Kommentator verweigert erst Mvibudulu-Aussprache

TV-Kritik: Funkel-Aygün und das 1860-Ballett

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Verstanden sich prächtig: Laura Wontorra und Necat Aygün.

München - Die TV-Kritik von tz-Kolumnist Jörg Heinrich zum Montagsspiel der Löwen: Laura Wontorra und Necat Aygün verstanden sich prächtig, und ein Kommentator besteht den Mvibudulu-Test. Fast.

Schwer auszusprechen: Stephané Mvibudulu (r.)

Blauer Montag bei Sport1! Unter dem Motto „Die erstklassige zweite Liga“ übertrug der Leibesertüchtigungskanal am Montag das Löwen-Spiel aus Nürnberg. Und das durchaus nicht zweitklassig. Moderatorin Laura Wontorra zeigte sich schwer entzückt von Necat Aygün, und auch der Löwen-Ersatzsportchef hatte das gewisse Funkeln in den Augen. Verliebt in Nernberch!

Aber im Ernst: Fräulein Wonti ist sicher die fröhlichste Moderatorin des deutschen Fußballfernsehens. Der HSV sollte sie als Pressesprecherin engagieren. Rucksack verloren? Laura strahlt. 0:5 in München verloren? Laura lacht. Flieger auf dem Rückflug nach Hamburg abgestürzt? Laura happy. In Nürnberg trat sie in grauer Nahkampfjacke an – und stellte Aygün trotz rekordverdächtiger Rehäugigkeit genau die richtigen Fragen. Danach nahm sie Club-Manager Wolfgang Wolf in die Mangel, der in Sachen Personalpolitik blubberte: „Da wird so viel spekuliert.“ Aber nicht mit Nahkampf-Laura, die vom Glückskeksi zur Furie mutierte! „Dann erzählense mal, dann spekulieren wa nich!“ Gut gemacht!

Recht nett auch das Kommentatoren-Duo mit Sport1-Dauerbrezel Thomas Herrmann und Ex-Bundesliga-Kicker Christian Beeck. Warum gibt’s eigentlich im deutschen Fernsehen, 25 Jahre nach Rubi und Rummenigge, so selten Duos am Mikrofon? „60 macht richtig Ballett“, berlinerte Beeck schon nach wenigen Minuten. Und Herrmann hatte exakt nachgemessen bei den Blauen: „Seit Hoffenheim ist die Brust um 30 Prozent weiter geworden.“

Das machte allemal mehr Spaß als Alleinunterhalter Holger Pfandt, seit dieser Saison zurück auf Sky. Pfandt, noch nie ein enger Freund der deutschen Sprache, fand in der zweiten Liga völlig unerwartet heraus: „Hier wird Fußball gearbeitet.“ Und hier wird Kommentieren gearbeitet. Pfandt holzte sich uninspiriert durch seine Übertragung. Dann lieber Herrmann und Beeck, die tüchtig Alarm machten, auch mal durcheinander quasselten – aber egal. Thomas Herrmann bestand den ultimativen Test für jeden Kommentator – denn Löwentrainer Fröhling brachte Stephané Mvibudulu. Beeck verweigerte die Aussprache („Das möchte ich nicht“), traute sich dann aber doch: „Mvibudulululu.“ Und zusammen feierten sie 60 nach dem Ausgleich: „Die Moral stimmt absolut!“ Fazit: Nach Stephané Mvibudulu kann einem Fußballreporter nicht mehr viel passieren.

Jörg Heinrich

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