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OB Reiter genervt: „Uns den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist einigermaßen dreist..“

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Von: Uli Kellner

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1860-Präsident Robert Reisinger, OB Dieter Reiter.
Was wird aus dem Grünwalder Stadion? Robert Reisinger, Dieter Reiter (r.). © Renate Feil / M.i.S.

2019 beschloss der Stadtrat den zweitligatauglichen Ausbau des „60er-Stadions“. Seither ist wenig passiert - wegen Uneinigkeit, die Mietanpassung betreffend.

Vor zwei Jahren schien sie endlich beantwortet zu sein, die ewige Stadionfrage des TSV 1860. Münchens Stadtrat sprach sich dafür aus, die marode Spielstätte an der Grünwalder Straße zweitligatauglich auszubauen. In einem Grundsatzbeschluss war alles geregelt: Obergrenze 18 100 Besucher (3100 mehr als bisher), Komplettüberdachung, VIP-Logen, neues Flutlicht. Passiert ist seitdem wenig Sichtbares. Corona kam, die Kosten der Stadt stiegen in gleichem Maße wie die Preise. Das jedoch war gar nicht der Grund für die Verzögerung, wie sich in diesen Tagen herausstellt.

Wenn wir ein Investment fürs Stadion haben, das bestenfalls 40, schlechtestenfalls 70 Millionen Euro kostet, wird sich die Miete zum jetzigen Zustand verändern.

OB Dieter Reiter bei münchen tv.

Knackpunkt ist vielmehr die Miete, die sich für 1860 drastisch erhöhen würde. „Wir müssen wissen, was an Kosten auf uns zukommt, bevor wir irgendetwas unterschreiben können“, sagte Präsident Robert Reisinger kürzlich im Interview. Eine Antwort erhielt er nun öffentlich – von keinem Geringeren als OB Dieter Reiter, der gegenüber münchen tv äußerte: „Wenn wir ein Investment fürs Stadion haben, das bestenfalls 40, schlechtestenfalls 70 Millionen Euro kostet, wird sich die Miete zum jetzigen Zustand verändern.“ Rund eine halbe Million Euro zahlt 1860 momentan jährlich – viel Geld, wenn man bedenkt, dass der aktuelle Drittliga-Etat fünf Millionen Euro beträgt. Aber, so Reiter bissig: „Ich weiß nicht, was die Sechzger glauben, aber wir haben immer noch Vorschriften in der Gemeindeordnung, dass wir Miete dafür verlangen müssen.“

Drei Vereine, ein Stadion - und nur 1860 braucht mehr als 15.000 Zuschauer

Ein weiteres Problem: Die Löwen wollen den Umbau mehr als Türkgücü und Bayern II, die ebenfalls Spiele in Giesing austragen, aber nicht mal 15 000 Plätze benötigen. „Wir bauen das Stadion grundsätzlich für drei Clubs um, aber die Zuschauerzahl-Erhöhung, die gibt es tatsächlich nur für einen Verein – und das ist der TSV 1860. Das ist auch gar nicht despektierlich gemeint. Diesen Umbau wollen nur die Sechzger.“

„Wir wünschen uns Klarheit von der Stadt“, hatte Reisinger im Interview gesagt. Auf Klarheit in Form von belastbaren Zahlen wartet die 1860-Gemeinde weiter, dafür gab es von Reiter eine klare Ansage: „Uns den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist einigermaßen dreist. Das muss man ganz deutlich sagen.“

Fortsetzung folgt – so sicher wie die 1860-Sprechchöre auf Giesings Höhen.

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