Löwen verlieren ihr Testspiel

1860-Trainer Moniz: "Das war eine Warnung!"

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Kein Stich: Rubin Okotie gab seinen Einstand bei 1860.

München - Die Niederlage der Löwen am Samstag nimmt der neue Trainer Ricardo Moniz auf seine Kappe und spricht von einer Warnung. Ein Fan verrät, warum der TSV 1860 und seine Anhänger das Ergebnis nicht allzu ernst nehmen sollten.

Wenn einen die Vergangenheit bei 1860 eines lehrt, dann, dass man Testspiele nicht überbewerten sollte. Nach dem 2:1-Sieg gegen Lok Moskau hatten einige Fantasten schon wieder von einer Initialzündung schwadroniert, nach dem 0:1 gegen den österreichischen Zweitligisten Austria Lustenau am Samstag wurde in den Internetforen der Löwenblues angestimmt, Tenor: „Werd ja sowieso wieder nix…“

Wie gut, dass es Fans gibt wie Roman Wöll. Der Münchner „Allesfahrer“ begleitet seine Sechziger seit Jahrzehnten überallhin. Er ist kein Nachplapperer, sondern einer, der sich seine Meinung aus eigenen Erfahrungen bildet. Auch in Lustenau war Wöll natürlich dabei. Sein Urteil: „Gegenüber Moskau hat es eine Klasse schlechter ausgesehen. Aber zu viel sollte man darauf nicht geben. Der Trainer wollte den ganzen Kader unter Wettkampfbedingungen sehen, zuletzt haben sie sehr hart trainiert. Ich find’s sympathisch, dass der Moniz die Verantwortung für die Niederlage auf sich genommen hat.“ In der Tat wirkte Ricardo Moniz ziemlich angefressen am Samstag. „Wir waren nicht frisch“, sagte er, „aber trotzdem dürfen wir dieses Spiel nicht verlieren. Ich muss die Spieler in Schutz nehmen. Dass wir heute verloren haben, war mein Fehler“, spielte er auf die Experimente in der Aufstellung an. „Man muss das knallhart analysieren. Wir dürfen uns nicht so präsentieren, wenn uns so viele Fans (rund 200) begleiten.“

Defensiv anfällig (das Kopfball-Gegentor durch Abu Bakarr Kargbo fiel in der 14. Minute nach einer Ecke), vorne harmlos – so lässt sich die Leistung der Löwen zusammenfassen. Das neue 4-3-3-System trug keine Früchte. „Wir haben unsere Torchancen nicht genutzt und deshalb verloren“, sagte der Coach. Auch Neu-Stürmer Rubin Okotie, der in der 66. Minute für Daylon Claasen kam, fiel nicht weiter auf. Neues Personal im Angriff ist dringend vonnöten, Gerhard Poschner ist gefordert. „Der Vertrauensvorschuss ist da“, sagt Edelfan Wöll. „Den müssen sie jetzt rechtfertigen.“ Die nächste Gelegenheit bietet sich am Mittwoch in Rosenheim gegen den Karlsruher SC (18 Uhr). „Alle haben jetzt ihre Chance gehabt”, sagt Moniz. „Aber gegen den KSC spielt 60 Minuten die beste Elf. Für uns war das Spiel eine Warnung.“

Löwen verlieren gegen Ösi-Zweitigist: Die Bilder

Erster 1860-Test in neuen Trikots: Die Bilder

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1860, 1. Halbzeit: Eicher - Volz, Vallori, Burger, Wittek - Wannenwetsch, Adlung, Bedia - Steinhöfer, Hain, Wolf. – 1860, 2. Halbzeit: Kiraly - Wojtkowiak, Bülow, Schindler, Hertner - Stark, Weigl, Sanchez - Claasen (67., Okotie), Wood, Tomasov.

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