"Ich will nur Tore schießen"

Olic: Darum verzichte ich für 1860 auf Geld

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Ivica Olic hatte am Mittwoch sichtlich Spaß in seinem ersten Training.

München - Es war der Paukenschlag am Mittwoch an der Grünwalder Straße. Ex-Bayern-Star Ivica Olic unterschrieb für ein Jahr bei TSV 1860 München. Dafür verzichtet der Kroate auf viel Geld aus England. 

Ivica Olic ist nach vier Jahren wieder zurück in München. Der ehemalige Star des FC Bayern geht ab sofort aber für den Lokalrivalen TSV 1860 auf Tore-Jagd. Am Mittwoch war der 36-Jährige beim Medizincheck, unterschrieb einen Ein-Jahres-Vertrag und trainierte am Nachmittag gleich mit der Mannschaft. In einem Interview mit der Bild erklärt der Kroate, warum er sich für die Löwen und gegen die Angebote aus England entschieden hat. 

Olic: "Für mich ist Geld zweitrangig"

Mit seinen 36 Jahren hat Olic schon viel erlebt, war mit ZSKA Moskau 2005 UEFA-Cup-Sieger, wurde 2010 mit den Bayern Meister und Pokalsieger und stand sogar im Champions-League-Finale. Nun soll er für die Münchner Löwen in der zweiten Liga die Kohlen aus dem Feuer holen. Auf die Frage, warum er sich gerade für den TSV 1860 und nicht für die höher dotierten Verträge von Aston Villa und Newcastle United entschied, erklärt er relativ einfach: "Es geht mir nicht ums Geld, ich lebe für den Fußball und will nur eins: Tore schießen!". Geld sei inzwischen zweitrangig, er habe "viele sehr gute Verträge gehabt". Zwar kennt er die negative Vergangenheit der Löwen, die Verantwortlichen hätten aber einen Plan und ihn damit überzeugt. "Das Wichtigste ist jetzt, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und: Stabilität." Das brauche der Verein, es benötige aber Zeit. 

Die Frage nach seiner Fitness kann Olic nur lachend beantworten. Er seit "topfit". Selbst im Urlaub habe er mit seinem langjährigem Privatcoach trainiert, er sei "mindestens bei 80 Prozent". Der 36-Jährige will sich nun schnellstmöglich in die Mannschaft integrieren und im Training Gas geben. "Ich habe riesigen Bock darauf". Dass er nun mit dem 31-Jährigen Sascha Mölders die älteste Offensive der Liga bildet, interessiert Olic gar nicht. "Na und? Wir bringen aber mehr als nur Erfahrung mit". 

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1860-Sportchef Thomas Eichin hat vieles geschafft! Hier sehen Sie die Zugänge. © MIS
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Victor Andrade kommt auf Leihbasis für ein Jahr von Benfica Lissabon zu den Löwen. Er gilt als hochtalentiert. Das weiß auch 1860-Chefcoach Kosta Runjaic und hat vor, das große Potential des 20-jährigen Brasilianers bei den Löwen weiterzuentwickeln: „Victor bringt alle Voraussetzungen mit. Er ist ein schneller, technisch versierter Spieler.“ © MIS
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Karim Matmour: Der 31-Jährige könne "auf mehreren Positionen zum Einsatz kommen", sagte Kosta Runjaic über seinen ehemaligen Spieler. Denn: Für den neuen Löwen-Coach ist Offensivspieler Matmour, der vom Huddersfield Town kommt, kein Unbekannter, trainierte er den Algerier doch bereits zwei Jahre beim 1. FC Kaiserslautern. "Karim war in beiden Jahren unter den Top drei der Flügelspieler in der Liga", sagt Runjaic: "Er bringt sehr viel Erfahrung mit, ist ein feiner Kerl und sicher nicht am Ende seiner Karriere. Er ist ein Spieler, der für den Unterschied sorgen kann." © sampics / Stefan Matzke
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Jan Zimmermann: Die (wahrscheinliche) neue Nummer 1 im Löwen-Tor kommt aus Heidenheim und ist 31 Jahre alt. „Zimbo verkörpert nicht nur Erfahrung, sondern auch starke Führungsqualitäten", sagte 1860-Trainer Kosta Runjaic. "Er ist ein guter Typ, der in schwierigen Phasen im Laufe seiner Karriere nie aufgegeben hat. Mit eben dieser Mentalität wird er den Kampf um die Nummer Eins annehmen.“ Bei Zimmermann wurde 2014 Krebs diagnostiziert, den er aber besiegte. Zimmermann stieg mit Darmstadt 98 und dem damaligen Trainer Runjaic in der Saison 2010/11 von der 4. in die 3. Liga und zwei Jahre später von 3. in die 2. Liga auf. Danach wechselte er nach Heidenheim, wo er in zwei Jahren 26 Mal im Tor stand.  © sampics
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Filip Stojkovic: Die Löwen sind derart vom 23-jährigen Serben überzeugt, dass sie ihn gleich mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ausstatteten. „Das ist der Wunschspieler, den ich unbedingt wollte“, sagte Kosta Runjaic. „Ich hatte schon vor, Stojkovic zu holen, als ich noch Trainer beim 1. FC Kaiserslautern war. Aber damals war ein Transfer aus finanziellen Gründen nicht machbar.“ Den TSV 1860 soll der neue Mann 600000 Euro Ablöse gekostet haben. Runjaic: „Stojkovic war drei Jahre lang Kapitän bei Cukaricki. Das heißt auch was. Und er kann rechter sowie linker Verteidiger spielen.“ © sampics
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Marnon Busch: Der Verteidiger wurde für ein Jahr von Werder Bremen ausgeliehen. „Er bringt alles mit, was einen modernen Rechtsverteidiger ausmacht. Wir sind uns sicher, dass Marnon sich bei uns weiterentwickeln und die Mannschaft qualitativ verstärken wird", schwärmte Oliver Kreuzer vom 21-Jährigen. Der Sportchef ist zwar bei den Löwen schon wieder Geschichte, doch sollte Busch sein Talent auf den Platz bringen, werden auch Coach Kosta Runjaic und der neue Sportchef Thomas Eichin für ihn Verwendung haben. © sampics
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Florian Neuhaus: Der 19-jährige Nachwuchsmann hat einen Profi-Vertrag erhalten. In der vergangenen Spielzeit lief der offensive Mittelfeldspieler 33 Mal für die A-Junioren auf und erzielte dabei sechs Tore (fünf Assists). Im Halbfinale um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft schoss er aus über 50 Metern den Siegtreffer zum 2:1 gegen den BVB, der sowohl zum Bayern-Treffer des Monats Mai als auch zum „Tor des Monats“ in der Sportschau gewählt wurde. Seit Saisonbeginn trainiert er fest mit dem 1860-Zweitligateam. © sampics / Stefan Matzke
Christoph Daferner: Zusammen mit Neuhaus bekam auch der 18-jährige Daferner einen Profi-Vertrag. Der 18-Jährige kam in der vergangenen Saison 24 Mal in der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest zum Einsatz. Mit zehn Treffern und sechs Assists hatte er maßgeblichen Anteil am Einzug ins Halbfinale. Gegen den BVB kam er zwei Mal zum Einsatz, erzielte im Hinspiel das 1:1 gegen den späteren Deutschen Meister. Aktuell trainiert und spielt der U18-Nationalspieler bei der U21. © sampics
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Nicholas Helmbrecht: Schon im Juni wurde Nicholas Helmbrecht mit einem Profi-Vertrag ausgestattet. "Er hat eine gute Entwicklung genommen", bilanziert U21-Coach Daniel Bierofka. "Er ist schnell, robust und dribbelstark." © sampics / Stefan Matzke
1860-Neuzugänge
Moritz Heinrich: Der 19-jährige Außenbahnspieler erhielt ebenfalls im Juni einen Profi-Vertrag. Heinrich sei ein gradliniger Spieler mit einer hohen Abschlussqualität lobte ihn sein bisheriger Coach Josef Steinberger. Er sei ein "Teamplayer, der andere mitreißt und eine hohe Bereitschaft hat, gegen den Ball zu arbeiten." © sampics / Stefan Matzke
1860-Neuzugänge
Sascha Mölders: Auch der Stürmer ist formal ein Neuzugang, denn bisher war er nur vom FC Augsburg ausgeliehen. Jetzt haben die Löwen den Kämpfer fest verpflichtet. © sampics
2. Fussball Bundesliga TSV 1860 München
Ivica Olic: Es hat tatsächlich geklappt, den Routinier zu den Löwen zu locken! Für ein Jahr soll der Kroate nun für die Sechziger rackern und knipsen. „Im Grunde genommen muss man zu ihm gar nichts sagen. Seine Vita und seine Stationen sprechen für sich“, rühmte Sportchef Thomas Eichin den Angreifer. Tatsächlich hat der Kroate ziemlich eindrucksvolle Referenzen vorzuweisen: Mit ZSKA Moskau gewann Olic 2005 das Triple (Meisterschaft, Pokal, UEFA-Cup), in 229 Bundesligaspielen (Hamburger SV, FC Bayern, VfL Wolfsburg) brachte es der dynamische Dauerläufer auf 72 Tore und 32 Assists. © sampics / Stefan Matzke
2. Fussball Bundesliga TSV 1860 München
Fanol Perdedaj: Er kam gemeinsam mit Olic und bekam auch viel Lob: „Fanol ist ein Spieler, den ich schon seit sehr langer Zeit beobachte. Mit seiner Einstellung passt er perfekt zu 1860. Dazu kommt, dass er vielseitig einsetzbar ist.“ Eine Tugend, die auch 1860-Trainer Kosta Runjaic schätzt: „Er ist ein laufstarker und aggressiver Allrounder im Mittelfeld. Er kann aber auch auf der Außenverteidiger-Position zum Einsatz kommen. Dabei hat er immer den richtigen Blick, um seine Mitspieler perfekt in Szene zu setzen.“ © sampics / Stefan Matzke
Ribamar: Einen Tag nach Ivica Olic und Fanol Perdedaj unterschrieb auch der brasilianische Stürmer Ribamar bei den Löwen. Zwei Wochen lang wartete der 19-Jährige in München auf diesen Moment, ehe der Wechsel von Botafogo abgeschlossen werden konnte. Mit 2,5 Millionen Euro Ablöse ist er der teuerste Löwe aller Zeiten.. © Ribamar auf Facebook
Stefan Aigner: Der Ex-Löwe ist dahoam! Aigner wird künftig wieder im Löwen-Dress jubeln. Im Interview mit der tz äußerte sich der alte neue Löwe optimistisch: "Mein großer Traum ist klar: mit Sechzig aufsteigen."
Stefan Aigner: Der Ex-Löwe ist dahoam! Aigner wird künftig wieder im Löwen-Dress jubeln. Im Interview mit der tz äußerte sich der alte neue Löwe optimistisch: "Mein großer Traum ist klar: mit Sechzig aufsteigen." © sampics / Stefan Matzke

Seine Familie ist momentan noch getrennt, seine Frau Natalie ist mit Olic in München, die drei Kinder jedoch in Berlin. "Aber wir werden ganz in Ruhe sehen, wie wir es machen", so der Kroate. Die Frage nach seinem baldigen Karriereende will der neue Löwen-Stürmer aber noch nicht beantworten. Eigentlich wollte er schon letztes Jahr aufhören, doch aufgrund weniger Einsätze beim HSV konnte Olic ein wenig Kraft sparen, was jetzt "1860 zugute kommt". Sein Vertrag läuft vorerst ein Jahr, und dann? "Wer weiß, vielleicht hänge ich noch ein Jahr dran". 

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tor

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