tz-Experten-Kolumne von Karsten Wettberg

"Jetzt muss bei 1860 der Neuaufbau her!"

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Karsten Wettberg, Ex-Trainer der ­Löwen.

München - Mit Ach und Krach haben die Löwen die Klasse gehalten. In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Karsten Wettberg, was jetzt passieren muss.

Zu allererst: Mein Beileid an Holstein Kiel, viel grausamer kann man nicht scheitern. Und Sechzig? Viel knapper lässt sich der Kopf nicht aus der Schlinge ziehen. Ich freue mich über den Sieg, über die Rettung, das ist doch klar. Aber dieses 2:1 war vor allem ein Sieg der Fans. Wie diese Supporter die Mannschaft unterstützt haben, obwohl 75 Minuten lang rein gar nichts zusammengegangen ist auf dem Rasen, das verdient Applaus. Eigentlich müsste der Verein seine Fans feiern und nicht umgekehrt.

Ich bin immer noch erschüttert über diesen blutleeren Auftritt der Mannschaft. Kein Spielaufbau, keine Struktur, kein Mut – nichts. Fredi Heiß hat mir in der Halbzeit gesagt, dass das die schlechteste Löwen-Mannschaft seit über 50 Jahren ist, die da herumstolpert. Und da kann ich nur zustimmen. Gut, das Mindestziel ist erreicht, in der Nachspielzeit! Aber wenn das jetzt zum Anlass genommen wird, in dieser Führungskonstellation weiterzumachen, dann kann ich nur sagen: Stop, bitte nicht!

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Wenn die Vereinsspitze und der sportliche Geschäftsführer nur einen Funken Anstand im Leib haben, dann dürfen sie einem Neuaufbau nicht im Weg stehen. Es müssen neue Köpfe her für 1860, es ist genügend Kompetenz auf dem Markt. Ich hoffe, dass sich Hasan Ismaik und Noor Basha genau überlegen, ob sie das Geld weiterhin mit den gegenwärtigen Leuten verbrennen wollen oder endlich Professionalität Einzug halten soll bei 1860. Der Verein und seine Fans hätten es verdient.

Karsten Wettberg

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