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„Solche Spiele sind auch wichtig“: Löwen kassieren Abreibung gegen M‘Gladbach

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Von: Jacob Alschner

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Hinterhergelaufen: Für Alexander Freitag (hier gegen Torben Müsel) und 1860 gab es nichts zu holen.
Hinterhergelaufen: Für Alexander Freitag (hier gegen Torben Müsel) und 1860 gab es nichts zu holen. © dpa

Der TSV 1860 muss eine heftige Testspielniederlage gegen Borussia Mönchengladbach einstecken. Trotzdem sehen die Löwen auch das Gute am Test.

Rottach-Egern – Michael Köllner musste erst einmal mal tief durchschnaufen. Gerade hatte sein TSV 1860 gegen Borussia Mönchengladbach ein halbes Dutzend Tore schlucken müssen, 0:6 hieß es am Ende des Testspiels der Löwen in Rottach-Egern, wo die Borussia gerade ihr Trainingslager abhält. „Ja, das ist natürlich eine harte Niederlage“, räumte Köllner ein.

„Und wir wissen auch, dass wir in der einen oder anderen Situation unsere Sache besser machen können. Aber ich glaube, solche Spiele sind auch wichtig – auch, wenn es 0:6 ausgeht.“

TSV 1860: Erik Tallig überzeugt erneut

In der Tat war den Löwen trotz des Ergebnisses kein großer Vorwurf zu machen. Die Gladbacher zeigten eindrucksvoll, warum sie erstklassig an den Start gehen. Christopher Lannert (24) hatte gerade in der Anfangsphase das eine oder andere Problem. Die Gladbacher Offensivabteilung um Marcus Thuram hatte Lannert, zuletzt auch mit Trainingsrückstand, schnell als größten Schwachpunkt der TSV-Verteidigung ausgemacht. Das 0:1 für die „Fohlen“ erzielte Jonas Hofmann, der von Bundestrainer Hansi Flick jüngst quasi eine Mitreise-Garantie zur EM ausgesprochen bekommen hatte. Schon sein Name sagt viel über den Klassenunterschied des Tages aus. Das 0:2 (Borges Sanches, 33.) und das 0:3 (Lars Stindl, 40.) waren Abstaubertreffer, zum 0:4 traf Patrick Herrmann per Freistoß (47.). Auch letztere sind alles andere als Laufkundschaft.

Aber auch auf Löwen-Seite gab es den einen oder anderen, der gegen den Bundesligisten durchaus auf sich aufmerksam machte. Allen voran Erik Tallig (22) hatte, neben einer ansprechenden physischen Leistung, auch immer wieder starke Aktionen am Ball. Er unterstrich einmal mehr seinen Anspruch, in Zukunft auf Linksaußen gesetzt zu sein. Dass Kapitän Stefan Lex (32) zu Beginn nur auf der Bank saß, widerspricht dieser Idee zumindest nicht. Köllner wollte nur soviel verraten: „Erik kann schon auch ein wichtiger Spieler für uns werden.“

TSV 1860: Solide Leistung, trotz Klatsche?

Weiterer Lichtblick: Vorjahres-Torschützenkönig Marcel Bär (30), obwohl dieser bis zur 60. Minute nur auf der Bank saß. Das nutzte jedoch der aus Havelse gekommene Fynn Lakenmacher (22) nur teilweise. Viel mehr als physischen Einsatz hatte er nicht beizutragen im Löwen-Sturm, Die Folge: Sechzig hatte kaum eine Torchance. Nach der Einwechslung von Bär änderte sich das. Er, Bär, brachte viel Dynamik und Selbstbewusstsein unter die Löwen.

Und so lag der 52-Jährige Köllner genau richtig mit seiner Einschätzung. Natürlich mag sich das Ergebnis mehr als deutlich anhören. Keine Mannschaft verliert gerne so hoch – selbst dann nicht, wenn der Gegner zwei Klassen höher spielt. Und „Ambitionen hat auf das internationale Geschäft“ hat (Köllner). Daran gemessen jedoch hielt Sechzig gut mit. Eine solide Leistung, über die auch die Treffer zum 0:5 (Wolf, 66.) und 0:6 (Herrmann, 70.) nicht hinwegtäuschen.

Ein Vorgeschmack war es aber schon auch. Auf den Pokalhit am 29. Juli. Dann bekommt es der TSV 1860 mit der nächsten Borussia zu tun – mit dem Vizemeister aus Dortmund. (Jacob Alschner)

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