lage der Dinge nicht drin sein.

Was passiert mit der Nachwuchsabteilung?

Die besten Talente – vor allem aus der erfolgreichen A-Jugend – würden wohl abwandern, für eine Fortsetzung der Nachwuchsarbeit wäre man künftig auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen.

Was bliebe den Gläubigern (Hasan Ismaik, Infront, FC Bayern München AG)?

Ein Betrag, der zu vernachlässigen wäre. Das Geschäftsstellenhaus könnte zum Verkauf angeboten werden, ist aber wohl für Interessenten aufgrund seiner Lage nicht besonders attraktiv.

So war es 1982

Schon einmal musste der TSV 1860 aufgrund eines ­Lizenzentzugs den Gang in die Amateurliga antreten. Damals, im Sommer 1982, aber in die drittklassige Bayernliga. Nachdem der TSV 1860 unter Präsident Erich Riedl Fristen für eine Nach­lizenzierung nicht eingehalten hatte, beschloss der DFB-Vorstand am 4. Juni 1982, dem Verein keine Lizenz zu erteilen. Die Löwen verkauften daraufhin die Turnhalle an der Auenstraße für 4,1 Millionen Mark an die Stadt und Stürmertalent Herbert Waas für 1,2 Millionen an Bayer Leverkusen. Zu spät. Am 27. Juli war der TSV 1860 nach dem Gang durch mehrere Instanzen abgestiegen. Und es dauerte neun Jahre, bis er wieder aufstieg.

tz

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