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Löwen verpassen Befreiungsschlag gegen RW Essen – Köllner muss weiter um seinen Job bangen

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Von: Uli Kellner

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Wieder kein Sieg: Das Gesicht von 1860-Trainer Köllner spricht Bände.
Wieder kein Sieg: Das Gesicht von 1860-Trainer Köllner spricht Bände. © Stefan Matzke/Sampics

Durch ein spätes Gegentor hat der TSV 1860 gegen RW Essen vor der WM-Pause den Befreiungsschlag verpasst. Wird es jetzt eng für Trainer Köllner?

München – Das letzte Heimspiel des Jahres plätscherte träge vor sich hin, als zumindest die Löwen-Ultras für ein paar Knalleffekte sorgten. Früher war mehr Lametta? Von wegen! Rote und grüne Bengalos ließen die Westkurve ab der in Giesing heiligen 60. Minute weihnachtlich leuchten. Der Anlass war zwar ein anderer, weniger festlich (das Zehnjährige der Fangruppierung „Panzerknacker“), aber egal – das Feuerwerk läutete zumindest eine Schlussphase ein, die es in sich hatte.

Zunächst gingen die bis dahin glücklos kämpfenden Löwen doch noch in Führung: Kapitän Stefan Lex holte einen Foulelfmeter raus, Albion Vrenezi verwandelte sicher vor dem Block der Essen-Fans, in dem es auch immer wieder loderte (77.). Durch den ersten eigenen Treffer nach fast sechs Stunden Spielzeit war der Befreiungsschlag für den TSV 1860 nun greifbar, jedoch: In der Nachspielzeit gab es noch einen Freistoß für RWE: Tarnat lupfte in die Mitte, Bastians hielt seinen Schädel hin – 1:1.

Fussball 3.Liga / TSV 1860 Muenchen - Rot Weiss Essen
Nervenstark: Albion Vrenezi brachte 1860 per Strafstoß in Führung. Zum Sieg reichte die am Ende nicht. © Imago Images / Frank Hoermann/SVEN SIMON

TSV 1860 München: Trainer Michael Köllner nach Remis gegen RW Essen kämpferisch

Ein Ergebnis, mit dem die Löwen den Sprung zurück in die Top-3 verpassten. Und vor allem: Ein Ergebnis, das nicht dazu geeignet ist, dass Michael Köllner der Weihnachtszeit ohne Sorgen entgegen blicken kann. Reicht der engagierte Auftritt von Vrenezi & Co., damit er seinen Job behalten darf? In seinen Statements nach dem Spiel machte der 1860-Trainer deutlich, dass er seinen Stuhl nicht freiwillig räumen wird.

„Ich glaube, wir haben kämpferisch alles gegeben“, sagte Köllner bei MagentaTV: „Die Mannschaft ist an ihre Grenzen gegangen.“ Der späte Ausgleichstreffer dürfe natürlich nicht passiere, monierte er: „Bär spielt Manndeckung, Morgalla lässt ihn im Rücken weglaufen. Am Ende waren wir schläfrig – das ist aber auch der einzige Vorwurf, den ich heute machen kann.“ Ärgerlich und schade, haderte der Coach, ließ aber sogleich eine Kampfansage folgen: „Wir werden attackieren – vom ersten Spieltag 2023 bis zum 38. und letzten Spieltag. Es geht mit Vollgas weiter. Wir liegen drei Punkte hinter dem Zweiten (auf Tabellenplatz sechs/Red.). Es sind noch 21 Spiele zu spielen. Da ist noch viel Luft in der ganzen Saison drin.“

„Ja.“

Michael Köllner auf die Frage, ob er das Vertrauen der Führungsriege spürt.

Bezeichnend für die Lage der Löwen: Selbst eine Premiumchance wie die von Marius Wörl landete in der 21. Minute neben dem Tor. Und: Semi Belkahia verletzte sich bei einer beherzten Grätsche, die den Willen von Köllners elf Auserwählten unterstreichen sollte (Boyamba und Kobylanski nicht mal im Kader). Der Innenverteidiger musste bereits nach 13 Minuten ausgewechselt werden. Wenn eine Mannschaft einen Antilauf hat, passieren eben auch solche Dinge. Zwischenzeitlich sah es zwar so aus, als würde sich 1860 das (Spiel-) Glück zurückerkämpfen – als ein RWE-Freistoß am Lattenkreuz landete oder als Lex fiel und Schiedsrichter Alt auf Elfmeter entschied. Aber: Mit der letzten Aktion des Spiels war alles für die Katz, der ersehnte Sieg verspielt – und mit ihm die Chance auf eine harmonische Adventszeit.

Bei einer Sitzung des Aufsichtsrats werden die maßgeblichen 1860-Funktionäre heute darüber befinden, ob es ratsam ist, Köllner auf der Trainerbank zu belassen. Auf die Frage, ob er den einhundertprozentigen Zuspruch der Führungsriege spüre, sagte er kurz und knapp: „Ja.“ (ULI KELLNER)

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