TSV 1860: Derbysieg und neue Argumente im Talente-Wettstreit

Köllners Talente-Schau: Lob für Debütant Niklas Lang (18)

1860-Talent Niklas Lang zieht sich ein gelbes Leiberl an.
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Bereit für das Stammspieler-Leiberl: Niklas Lang, im Bild aus dem Sommertrainingslager neben Kapitän Mölders, Sechser Moll und Neuzugag Tallig.

Wer hat die besseren Talente? An dieser Frage hatte sich vor dieser Drittligasaison ein lokaler Zwist entzündet. Am Freitag im Derby hat 1860 nicht nur den nächsten Dreier gegen Unterhaching eingefahren (3:1), sondern auch weitere Eigengewächse präsentiert...

Die Löwen Zweiter hinter Duisburg, aber vor Unterhaching. Im prestigeträchtigen Talente-Wettstreit hatte die DFB-Fördergeld-Tabelle vor der Saison ein amüsantes Sommertheater ausgelöst. Zur Erinnerung: 1860-Coach Michael Köllner rieb dem „angeblichen Jugendverein Unterhaching“ die schlechtere Tabellenplatzierung unter die Nase. SpVgg-Boss Manni Schwabl grantelte zurück, dass Köllner wohl in Mathe nicht gut aufgepasst habe. Das (vorläufige) Ende vom Lied: Roman Beer, Fußball-Abteilungsleiter bei 1860, goss vor dem Oktober-Derby noch ein bisschen Öl ins Feuer, weil über die Jahre 105 Junglöwen das weißblaue Karriere-Sprungbrett bereits genutzt hätten (Haching: 24). Schwabl dagegen freut sich über eine siebenstellige Summe aus dem Mantl-Transfer nach Salzburg und schwärmt jetzt schon von „enormen Toptalenten“, die die Zukunft seines Clubs auch im Abstiegsfall sichern könnten.

So viel zur Vorgeschichte. Und ins Bild fügte sich dann ganz gut, dass Köllner dem Lokalrivalen am Freitag die nächste kleine Talente-Schau bieten konnte. Nicht allein, dass er Niklas Lang, 18, zum Profi-Debüt verhalf, als Daniel Wein vor dem Spiel mit einer Adduktoren-Geschichte abwinkte (Diagnose am Montag nach der MRT). Nein, er nutzte auch den am Ende günstigen Spielverlauf (3:1 durch Stefan Lex/80.), um Haching in der Schlussphase drei weitere Löwen-Juwelen zu präsentieren: Erst den bereits profilierten Flügelflitzer Fabian Greilinger (86.), vor der Nachspielzeit dann noch den 17-jährigen Maxim Gresler (zweiter Minuten-Einsatz) – und Marco Mannhardt, 18, der wie Niklas Lang erstmals auf dem Platz Drittligaluft schnuppern durfte.

Und noch ein Novize: Mittelfeldtalent Marco Mannhardt, 18, wurde von Köllner für die Nachspielzeit eingewechselt.

Quasi en passant legte Köllner damit den Grundstein für weitere Gelder aus dem DFB-Nachwuchsfördertopf. Durch Langs Startelf-Debüt und Mannhardts Einwechlung erhöhte sich die Zahl der Eigengewächse, die in dieser Saison von Köllnerscher Starthilfe profitieren, auf fünf. Vor Lang und Mannhardt hatten in der Hinrunde drei weitere Spieler ihre Drittliga-Premieren gefeiert: Lorenz Knöferl, 18, Gresler – und Johann „Hansi“ Djayo (20, sieben Einsätze). Der ehemalige DFB-Trainer Köllner, schon beim 1. FC Nürnberg als Talent-Spürnase aufgefallen, hatte im Trainingslager vor der Saison angekündigt: „Wenn es leistungstechnisch geht, bleiben die Jungen oben dabei. Sie gehen ja nicht her und sagen, dass sie 15 Spiele spielen wollen. Wir werden alles dafür tun, dass das Training gut funktioniert – und sich die Spieler weiterentwickeln.“

Versprechen eingelöst. Einen weiteren Beweis, wie gut das Modell funktioniert, lieferte Niklas Lang, der als Wein-Vertreter einen tadellosen Drittliga-Einstand feierte. „Niki Lang hat in der Dreierkette ein richtig gutes Startelf-Debüt gegeben“, lobte Köllner den jungen Starnberger: „Es war für ihn sicherlich nicht einfach, aber unsere älteren Spieler um Dennis Erdmann, Sascha Mölders und Stefan Lex haben den Karren gezogen. Es ist wichtig, dass diese älteren Spieler vorangehen und die jungen Spieler mitnehmen.“ Ist gelungen. Lang darf wiederkommen – und könnte in der Startelf bleiben, falls sich Weins Verletzung als ernster herausstellt.

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