1860 will am Betzenberg punkten

Köllner vor FCK-Spiel: „Uns erwartet ein ganz dickes Brett“

Sascha Mölders ballt die Fäuste und bejubelt eines seiner drei Tore gegen Waldhof Mannheim.
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Bereit für den nächsten Hattrick? Löwen-Kapitän und Toptorjäger Sascha Mölders.

Köllners Plan für die Zeit des Weihnachts-Lockdowns: Siege gegen Kaiserslautern und Wehen, danach ein Bier aus dem von Fans überreichten Glas - und ein Haarschnitt: „Sonst muss ich vier, fünf Wochen mit Mähne rumlaufen.“ Stephan Salger fehlt heute beim schweren Spiel am Betzenberg.

  • 30 geschossene Tore, eine der besten Abwehrreihen der Liga: Von Krise redet keiner mehr.
  • Dennis Dressel und Daniel Wein kehren nach ihren Sperren zurück.
  • Extra-Lob für den aggressiven Defensivleader Erdmann.

In der Pandemie findet ja so ziemlich alles im Auto statt: Viren-Abstriche, Sido-Konzerte, zuletzt sogar Weihnachtsmärkte, Trauungen und Stripshows. Eine weitere Neuerung hat Michael Köllner am Sonntag erfunden: den Drive-in-Jubel. Ergeben habe der sich, weil sich „ein Grüppchen der harten Fans“ nicht getraut habe, ihn am Parkplatz des Vereinsgeländes anzusprechen – woraufhin sich doch noch ein Weg fand, coronakonform zu kommunizieren: durchs geöffnete Autofenster. Gelohnt hat sich das gleich doppelt für den 1860-Coach. Zum einen, weil er spontan zwei Biergläser überreicht bekam („schöne Geste“). Zum anderen, weil er nach dem 5:0 gegen Mannheim jede Menge Lob und Zuspruch erhielt. Tenor der Fans laut Köllner: „Klasse, wie wir momentan unterwegs sind!“

Von Krise redet keiner mehr seit der Gala am Samstag, mit der 1860 den ersten Lauerplatz hinter der Spitzengruppe zurückeroberte. 30 geschossene Tore und eine der besten Abwehrreihen der Liga lassen auch am Dienstag auf dem Betzenberg einiges erwarten, wobei Köllner nun wieder in seiner Lieblingsrolle gefragt ist. Nicht mehr als Alles-halb-so-wild-Prediger wie während der Punkte-Durststrecke zwischen Dresden und Köln (nur drei von 15 geholt). Sondern als Realist, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht. „Wir dürfen uns von dem 5:0 gegen Mannheim nicht blenden lassen“, sagt er: „Wir haben sie im richtigen Moment erwischt, ohne dass das unsere eigene Leistung schmälern soll.“ Und was den Gegner heute angeht: „Wenn man sich die Statistik von Kaiserslautern anschaut, wird man erkennen: Die haben schon neunmal unentschieden gespielt und kaum verloren. Vom Kader her ist das eine Topmannschaft.“ Ergo: „Uns erwartet am Dienstagabend ein ganz dickes Brett.“

Wir dürfen uns von dem 5:0 gegen Mannheim nicht blenden lassen.

1860-Trainer Michael Köllner.

Gut für die Löwen, dass der personelle Werkzeugkasten weitgehend komplett ist. Ungewohntes Gefühl für Köllner: Er hat erstmals seit Wochen wieder ein Überangebot im Mittelfeld. Sicher: „Dennis Dressel und Daniel Wein werden nach ihren Sperren in den Kader zurückkehren. Ob es für die Startelf reicht, wird man sehen.“ Stephan Salger dagegen habe zu früh „mit der Grünen Karte gewunken“ – seine seit Köln verletzte Wade ist durch den 54-Minuten-Einsatz gegen Waldhof nicht besser geworden. Der Innenverteidiger blieb in München, weil ein „Touristenausflug“ in die Pfalz keinen Sinn mache. Aber kein Problem für Köllner, der Dennis Erdmann am Samstag in seiner alten Rolle wiederentdeckt hat: „Die Aggressivität, mit der von hinten raus die Richtung vorgibt, macht ihn zu einem extrem wichtigen Spieler.“

Stets unter Strom: Dennis Erdmann, für Köllner wegen seiner Aggressivität ein „extrem wichtiger Spieler“.

Köllner selbst wirkt fest entschlossen, das schwierige Corona-Jahr erfolgreich ausklingen zu lassen. „Wir wissen, dass wir mit zwei guten Spielen auf ein tolles 2020 blicken können“, sagt er und freut sich schon auf Freitag. Nach dem Heimspiel gegen Wehen ist bei 1860 Pause bis zum 27. Dezember. Zeit für ein Bier aus dem neuen Glas – und für eine weitere innovative Idee: den Drive-in-Frisör. Köllner: „Der Lockdown kommt für mich zu einem blöden Zeitpunkt. Entweder ich muss jetzt vier, fünf Wochen mit Mähne rumlaufen – oder ich finde jemanden aus dem näheren Bekanntenkreis, der mir zu Hause die Haare schneiden darf.“

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