Antrag zugestimmt

Löwen-Wunsch: Raus aus der Arena!

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Der TSV 1860 will raus aus der ungeliebten Arena.

München - Die Löwen wollen raus aus der Allianz Arena. Einem entsprechenden Antrag der Basis wurde zugestimmt – juristisch bindend ist er nicht.

Am Ende war es doch noch eine „würdige“ Löwen-Versammlung – eine, die die gängigen Klischees bediente. Die Roten wurden als „Grattler“ beschimpft, auch andere Kraftausdrücke fielen. Deftig ging’s her, turbulent – teilweise auch folkloristisch. Zum Beispiel, als ein Mitglied den Antrag stellte, ein Freundschaftsspiel bei Atlético San Lorenzo auszutragen, dem argentinischen Heimatklub von Papst Franziskus.

Besonders hitzig wurde es, als die Stadionfrage in diversen Tagesordnungspunkten auftauchte. Ein Antrag hieß sinnigerweise: Raus aus der Arena! „Im Arschwasser der Roten kraulend wird sich keine weitere Generation für 1860 begeistern lassen“, wetterte Klaus Kämpf, der den abwesenden Co-Antragsteller Kai Hillmer vertrat. Konkret ging es darum, einen Termin für den ersehnten Auszug aus der Bayern-Arena zu fixieren – pikanterweise bereits zum Ende der laufenden Saison.

Dass Kämpf um kurz vor 18 Uhr einen kleinen Freudentanz vor der Bühne der Zenith-Halle aufführte, hatte einen simplen Grund. Obwohl von besonnenen Rednern auch Bedenken vorgetragen wurden, dass ja keine Alternativen vorhanden seien und nicht mal klar sei, welche Stadiongröße 1860 brauche, wurde der Antrag mit knapper Mehrheit abgesegnet. 154 Mitglieder stimmten mit „Ja“, 126 mit „Nein“. Viele waren da bereits auf dem Heimweg.

1860 München: Hat der Arena-Beschluss Folgen?

Ob dieser Beschluss der Basis konkrete Folgen haben wird, ist ohnehin fraglich. Vereinsjurist Guido Kambli wertet den Vorstoß als reinen „Akt der Willensbildung“ – aus dem einfachen Grund, dass er sich an den falschen Adressaten wende. Nicht das Präsidium des e.V. sei dafür zuständig, sondern die Geschäftsführung, zumal die KGaA einziger Partner bei allen maßgeblichen Verträgen sei. „Meines Erachtens kann das nur als Auftrag gewertet werden, diese Thematik bei der Geschäftsführung zu platzieren und zu forcieren. Juristisch kann das nicht bindend sein, denn jeder KGaA-Chef würde sich im Zweifel strafbar machen, wenn er gegen geltendes Recht verstieße.“

Brisant ist auch der Antrag, eine Kommission zu bilden, die dafür eintritt, bei künftigen Präsidentschaftswahlen wieder mehrere Kandidaten zuzulassen – und somit Kampfabstimmungen. „Wie in der DDR!“ So kommt einem erbosten Mitglied die aktuelle Satzung vor. Das zu ändern, setzt allerdings weitere Sitzungen voraus. Zunächst müsste ein konkreter Antrag auf Änderung der Satzung gestellt werden – dann die Basis erneut einberufen werden, um darüber abzustimmen.

Überraschend endete dagegen der Vorstoß eines 81-jährigen Mitglieds, einen Posten für Michael Hofmann, 43, zu schaffen, das Torhüter-Denkmal. Er wurde relativ deutlich abgelehnt.

Uli Kellner

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