tz-Experten-Kolumne

Ex-Löwen-Coach Bommer: Lasst den Fröhling mal machen!

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Rudi Bommer, ehemaliger Trainer des TSV 1860.

München - Rudi Bommer war Trainer bei den Löwen und auch bei deren Gegner Düsseldorf. In der tz-Experten-Kolumne spricht über das direkte Duell seiner Ex-Klubs und rät den Blauen zu mehr Ruhe.

Am Sonntag gibt es mich keine Zweitligakonferenz am Fernseher. Da schalte ich auf’s Einzelspiel: Fortuna Düsseldorf gegen 1860, zwei Ex-Vereine von mir. Und da ich mich immer noch mit beiden Klubs verbunden fühle, sollen sie sich die Punkte gerne teilen. Die Saison ist danach noch lang genug, um die nötigen Siege einzufahren.

Dass sich sowohl die Fortuna wie auch die Löwen im Tabellenkeller befinden, ist schon überraschend. Zum einen, weil man in Düsseldorf intern das Ziel ausgegeben hat, ganz oben mitzumischen, zum anderen, weil die Löwen bisher sehr gute Auftritte hingelegt haben. Wenn du allein das Spiel in Nürnberg gesehen hast, dann klingt es irgendwie schon verrückt, dass diese Mannschaft noch keinen Sieg eingefahren hat. Bei 1860 fehlen einfach die Ergebnisse, hätte allein Daniel Adlung gegen Union Berlin den Elfer reingehauen, dann sähe es schon viel freundlicher aus.

Sowohl Düsseldorf als auch 1860 haben mir von der Spielweise bisher besser gefallen als zum Beispiel RB Leipzig, das ich vor einigen Wochen live im Stadion beim FSV Frankfurt gesehen habe. Dieses hektische Leipziger Spiel, das nur aufs Jagen des Gegners und aufs Ball erobern ausgerichtet ist, sagt mir nicht so zu.

Zurück zu den Löwen: Ich hoffe, dass man dort weiterhin die Ruhe behält, auch wenn es am Sonntag nicht so laufen sollte wie gewünscht. Ich habe ja 2004 am eigenen Leib verspürt, wie gern und schnell dort die Trainer entlassen werden. Lasst den Torsten Fröhling machen, man erkennt, dass er in München mit den jungen Spielern etwas aufbaut. Sie haben dort auch eine sehr gute Perspektive. Im Nachwuchsbereich der Löwen wird ja auch eine hervorragende Arbeit geleistet. Das war schon zu meiner Zeit so. Was mir besonders auffällt: Eigentlich alle ehemaligen 1860-Spieler, die in die Bundesliga gewechselt sind, fassen dort schnell Fuß, weil sie auch eine enorme Schnelligkeit mitbringen.

Von Rudi Bommer

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