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Die Golfkarriere kann warten: Kapitän Lex bleibt bis 2023 bei den Löwen

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Von: Uli Kellner

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Stephan Salger und Stefan Lex zusammen auf dem Golfplatz in Belek
Ausflug auf den Golfplatz: Kapitän Stefan Lex und Abwehrchef Stephan Salger (l.). © Stefan Matzke / Sampics

Am freien Mittwochnachmittag half Stefan Lex Namensvetter Salger als Golf-Caddie aus. Bestens gelaunt, denn Gorenzel bestätigte: „Unser Käptn bleibt an Bord.“

Woran erkennt man Drittliga-Mannschaften in einem südlich gelegenen Trainingslagerort? Florian Waitz von Match IG, früher Teammanager bei 1860, weiß es aus langjähriger Erfahrung. „Je höherklassig die Vereine spielen“, klärt Waitz, 36, auf, „desto größer ist die Quote an Golfspielern im Team.“

In Belek, wo die Löwen noch bis Samstag ihr Wintercamp abhalten, gibt es Golfplätze in allen Ausprägungen, angeblich sogar den einzigen in Europa, der dank flächendeckender Flutlichtbestrahlung 24 Stunden am Tag bespielbar ist. Jedoch, siehe oben: Bis auf den langjährigen Zweitligaspieler Stephan Salger, 31, findet sich kein Profi im Löwen-Kader, der Platzreife hat, geschweige denn ein Handicap. Alleine musste Salger am freien Mittwochnachmittag trotzdem nicht abschlagen, denn spontan gesellte sich einer dazu, der gemäß der Waitzschen Logik eigentlich auch Golf-Erfahrung mitbringen müsste: Stefan Lex, 32, einst sogar Bundesligaspieler für Ingolstadt. Aber, so Lex trocken: „Mehr als die Caddie-Rolle ist bei mir nicht drin.“

Der neue Kapitän hatte allen Grund dazu hatte, Scherze zu machen, denn zur gleichen Zeit auf der Hotelterrasse wurde die Zukunft von Lex als Fußballprofi „eingelocht“ – offiziell verkündet von Sportchef Günther Gorenzel. „Der Vertrag mit Stefan Lex hat sich aufgrund einer gewissen Option bis zum Ende der Saison 2022/23 verlängert“, teilte der Österreicher feierlich mit: „Ich kann bestätigen, dass unser neuer Kapitän auch nächste Saison bei uns an Bord sein wird – vorausgesetzt, er will nicht vorher seine Karriere beenden.“ Will er nicht, wie Lex bereits am ersten Tag in Belek andeutete. „Ich will nicht weg, das ist kein Geheimnis“, hatte der Stürmer am Montag erklärt, der Vollzugsmeldung des Vereins nicht vorgreifen wollend. Außerdem sagte er zum Thema Karriereplanung: „Hört sich blöd an, aber ich will so lange spielen, wie ich gesund bin, mein Körper es zulässt, ich Spaß habe und der Mannschaft helfen kann.“

 Ich will so lange spielen, wie ich gesund bin, mein Körper es zulässt, ich Spaß habe und der Mannschaft helfen kann.

1860-Kapitän Stefan Lex, 32.

Welche Klausel genau gegriffen hat, wollten weder Lex noch Gorenzel verraten. Dem Vernehmen musste der Eittinger auf 20 Pflichtspiele kommen, um ein weiteres Jahr bei seinem Herzensverein zu buchen. Je nachdem, welche Wettbewerbe mitzählen, hat der neue Teamkäptn sein Soll bereits übererfüllt (20 Einsätze in der 3. Liga und je zwei in DFB- und Verbandspokal). Lex jedenfalls sah nicht den ganz großen Feieranlass, wollte sich aber auch nicht lumpen lassen, was die obligatorische Getränke-Beteiligung der Mitspieler angeht. „Es ist ja kein neuer Vertrag, sondern nur ein verlängerter“, sagte er und fügte mit trockenem Lex-Humor hinzu: „Ich gebe nach dem Abendessen eine Runde Wasser aus.“

Kann man leicht sagen im All-inclusive-Hotel, aber Lex unterstrich damit noch einmal, dass er auch getränketechnisch alles dem Ziel unterordnet, mit 1860 eine furiose Rückrunde zu spielen. Die Golfkarriere kann warten.

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