TSV 1860: Fahrplan zum blauen Wunder

Neun Punkte, neun Spiele - und schon an Ostern wird es spannend...

Phillipp Steinhart freut sich über sein Siegtor gegen Dresden.
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Der Mann, der den Löwen-Traum am Leben hielt: Phillipp Steinhart, später Siegtorschütze im Topspiel gegen Dynamo Dresden.

Geballte Fäuste, emotionale Jubelschreie. Die Reaktion der Löwen auf das späte Siegtor sprach Bände – und Schütze Phillipp Steinhart haute bei MagentaSport auch verbal noch einen raus. „Wir haben noch lange nicht aufgesteckt“, sagte der coole Vollstrecker zum Aufstiegsrennen in der 3. Liga.

  • Strickmuster wie beim Sieg gegen Ingolstadt: Kampf um jeden Meter, hinten nichts zulassen – vorne spät zuschlagen.
  • Aufstiegschance: Noch ist Michael Köllner „zu viel Konjunktiv im Spiel“.
  • Der Trainer schwärmt von Matchwinner Steinhart: „Mit Phillipp zu arbeiten, ist ein Traum.“

Mit ihrem Willenssieg über Dresden haben die Löwen nicht nur Platz vier gefestigt, der am Ende bares Geld wert sein könnte (Direktteilnahme am DFB-Pokal). Sie haben vor allem bestätigt, dass sie eigentlich mit den Großen der Liga mithalten könn(t)en. „Dresden hat jetzt lange kein Spiel mehr verloren“, erinnerte Coach Michael Köllner an den Ausnahmestatus des Spitzenreiters: „Das ist ein Qualitätsmerkmal unserer Mannschaft, dass wir die Ersten sind, die Dynamo mal wieder besiegen konnten.“ Die letzte Niederlage hatte Dresden Ende Januar kassiert – unglücklich nach zwei Roten Karten und einem Waldhof-Tor in der sechsten (!) Minute der Nachspielzeit.

Die Löwen waren am Montag etwas schneller dran und hielten sich an das bereits gegen Ingolstadt (1:0/75.) bewährte Drehbuch: Kampf um jeden Meter, hinten nichts zulassen – vorne spät zuschlagen. Spät, aber nicht zu spät. Gilt das womöglich auch für den Aufstiegskampf? Weiterhin sind es satte neun Punkte, die die Löwen in ebenso vielen Spielen aufholen müssten. Köllner brachte die Lage auf den Punkt: Um jetzt schon – wie Steinhart – eine Kampfansage zu machen, ist dem 1860-Coach noch „zu viel Konjunktiv im Spiel“.

Eine Übersicht, wo bis Ende Mai Aufholpotenzial unter der weißblaue Lupe schlummern könnte. Die Ausgangslage: Dresden bleibt mit 58 Zählern und dem besten Torverhältnis vorne (51:24). In Rostock und Ingolstadt folgen zwei punktgleiche Seriensieger (57). Die Löwen sind aktuell die Besten vom Rest – mit 48 Punkten und einem ähnlichen Torverhältnis wie Primus Dynamo (51:25).

Action vor der liebevollen Grosser-Choreo: Strafraumgetümmel beim Duell der Kultclubs 1860 und Dresden.

30. Runde: Schon der nächste Spieltag birgt die Chance, den Rückstand von neun auf sieben oder gar sechs Punkte zu minimieren. Dresden und Rostock nehmen sich im direkten Duell die Punkte weg, 1860 legt beim erstarkten Pleiteclub Uerdingen vor (Karsamstag). Ingolstadt muss in Magdeburg ran. Endgültige Auferstehung der Löwen-Träume zu Ostern?

31. Runde: Dresden reist nach Haching, Rostock (Magdeburg) und 1860 (Verl) Ingolstadt haben lösbare Heimaufgaben, Ingolstadt empfängt die Wundertüte Bayern II. Riecht nach einer Nullrunde.

32. Runde: Diesmal lauern die Bayern der Hansa-Kogge auf, Dresden (gegen Duisburg) und Ingolstadt (Meppen) empfangen Teams aus hinteren Gefilden, die Löwen erwartet harte Derby-Gegenwehr von Türkgücü.

33. Runde: Rostock (Wehen) und 1860 (Köln) mit Heimspielen, Dresden (bei Uerdingen) und Ingolstadt (Lübeck) mit Auswärts-Pflichtaufgaben. Wobei: Das dachten die Löwen auch und kamen in Lübeck nur zu einem 0:0.

34. Runde: Ingolstadt empfängt Zwickau, Dresden Halle, Rostock muss nach Meppen, 1860 nach Mannheim. Viele Punkte sind da eher nicht gutzumachen.

35. Runde: Auf in den Endspurt. Er bringt das nächste direkte Duell (Rostock vs. Ingolstadt) – eine große Chance für 1860 (daheim gegen Lautern) und Dynamo (in Verl).

36. Runde: Dresden (Köln) und Rostock (Zwickau) haben auf dem Papier leichte Heimgegner, 1860 (in Wiesbaden) und Ingolstadt (Saarbrücken) müssen sich strecken.

37. Runde: Zwei heiße Duelle, dazu zweimal Groß gegen Klein. Bei 1860 gegen Bayern ist immer Feuer drin, Dresden bekommt Besuch von Türkgücü, Rostock reist nach Haching, Ingolstadt nach Duisburg. Eines der Rechenspiele sieht vor, jetzt bis auf drei Punkte dran zu sein . . .

38. Runde: . . . denn die Löwen bestreiten auch dieses Jahr ihr Saisonfinale gegen Ingolstadt, wo die Gastgeber den vielleicht größeren Rucksack aufhaben (Erinnerung an den späten Relegations-K.o. gegen Nürnberg). Und die Konkurrenz? Dresdens würde seinen Aufstieg in Wiesbaden feiern, Rostock nach dem Heimspiel gegen Lübeck

Er ist, seit ich hier bin, einer meiner stabilsten Spieler.“

1860-Coach Michael Köllner über Matchwinner Philipp Steinhart.

.Auch wenn einige glückliche Löwen-Fügungen zusammenkommen müssten – Köllner ist froh, dass Steinhart seinem Team die Chance auf weitere Endspiele erhalten hat. Zum Dank gab’s ein dickes Lob: „Mit Phillipp zu arbeiten, ist ein Traum“, schwärmte er: „Er ist, seit ich hier bin, einer meiner stabilsten Spieler.“ Und jetzt auch einer seiner größten Optimisten.

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