Ex-Trainer über Löwen-Situation

Lorant: "... dann sollen sie mich holen"

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Werner Lorant würde mit den Löwen wieder aufsteigen - in die zweite Liga.

München - Schafft es Daniel Bierofka, die Löwen in der zweiten Liga zu halten? Werner Lorant hofft es, bleibt aber skeptisch. Seine Kritik richtet sich nicht an die Mannschaft, sondern an die Führungsetage.

Giovanni Trapattoni, Klaus Toppmöller und Werner Lorant – das sind die drei Trainer, die Daniel Bierofka laut eigener Aussage am meisten geprägt haben. Unter „Trap“ trainierte der Löwen-Nothelfer beim VfB Stuttgart, ­„Toppi“ war sein Coach in Leverkusen. Und der beinharte Werner? Der holte den damals 21-jährigen Flügelflitzer im Sommer 2000 von den Bayern-Amateuren an die Grünwalder Straße, schmiss ihn in den Champions-League-Qualifikationsspielen gegen Leeds United direkt ins kalte Wasser. „Ich wusste, dass Daniel ein guter Junge ist“, sagt Lorant heute. „Und er hat mich nicht enttäuscht.“

Ob er Bierofka als Trainer auch den Klassenerhalt in der Zweiten Liga zutraut? Lorant muss tief Luft holen: „Ich hoffe natürlich, dass er’s schafft“, sagt er. „Aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich noch dran glaube. Im letzten Jahr hatten sie mehr Glück als Verstand. So viel Dusel hast du nicht zweimal nacheinander im Leben. Um sicherzugehen, müsstest du jetzt alle vier Spiele gewinnen, drei mindestens. Aber wie soll das gehen mit dieser Mannschaft? Da hättest du längst ein paar rausschmeißen müssen. Diesen Spielern kannst du gar nicht oft genug in den Arsch treten. Bei mir wären die im Winter nicht nach Spanien geflogen, sondern hier durch den Schnee gelaufen, bis sie Frostbeulen bekommen hätten.“

Bilder: Die Trainer des TSV 1860 seit 1992

Gewohnt unverblümte Worte des 67-Jährigen. Lorants Hauptkritik richtet sich allerdings nicht an die Mannschaft, sondern an die Führungsetage. „Es ehrt Daniel, dass er den Job übernommen hat. Aber ich hätte ihm geraten, dass er bei der U 21 bleiben soll. Wie kannst du in der jetzigen Situation einen so jungen und unerfahrenen Trainer da hinstellen? Glaubt der Herr Sportchef Kreuzer im Ernst, dass sich die Spieler von einem Nachwuchstrainer was sagen lassen? Dieses Gequatsche von Feuer entfachen und Einheit bilden ist doch Augenwischerei. Pure Verzweiflung ist das, was bei 1860 passiert. Wenn ein Verein in der dritten Saison drei Trainer nacheinander beschäftigt, dann muss er normalerweise runter. Vielleicht wäre ein Abstieg gar nicht so schlecht, um sich neu aufzustellen. Dann sollen sie mich holen und wir gehen wieder hoch. Untergehen wird dieser Verein nie.“ Der Beinharte hat gesprochen.

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