TSV 1860 vor dem Heimspiel gegen Meppen

Siebeneinhalb Optionen für die Moll-Rolle

Daniel Wein erkämpft sich energisch einen Ball.
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Erste Wahl für die Moll-Vertretung: Daniel Wein.

Obwohl am Freitagabend Keanu Staude (23, zuletzt Würzburg) als Wechselkandidat gehandelt wurde, geben sich die Löwen viel Mühe, sich solidarisch mit dem verletzten Quirin Moll zu zeigen. Der Vertrag des Kreuzband-Patienten soll verlängert werden; beim Heimspiel gegen Meppen (Sonntag, 13 Uhr) gilt Daniel Wein als logischer Vertreter.

  • Gorenzel lobt Teamspirit: Mannschaft wollte gegen Ingolstadt für Moll siegen.
  • Köllner vergleicht das Moll-Malheur mit einem Videogerät: „Wir drücken nur die Pause-Taste.“
  • Weitere Moll-Ersatzkandidaten: Belkahia, Erdmann, Mannhardt, Tallig, Dressel, Neudecker und zur Not Steinhart.

Erst der Manager, dann der Trainer. Zu Beginn der Pressekonferenz vor dem 1860-Heimspiel gegen Meppen (Sonntag, 13 Uhr) spielte der Sport eine Nebenrolle. Beherrschendes Thema war die schwere Verletzung von Mittelfeldchef Quirin Moll (Kreuzbandriss) und der Umgang damit – menschlich, personell, medizinisch.

Günther Gorenzel strich den „Schwur der Mannschaft“ heraus, das Montag-Heimspiel gegen Ingolstadt trotz des Moll-Schocks zu gewinnen: „Dieser Spirit ist bezeichnend dafür, wie unser Team funktioniert“, sagte der Sportchef, der für Sonntag eine weitere Solidaritätsaktion ankündigte. Trainer Michael Köllner fühlte ebenfalls mit seinem niedergeschlagenen Führungsspieler, als er sagte: „Grundsätzlich ist das eine harte Geschichte.“

Ablösefrei und flexibel einsetzbar: Keanu Staude, 23, ist offenbar auf dem Sprung zum TSV 1860.

Immerhin: Einen Tag nach Molls 30. Geburtstag versprachen die Löwen ihrem Patienten, dass er sich über das Ende seines auslaufenden Vertrags hinaus auf den Verein verlassen kann. „Wir haben ihm klar signalisiert, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten auch über den Sommer hinaus eine Lösung suchen werden“, sagte Gorenzel, der „aus Respekt vor Quirin“ keine weiteren Angaben machte – weder über den geplanten Therapieverlauf (Tendenz: keine OP) noch über „Spekulationen, was wir bis zum Ende der Transferperiode vielleicht noch vorhaben“. Köllner drückte sich wie immer etwas plakativer aus und vergleich das Moll-Malheur mit der Pause-Taste eines Videogeräts: „Es ist nichts gestoppt, nur angehalten. Es wird eine Weile dauern, bis es weitergeht.“ Fest stehe: „Quirin wird ein wichtiger Spieler für uns bleiben.“

In der anstehenden Rückrunde wird es aber auf andere Spieler ankommen. Loyal, wie Köllner ist, fordert er keinen finanziellen Wintertransfer-Drahtseilakt, sondern gibt sich mit dem zufrieden, was sein Kader hergibt. Und das, so der Trainer, ist einiges. Köllner zählte auf: „Wir haben sechs bis sieben Leute, die diese Position spielen können.“ Die naheliegendste sei Daniel Wein, der gesetzt sein dürfte für Sonntag. Die weiteren Optionen seien: Innenverteidiger Semi Belkahia, Dennis Erdmann, Talent Marco Mannhardt, 18, und die drei Achter Neudecker, Tallig und Dressel. „Von dem her mache ich mir keinen großen Kopf“, sagte Köllner: „Sicher hat Quirin einen eigenen Spirit eingebracht, aber wir werden Lösungen finden.“ Im Notfall, bestätigte der Coach auf Nachfrage, könne auch Phillipp Steinhart auf der Sechs aushelfen.

 Die Tabelle sieht wunderschön aus, aber leider leiten sich aus ihr keine drei Punkte ab.

Michael Köllner.

Losgelöst von der Causa Moll ist die Zuversicht groß, an die erfolgreiche Hinrunde (33 Punkte, sieben mehr als vorige Saison) anknüpfen zu können. Einzige Voraussetzung: Keiner darf nachlassen – weder „einen Millimeter“ (Gorenzel) noch „fünf Prozent“ (Köllner). Noch mal der Trainer: „Die Tabelle sieht wunderschön aus, aber leider leiten sich aus ihr keine drei Punkte ab.“

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