Viel Schweiß und offene Fragen

TSV 1860 im Trainingslager: Wiedersehen mit Ex-Löwe Pacult - Test gegen Nürnberg?

Ankunft in der Alpenkulisse: Bis Dienstag bereiten sich die Löwen (v.r.: Belkahia, Lang und der erblondete Staude) in Windischgarsten auf die Saison vor.
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Ankunft in der Alpenkulisse: Bis Dienstag bereiten sich die Löwen (v.r.: Belkahia, Lang und der erblondete Staude) in Windischgarsten auf die Saison vor.

Der TSV 1860 startet ins Trainingslager in Windischgarten. Dort treffen sie unter anderem auf Peter Pacult. Höhepunkt könnte ein Test gegen Nürnberg sein.

München – Habe die Ehre, Windischgarsten! Zum dritten Mal in Folge bezog der TSV 1860 gestern Nachmittag im Hotel „Dilly“ sein Trainingslager-Quartier. Bis zum 6. Juli werden sich die Löwen am Fuße der oberösterreichischen Kalkalpen auf die neue Drittliga-Saison vorbereiten. „Wir haben ein richtungsweisendes, entscheidendes Jahr vor uns“, sagt Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel.

Was die Löwen in den nächsten Tagen neben reichlich Schweiß erwartet.

Integration: Die drei externen Zugänge Yannick Deichmann (VfB Lübeck), Kevin Goden (1. FC Nürnberg) und Marcel Bär (Eintracht Braunschweig) geben dem Kader die Breite, die im Aufstiegs-endspurt der vergangenen Saison so schmerzlich vermisst wurde. Deichmann sei eine weitere Alternative fürs offensive Mittelfeld, Bär ein „extrem geradliniger Abschluss-Spieler“, sagt Köllner. Mit Rechtsverteidiger Goden, der den verletzten Marius Willsch ersetzen soll, komme in Sachen Tempo ein „enormer Wertzuwachs“ hinzu. Bär glänzte beim 8:2-Testmatch in Heimstetten mit einer präzisen Flanke auf 1:0-Schütze Sascha Mölders, Goden war per Kopf der letzte Treffer vorbehalten.

Optimierung: Die Winter-Zugänge der vergangenen Saison haben ihr volles Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft. Merveille Biankadi mangelt es laut eigener Aussage noch an der Selbstverständlichkeit beim Torabschluss, der Dreierpack in Heimstetten sollte ihm Auftrieb geben; Keanu Staude wurde durch eine Sehnenverletzung im Saisonendspurt zurückgeworfen. „Wenn Keanu vollumfänglich fit ist und darauf aufbauend in einen gewissen Rhythmus kommt, dann kann er in der 3. Liga definitiv sehr wichtige Impulse setzen“, sagt Sportchef Günther Gorenzel.

Neuaufbau: Mittelstürmer-Talent Tim Linsbichler wird nach insgesamt knapp zweijähriger Zwangspause (u.a. Schambeinentzündung) behutsam ans deutsche Drittliga-Niveau herangeführt, auch Stefan Lex ist ein Fall für den Neuaufbau. Der ehemalige Ingolstädter Bundesligaspieler konnte die Erwartungen in der vergangenen Saison nur in den seltensten Fällen erfüllen, vor allem im Abschluss fehlte es eklatant an Präzision und Entschlossenheit. Köllner und Gorenzel machen keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung, Lex droht mehr denn je die Ersatzbank. Köllners Ansage: „Die Dinge ändern sich, wir sind im Leistungssport. Vielleicht ist der harte Konkurrenzkampf genau das, was Stefan jetzt braucht.“

Stabilisierung der Achse: Sascha Mölders bleibt Kapitän, am alterslosen Torjäger führt im Sturmzentrum kein Weg vorbei. Gleiches gilt für Torhüter Marco Hiller, der in den ersten beiden Saisonspielen aufgrund seiner Rotsperre gegen Ingolstadt von Tom Kretzschmar vertreten werden muss. In der Innenverteidigung gilt Routinier Stephan Salger als gesetzt, auch Quirin Moll soll wieder ein Teil der Achse werden – ob als rechter Verteidiger in einer Dreierkette oder als Sechser. „Wir brauchen die Erfahrung von Quirin“, sagt Köllner, der auf „Variabilität und Eigenverantwortung“ setzt: „Hybridspieler wie Quirin sind bei mir immer willkommen.“

Testspiele: Bereits am Freitag (17 Uhr) treten die Löwen gegen den österreichischen Erstligisten SV Ried zum zweiten Test an, der dritte folgt am Dienstag (15.30 Uhr) gegen den von Peter Pacult trainierten Bundesliga-Aufsteiger Austria Klagenfurt. Nach der Rückkehr geht es am 11. Juli (16 Uhr) gegen Wacker Burghausen. Der Termin für die Generalprobe vor dem Drittligastart gegen Würzburg Ende Juli soll demnächst bekannt gegeben werden. Als Gegner ist der 1. FC Nürnberg im Gespräch, Köllners Ex-Verein.

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