Auch wenn Löwen nicht auf ihn setzen

Vallori will sich zurück ins Team kämpfen

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Kalt gestellt? Guillermo Vallori (vorne) am Dienstag nach dem Training im Auer Mühlbach. Daneben: Neuzugang Stefan Ortega.

München – Der TSV 1860 setzt zwar nicht mehr auf Guillermo Vallori. Dennoch hat der Spanier ein Ziel: er will sich ins Team zurückkämpfen.

Guillermo Vallori hat nicht ganz einfache Tage hinter sich. So musste er als leidenschaftlicher Spanien-Fan ungewohnte Frustrationen verkraften. Bei allen drei Titelgewinnen der von ihm verehrten Nationalelf war er jeweils im weinroten Trikot jubilierend durch die Fußgängerzonen in Zürich, wo er früher spielte, und München gerannt. Bei dieser WM aber blieb das Hemd im Schrank, die Spanier scheiterten bekanntlich frühzeitig. „Das war enttäuschend. Das ist das Ende der Tiki-Taka-Generation“, meinte er.

Noch bitterer als der Verzicht auf den Auftritt im Spanien-Dress ist für Vallori allerdings, dass er womöglich schon bald keine Verwendung für seine weiß-blaue Arbeitskleidung mehr hat. Schon zum Ende der vergangenen Saison kamen seitens der Sportlichen Leitung des TSV 1860 unmissverständliche Signale: „Man hat mir gesagt, dass es nächste Saison schwierig für mich werden könnte.“ Im Klartext: Die Löwen planen nicht mehr mit ihrem bisherigen Kapitän. Für Vallori, dessen Vertrag noch bis Ende kommender Saison läuft, bedeutet dies: „Ich werde kämpfen.“

Der Mallorquiner hatte in der vergangenen Saison 30 Punktspiele in Serie bestritten, ehe er nach dem 2:4 in Dresden bis Saisonende auf die Bank beordert worden war. Schon damals zeichnete sich ab, dass der Innenverteidiger den Sechzigern nicht mehr ins Konzept passt. Der neue Sportdirektor Gerhard Poschner hatte verschiedentlich anklingen lassen, dass er sich fürs Abwehrzentrum einen technisch versierteren Spieler wünscht als den kantigen 1,91 m-Hünen. Trainer Ricardo Moniz, der auch gestern wegen eines Notfalls in der Familie fehlte und wohl erst heute erstmals auf dem 1860-Trainingsplatz erscheinen dürfte, sieht es genauso. Auch er forderte bereits Verstärkung für die Defensivzentrale.

Vallori, der gestern seinen 32. Geburtstag feierte, will sich davon aber nicht groß betrüben lassen. „Das ist Fußball“, sagte er am Dienstag, „mal ist man oben, mal ist man unten.“ Er sieht seine Perspektiven so: „Ich glaube, meine Zeit in München ist noch nicht vorbei.“ Dieser Tage hatte ihm zwar Omonia Nikosia ein Angebot gemacht, das Vallori „interessant“ fand. Doch er brauchte nicht lange, um den Zyprioten eine Absage zu erteilen: „Wenn ich einen Vertrag unterschreibe, dann will ich ihn auch erfüllen.“ Selbst wenn 1860 derzeit nicht mehr auf ihn setzen sollte. „Ich bin nicht das erste Mal in dieser Situation“, so Vallori.

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Kein Zweifel, der Spanier will sich nicht unterkriegen lassen. Als Spieler hat Vallori oft großes Kämpferherz bewiesen, diese Tugend will er nun erst recht in die Waagschale werfen, wenn es um seinen Arbeitsplatz geht. Auf die Frage, für wie wahrscheinlich er es halte, eines Tages doch wieder im blauen Trikot aufzulaufen, sagte Vallori: „Es wird schwierig, aber es ist nicht unmöglich.“

Armin Gibis

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