Fokus auf Kaiserslautern

“Alle auf dem Zahnfleisch”: TSV 1860 sehnt sich die Winterpause her

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Die enttäuschten Spieler des TSV 1860 München nach dem Spielende gegen Jena.

Auf und abseits des Rasens läuft es für den TSV 1860 derzeit unrund. Neben der sportlichen Entwicklung musste auf eine Weihnachtsfeier verzichtet werden. Doch einmal geht es in diesem Jahr noch heiß her.

München - Werden die Löwen zum Turn und Sparverein 1860? Die Aussagen von Geschäftsführer Michael Scharold ließen tief blicken. Sollte Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik für die Saison 2019/20 keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stellen, werde an „signifikanten Einsparungen“ kein Weg vorbeiführen, erklärte Scharold in einer Presserunde. Ein Abbau des überfüllten Kaders um bis zu acht Spieler sei ohnehin geplant, hinzu kämen tiefe Schnitte beim Nachwuchsleistungszentrum, das in der gegenwärtigen Form für einen Drittligisten zu teuer und unrentabel sei.

Wie sich das mit den sportlichen Ambitionen des TSV 1860 verträgt? Laut Scharold seien kostenbewusstes Arbeiten und sportlicher Erfolg kein Widerspruch. „Man kann mit deutlich weniger Geld mehr erreichen“, sagt der Finanzboss mit Blick auf Klubs wie die SpVgg Unterhaching oder den Halleschen FC. Dass es auch andersrum geht, zeigten die Zweitliga-Absteiger aus Kaiserslautern und Braunschweig, die ihr Saisonziel vom Wiederaufstieg trotz Finanz-Fallschirm bereits abgehakt haben.

TSV 1860: Deutliche Lücke zwischen Vorstellung und Realität

Auch die Löwen sind vom Ziel ihres Trainers ein gutes Stück entfernt. „Ich will nicht irgendwo zwischen Platz zehn und zwölf rumkrebsen. Dafür haben wir uns nicht ein Jahr lang den Hintern aufgerissen. Ich will eine Mannschaft haben, mit der ich absolut konkurrenzfähig bin, mit der ich eine gute Rolle in der Dritten Liga spielen kann“, hatte Daniel Bierofka Ende Mai nach dem Aufstieg aus der Regionalliga gesagt. Die Realität: Mit fünf Siegen, acht Unentschieden und sechs Niederlagen liegen die Löwen auf Tabellenplatz zwölf, 14 Punkte hinter Relegationsplatz drei und nur drei Zähler vor dem direkten Abstiegsplatz 17, den aktuell Fortuna Köln einnimmt.

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Mit welchem Gefühl die Löwen und ihre Fans in die zweiwöchige Winterpause gehen werden, darüber entscheidet das Samstagsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. „Wir sind nach diesem intensiven Jahr alle auf dem Zahnfleisch“, sagt Geschäftsführer Scharold. „Aber gegen Lautern wird sich jeder noch mal voll reinknien.“ Sportchef Günther Gorenzel weiß um die Bedeutung der Partie – auch für die Randthemen, die bei 1860 traditionell den Sport überlagern. „Ich hatte in den letzten Tagen den Eindruck, dass der Fußball nicht die Hauptsache ist bei uns“, sagte Gorenzel am Mittwoch nach dem Training. Sein Plädoyer: „Der Fokus muss jetzt auf dem Rasen liegen. Dem Lautern-Spiel gilt unsere ganze Konzentration. Alles andere ist Zukunftsmusik.“

Möglichst noch vor dem Rückrundenstart am 25. Januar bei den Sportfreunden Lotte will Gorenzel Klarheit über das künftige Budget. „Auf dieser Basis werden dann die Ziele formuliert“, sagt der Sportchef. Alles andere will er nicht (mehr) kommentieren. Noch steht die Beförderung zum Geschäftsführer Sport aus, der Beiratsbeschluss lässt auf sich warten. Gorenzels Schlusswort mit einem Schmunzeln: „Schau ma moi. Vielleicht liegt ja was untern Christbaum.“ 

Ludwig Krammer

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