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Pereira nach Abstieg: „Das Projekt ist gescheitert“

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Der TSV 1860 München ist nach 24 Jahren wieder drittklassig. Während bei den Löwen der Stachel tief sitzt, bejubelt Jahn Regensburg den Durchmarsch aus der Regionalliga in die 2. Liga.

München - Die Chaos-Saison des TSV 1860 München endete mit einem Skandal: Zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert stürzten die Löwen in die 3. Liga, wütende Fans warfen Stangen, Sitzschalen und andere Gegenstände auf das Spielfeld und sorgten für eine 14-minütige Unterbrechung.

Nach einem 1:1 im Hinspiel am Freitag verloren die Sechziger das Rückspiel der Relegation gegen Jahn Regensburg mit 0:2 (0:2). Der über die beiden Partien in nahezu allen Belangen klar bessere Jahn feiert vier Jahre nach dem Abstieg ein Comeback in der 2. Liga.

Wir haben die Stimmen zum Spiel zusammengefasst:

Vitor Pereira (Trainer TSV 1860 München): „Die Verantwortung liegt bei mir. Leider hat es nicht gereicht, die Ziele zu erreichen. Bei mir bleibt ein großer Schmerz, dass das Projekt gescheitert ist. Es ist ein trauriger Moment. Glückwunsch an den Gegner, sie waren die bessere Mannschaft und haben den Aufstieg verdient. Wir haben den Klassenerhalt nicht heute vergeben. Wir sind nicht in den beiden Relegationsspielen abgesteigen, sondern in den Spielen zuvor.“

Kai Bülow (TSV 1860 München): „Ich bin unendlich traurig, dass wir vor dieser Kulisse so ein schlechtes Spiel abliefern. Das tut mir leid für jeden, der es mit den Löwen hält.“

Michael Liendl (TSV 1860 München): „Wir haben über die zwei Spiele gesehen einfach nicht unser Niveau erreicht. Wir gehen immer in Rückstand, machen immer individuelle Fehler, sind nicht nah genug am Mann. Dann ist es natürlich schwer, solche Spiele zu gewinnen.“

... über die verkorkste Saison des TSV 1860: „Es wurde immer viel davon gesprochen, dass wir viel Qualität haben, aber nur vom Reden holen wir auch keine Punkte.“

Levent Aycicek (TSV 1860 München): „Wir waren in beiden Spielen gegen Regensburg unterlegen, das kann eigentlich nicht sein. Dennoch Glückwunsch an sie. Wir sind aber nicht heute abgestiegen. Wir sind abgestiegen, weil wir viele Punkte liegen gelassen haben, die wir hätten holen können. Es hat sich die ganze Saison durchgezogen, dass wir keine guten Leistungen gebracht haben und dann braucht man sich jetzt nicht wundern.“

Philipp Pentke (SSV Jahn Regensburg): „Was da in der Schlussphase abging, war schon ein bisschen crazy. Man kann den Frust ein bisschen verstehen, aber dass es so ausartet.“

... über die Relegation gegen 1860: „Wir haben in beiden Spielen überzeugt und gezeigt: Wir sind eine Mannschaft und Sechzig nicht.“

... über die Feierlichkeiten: „Ich habe gesehen, es gibt einen kleinen Fauxpas. Wir haben nur alkoholfreies Bier. Ich glaube, wir müssen jetzt erstmal die nächste Tankstelle plündern.“

Heiko Herrlich (Trainer SSV Jahn Regensburg): „Das ist ein schönes Gefühl. Es war eine harte Saison. Aber wenn ich das Ergebnis sehe, diese Freude, dieses Glück, die Menschen in Regensburg - dann erfüllt mich das mit noch größerer Freude.“

... auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Es war ein sehr emotionaler Moment, hier in der Allianz Arena aufzusteigen. Es erfüllt mich mit Dank und Demut, Teil von Jahn Regensburg sein zu dürfen. Wir haben heute gut Fußball gespielt. Ich bin nicht nur Trainer, sondern auch Fußballfan. Es tut mir im Herzen weh, was hier mit 60 passiert. Das ist eigentlich ein Verein, der in die Bundesliga gehört, aber mit diesen Rahmenbedingungen ist es schwer zu arbeiten.“

Das Relegations-Rückspiel zwischen dem TSV 1860 München und Jahn Regensburg im Ticker zum Nachlesen.

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sk/SID/dpa

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