Die alte, neue Nummer 1

Löwen-Keeper Hiller kämpft um seinen Platz: „Raus aus dem Tor? Auf keinen Fall!“

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Trainer Bierofka hatte Hiller (im Bild) zuletzt einen „Super-Job“ bescheinigt.

Der Aufstiegs-Torwart des TSV 1860 musste die Anfangsphase der laufenden Saison von draußen zusehen. Nun ist Marco Hiller wieder die Nummer eins bei den Löwen. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

München - Mit seinen Paraden und seiner souveränen Ausstrahlung war 1860-Torwart Marco Hiller einer der Pfeiler der Aufstiegsmannschaft. Umso härter traf es den 21-Jährigen, als die Entscheidung für die Nummer 1 im Drittliga-Tor im Sommer auf Hendrik Bonmann fiel. „Das war schon ein Schlag ins Gesicht“, sagt Hiller rückblickend im Gespräch. „Anfangs war meine Stimmung ziemlich im Keller. Aber dann hab ich mir gesagt, dass es nichts bringt, Trübsal zu blasen. Ich hab mich nicht runterziehen lassen. In diesem Geschäft kann es so schnell gehen...“

Sechs Spieltage dauerte es, bis Hiller wieder als Nummer 1 gefragt war. Konkurrent Hendrik Bonmann verletzte sich beim 2:0-Sieg gegen Cottbus am Knie, musste mit einem Innenband-Teileinriss ausgewechselt werden. Seitdem ist Hiller wieder der Mann zwischen den Pfosten. Seine Bilanz: Neun Gegentore in neun Punktspielen; beim torlosen Remis in Münster blieb der 1,88 Meter große Athlet zum dritten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer.

Marco Hiller kassierte in neun Drittliga-Einsätzen neun Tore, Konkurrent Bonmann in sechs Spielen sechs.

Womöglich wird Konkurrent Bonmann die gesamte Hinrunde ausfallen. Wie es danach weitergeht? „Auf keinen Fall“ werde er seinen Platz im Tor kampflos räumen, sagt Hiller. „Ich weiß, was ich kann und ich werde dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich machen.“

3. Liga? „Stürmer sind abgezockter und du hast weniger Zeit“

Bierofka hatte Hiller (Vertrag bis 2020) zuletzt einen „Super-Job“ bescheinigt, er werde „von Spiel zu Spiel sicherer und immer ruhiger“. Auf der Linie und beim Herauslaufen ist Hiller längst eine Macht, auch die Schwächen mit dem Ball am Fuß sind nicht mehr so gravierend, wenngleich Trainer Daniel Bierofka speziell hier noch „Entwicklungspotenzial“ sieht.

Für Hiller selbst ist die neue Liga die perfekte Schule. „Im Gegensatz zur Regionalliga wird hier fast jeder Fehler bestraft“, sagt er. „Die Stürmer sind abgezockter und du hast bei Rückpässen weniger Zeit, weil immer einer durchläuft.“ Doch mit der Erfahrung kommt die Sicherheit. Nicht nur bei Hiller ist der Lernerfolg sichtbar. „Das mit den späten Gegentoren haben wir gut in den Griff bekommen“, sagt er – und muss grinsen. Wäre blöd, wenn’s am Samstag gegen Hallescher FC wieder anders käme. 

Lesen Sie auch: Mit den Löwen stieg Vitor Pereira in die dritte Liga ab. Mit seinem Nachfolge-Klub erreichte der Portugiese nun die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Ludwig Krammer

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