Nach dem Pokalfight

Aigner über Youngster Uduokhai: „A guada Bua“

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Verteidiger Felix Uduokhai (rechts) im Pokalspiel gegen Würzburg.

München - Der erst 19-jährige Felix Uduokhai beweist im Würzburger Pokalkampf, dass 1860 sich auf ihn bauen kann. Auch der Kapitän lobt den Jungspund.

Stefan Aigner, der verletzte Löwen-Kapitän, hat die Qualitäten des Felix Uduokhai auf einen kurzen bayerischen Nenner gebracht: „A guada Bua.“ Ein guter Junge also. Verlässlich, eifrig, kampfstark. Aigner: „Der ist klar im Kopf, dreht nicht gleich durch.“ Für einen 19-Jährigen ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Doch der Teenager bewies beim glücklich überstandenen Pokalkampf in Würzburg (4:3-Sieg im Elfmeterschießen), dass er durchaus schon in der Lage ist, sich im Münchner Abwehrzentrum tadellos zu behaupten. „Er hat eine gute Leistung gezeigt in einem Spiel, das unter hohem Druck stand“, erklärte Sportchef Thomas Eichin.

Am Tag darauf hat die Presseabteilung des TSV 1860 die Medien erst einmal ferngehalten von Uduokhai. Eine übliche Praxis bei Jung-Profis, die nicht gleich bei ihrem ersten achtbaren Einsatz behandelt werden sollen wie kommende Stars. Andererseits war es unbestreitbar, dass der 1,88m große Defensivspezialist seine Feuertaufe mit Bravour bestanden hatte. „Das war beachtlich. Felix hat mutig die Zweikämpfe angenommen, taktisch clever gespielt“, belobigte Trainer Kosta Runjaic.

Eichin weist auf Uduokhai hin

In der jüngeren Vergangenheit hatte Eichin ja bevorzugt auf Uduokhai hingewiesen, um seine Personalpolitik zu illustrieren. Sein Credo: „Wir möchten jungen Spieler aus unserem Nachwuchs eine Chance geben.“ Aus diesem Grund war auch keine zusätzliche Kraft fürs Abwehrzentrum verpflichtet worden: „Wir wollten Felix nicht blockieren.“ Allerdings bremste Uduokhai in seiner ersten Profisaison zunächst das Verletzungspech. In der 2. Liga kam er somit bislang nur für fünf Minuten zum Zug.

Das Pokalspiel bei den Würzburger Kickers war somit seine erste große Bewährungsprobe. Wobei der Jüngling gleich einen 120 Minuten langen Kraftakt abliefern musste. „Das war ganz klar ein Abnutzungskampf“, sagte Runjaic. Und in diesem von pokaltypischer Härte geprägten Kräftemessen hielt Uduokhai mannhaft dagegen. Dabei hatte er sich schon nach neun Minuten eine Gelbe Karte eingehandelt.

Uduokhai auch beim Elfmeterschießen treffsicher

„Für einen Innenverteidiger ist das kein Vorteil“, merkte Runjaic an. Doch es spricht für den zuletzt auch in die U-20-Nationalmanschaft berufenen Uduokhai, dass er sich dadurch nicht groß beeindrucken ließ. „Er ist keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen und hat das souverän runtergespielt“, meinte Aigner. Sogar beim Elfmeterschießen versuchte er sich unerschrocken und traf – etwas glücklich – als zweiter Münchner Schütze.

Die fast schon routiniert wirkende Manier, mit der der juvenile Verteidiger zu Werke ging, beeindruckte auch Runjaic: „Felix hatte auf dem Platz eine sehr ruhige Ausstrahlung, auch wenn wir wissen, dass er innerlich nicht immer ganz ruhig war“, sagte der Coach. Allerdings wäre Runjaic nicht Runjaic, hätte er nicht hinzugefügt: „Er muss noch viel lernen und investieren, um Konstanz reinzubringen.“ Kapitän Aigner wagte dagegen schon eine weitergehende Prognose: „Ich bin mir sicher, dass Felix das Potenzial für die Erste Bundesliga hat.“

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