Rätsel um Sechzig-Stürmer

Löwen greifen durch: Pusic-Vertrag aufgelöst - mit Wechselklausel für die Blauen

Martin Pusic hält eine 1860-Decke und wirkt nachdenklich.
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Servus baba: Der Wiener Martin Pusic verlässt die Löwen nach nur drei Monaten.

Es traf die Löwen aus heiterem Himmel. Er sei „bis auf Weiteres“ nicht mehr in der Lage, sich auf seinen Beruf als Fußballprofi zu konzentrieren, hatte Martin Pusic gegenüber dem TSV 1860 erklärt. Vier Tage danach herrscht weiterhin Rätselraten über die genauen Hintergründe. Fest steht nur, dass sich die Wege von Spieler und Verein ab sofort trennen.

  • Martin Pusic und der TSV 1860 haben am Montag einen Auflösungsvertrag unterschrieben.
  • Eine Klausel wahrt die Interessen der Löwen: Sollte der Stürmer im Winter wechseln, kassiert der Drittligist eine fünfstellige Summe.
  • Private Probleme oder heimlicher Wechselwunsch? Die Gerüchte schießen ins Kraut.

München - Auch vier Tage danach gibt der Fall Martin Pusic Rätsel auf. Gerüchte schießen ins Kraut, im Umfeld des TSV 1860 und in Österreich, der Heimat des Stürmers. Die Spekulationen reichen von massiven privaten Problemen bis hin zum Wechselwunsch durch die Hintertür - alles bislang unbestätigt. Klar ist nur: Die Löwen sind nicht bereit zu warten, bis Pusic, 33, die Hintergründe für seine angekündigte Auszeit erklärt. 1860 hat zügig das Heft des Handelns in die Hand genommen und wird schon am Dienstag die Trennung vom unglücklichen Torjäger-Backup bekannt geben.

Ein Auflösungsvertrag wurde nach Informationen unserer Zeitung im Laufe des Montags unterschrieben, der Klub will bis Dienstagmittag offiziell dazu Stellung nehmen. Fest steht, dass die Löwen trotz der Kürze der Zeit sämtliche Eventualitäten berücksichtigt und ihre Interessen gewahrt haben. Reinverhandelt wurde eine Klausel, die sicherstellt, dass Pusic im Winter nicht oder nur erschwert zu einem anderen Verein wechseln kann. Nur falls 1860 ausdrücklich sein Okay gibt, wäre ein Pusic-Transfer im Winter möglich - und dann auch nur gegen Zahlung einer Entschädigung.

1860 löst Vertrag mit Pusic auf: Köllner fühlte sich von Entwicklung um Stürmer „überfahren“

Die Klausel zeugt von einer gewissen Vorsicht mit der Version des Stürmers („privater Vorfall“) - bis Freitag hatte schließlich keiner bei 1860 Signale empfangen, dass Pusic sich mental nicht mehr in der Lage sieht, seinem Beruf nachzugehen. „Das hat uns gerade überfahren“, sagte Trainer Michael Köllner auf der ominösen Pressekonferenz. „Wir werden uns Anfang der Woche mit ihm zusammensetzen, wenn das nicht möglich sein sollte, mit seinem Berater“, sagte Sportdirektor Günther Gorenzel vor dem Spiel bei Viktoria Köln (1:2)*: „Es ist völlig klar, dass wir im Sinne von Martin Pusic und im Sinne des Klubs eine Lösung finden werden.“

Die Sache bleibt ein Rätsel, bis der Wiener öffentlich erklärt, was Sache ist. Für 1860 ist das Thema Pusic ab sofort erledigt. Als sicher gilt, dass die Löwen die Position in der Januar-Transferperiode nachbesetzen wollen. Immerhin: Sie haben jetzt drei Wochen gewonnen, um den Markt zu sondieren. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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