TSV 1860: Junglöwen mit Anlaufschwierigkeiten

Stahlbad Totopokal - Köllner: Gute Schule für die Birne“

Im Totopokal-Spiel beim SV Birkenfeld hebt Fabian Greilinger ab.
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Schwerer Stand in der Fußball-Provinz: Fabian Greilinger, wie alle Junglöwen ohne die ganz großen Szenen im Spiel beim SV Birkenfeld.

Ein famoser Bayern-Fan im Tor reichte, um die Junglöwen in Birkenfeld in Verlegenheit zu bringen. Köllner nimmt sein U22-Rudel in Schutz: „Sie müssen reifen.“

Birkenfeld – Der Held des Abends lehnte an der Ecke der Sportheim-Terrasse, eine Flasche Bier in der Hand, um ihn herum Vertreter der lokalen Presse. Wie er sich seinen fulminanten Auftritt erkläre, das gute Dutzend erstklassiger Paraden, mit denen er den fünf Ligen höher spielenden Totopokal-Gegner lange zur Verzweiflung brachte? „Ich glaub, ich hab schon ein paar ganz gute Spiele gemacht“, sagte Florian Konrad (27) selbstbewusst: „Aber klar: Gegen so einen Gegner ist es gefühlt das schönste Spiel des Lebens.“ Grinste – und widmete sich den Fragen der Gäste-Reporter. Erstens: „Ich bin Bayern-Fan, muss ich zugeben.“ Und zweitens, tröstlich für den am Ende mit 3:0 siegreichen Drittligisten: „Das Tempo von 1860, auch wenn es nicht die erste Elf war – das war ja Wahnsinn! Eine Geschwindigkeit, die wir überhaupt nicht gewohnt sind.“

 Das Tempo von 1860, auch wenn es nicht die erste Elf war – das war ja Wahnsinn!

Birkenfelds Torwart Florian Konrad (27).

Den 944 Zuschauern im Birkenfelder Naturstadion erschloss sich dieser physische Vorteil auch – dennoch fiel es den achtklassigen Gastgebern erstaunlich leicht, ein gefeiertes Halbzeit-0:0 zu erkämpfen. Sicher, die ohne ihre Stammspieler angetretenen Löwen berannten von Beginn an das von Konrad gehütete Tor. Aber: Teilweise sah es doch recht ungelenk und umständlich aus, wie die Nachwuchsriege des Drittligisten zu Werke ging. Die Beobachter waren sich einig: So richtig herausgeragt ist keiner der 13 eingesetzten Jungprofis. Ist das wirklich die NLZ-Generation, aus der nächste Volland, Weigl oder Neuhaus entspringen soll?

Michael Köllner, Trainer der staubedingt verspätet angereisten Löwen, sah das etwas gelassener. Zunächst nahm er den Teamorganisator in Schutz, der die Abfahrt aus München auf 12 Uhr gelegt hatte. „Das muss völlig ausreichen“, sagte der 1860-Coach und scherzte: „Oder hätten wir vor dem Spiel in eine Weinlaube gehen oder einen Spaziergang am schönen Main machen sollen?“ Danach, immer noch entspannt, schwang er sich zum Anwalt seiner U 22-Auswahl auf. „Man darf nicht vergessen: Wir mussten mehr oder weniger aus dem Bus raus spielen. Das ist nicht so einfach für die Jungs mit einer sechsstündigen Anreise in den Beinen. Die Leute hier feiern dann frenetisch jeden Zweikampf – und wenn du da nicht gleich deine Tore machst, dann läufst du natürlich ein bisschen hinterher.“

Stau-Verspätung? Köllner verteidigt Anreise-Plan

Selbst beim 0:0-Halbzeitstand, so Köllner, sei er betont cool geblieben, auch bei seiner Ansprache ans Team. „Du darfst dann eins nicht machen: unruhig werden oder überpacen“, lehrte der 1860-Coach: „Ich habe gesagt: Spielt einfach unseren Fußball weiter – daran haben wir uns in der zweiten Halbzeit erinnert und dann ja auch unsere Tore gemacht.“ Erst traf „Hansi“ Djayo doppelt, später auch noch der eingewechselte Milos Cocic.

Köllners Fazit: „Passt doch, wir sind in der zweiten Runde – nächste Woche geht’s weiter.“ Und für seine ganz jungen Löwen, wie geht es da weiter? „Technisch müssen sie noch ein bisschen reifen, überlegener werden. Auch in Stresssituationen müssen sie klar in der Birne bleiben – das ist in der 3. Liga nichts anderes, wenn du gegen tief stehende Gegner spielst. Solche Stahlbäder sind daher eine gute Schule für die Jungs.“

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