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Umschalten, Löwe! Der Pokaltraum hat bis Sonntag Pause...

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Von: Uli Kellner

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Die Spieler des TSV 1860 machen nach dem Pokalsieg gegen Schalke 04 einen Mannschaftskreis.
Nach dem Pokal ist vor der Liga: Hat Michael Köllner seine Löwen bereits hier auf Freiburg II eingeschworen? © Angelika Warmuth / dpa

Nach dem süßen Pokalsieg gegen Schalke wartet in der Liga das Kontrastprogramm: Freiburg II. Am Samstag ist 1860 wieder der Favorit. Sonntag wird dann gelost.

Kaum war am Mittwochabend das 0:5-Debakel der Bayern im Borussia-Park perfekt, kursierten in den sozialen Medien die ersten Spott-und-Häme-GIFs. Lustig aus Sicht des TSV 1860: Ein Fan in Löwen-Montur springt jubelnd in die Luft, mit einer Hand (die nicht das Bierglas umklammert) den DFB-Pokal haltend. Der Kommentar dazu: „So feige kann man sich auch vor einem Derby drücken.“ Tränenlach-Emoji.

Bayern-Häme: „So feige kann man sich vor einem Derby drücken...“

Die Löwen in der dritten Pokalrunde, Bayern kläglich raus – in der Tat ist das eine äußerst seltene Konstellation, die die junge Fan-Generation noch nie erlebt hat. Um Vergleichbares in den Archiven zu finden, muss man zurückblättern bis zur Saison 2000/2001. Damals ereilte die Hitzfeld-Bayern das frühe Aus beim 1. FC Magdeburg (2:4 n.E.), dem Tabellenführer der NOFV-Oberliga. Die Löwen, gerade in der Qualifikation zur Champions League gescheitert, nahmen ihre Zweitrundenhürde: 2:1-Sieg nach Verlängerung bei der SpVgg Unterhaching (Tore: Beierle 89. Minute, Agostino 119.). Schön auch für 1860: Nachdem Bayern, Augsburg und Regensburg ausgeschieden sind (wie der ersten Runde Bayreuth und Türkgücü), sind die Löwen der einzige Vertreter des Freistaats in der Runde der letzten 16.

Ein TV-Pflichttermin für 1860-Fans ist jetzt die Auslosung der dritten Runde am Halloween-Sonntag in der ARD-Sportschau (18.30 Uhr)*. Vorher jedoch ist das maximale Kontrastprogramm angesagt. In der 3. Liga geht es gegen eine Mannschaft, die nicht annähernd so eine Aura hat wie Pokalgegner Schalke. Freiburg II ist so ziemlich das Gegenteil des Revierclubs: keine großen Namen, keine nennenswerte Historie und wohl keine Fanhorden, die das Team begleiten. Bedeutet: Umschalten, Löwen! Damit es nach der Kür im DFB-Pokal nicht ein böses Erwachen im Pflichtprogramm der 3. Liga gibt.

Du musst in erster Linie deine Dinge erledigen.

1860-Trainer Michael Köllner.

Michael Köllner ist sich im Klaren darüber, dass es nicht einfach wird, seine Mannschaft für 90 Minuten aus den königsblauen Pokalträumen zu reißen. Bei seinem Auftritt am Mittwoch im Sky-Studio sagte er: „Du musst in erster Linie deine Dinge erledigen – und darauf hoffen, dass der Gegner vielleicht mit ein paar Prozent weniger kommt.“ Bezog sich auf das Erfolgsrezept am Dienstag gegen einen großen Namen – und könnte Gegner Freiburg als Blaupause dienen, wenn es am Samstag darum geht, die 1860-Helden in ihrem Pokal-Wohnzimmer zu ärgern.

Schon jetzt ist klar, dass Köllner seine Erfolgself verändern muss. Der Körper von Phillipp Steinhart nimmt sich eine Auszeit (Faserriss, bereits nach Saarbrücken war der Linksverteidiger gesundheitlich angeschlagen gereist) – bei Yannick Deichmann, Steinharts Pendant auf der rechten Abwehrseite, könnte es gehen. Sein Oberschenkel hat am Dienstag zugemacht, doch das dürfte den Dauerläufer aus dem hohen Norden nicht davon abhalten, Freiburgs Talenten morgen die Hacken zu zeigen.

Die Löwen tun gut daran, gegen Freiburg II mit der gleichen Einstellung und Intensität zu Werke zu gehen wie beim Sieg gegen Schalke. Die nächsten Häme-GIFS dürften ansonsten nicht lange auf sich warten lassen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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