Der Löwe tritt vom Nationalteam zurück / Schüsse in Angola

Felhi: Aus in Tunesien!

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Wieder zurück im verschneiten München: Radhouene Felhi Dienstag Vormittag beim Lauftraining der Löwen

München - Abwehrchef Radhouene Felhi ist zurück an der Grünwalder Straße und erklärt seinen Rücktritt aus der tunesischen Nationalelf. Auch nahe dem Teamhotel seien Schüsse gefallen, erzählt er.

Den Temperaturunterschied hat er locker verkraftet. Von den 31 Grad in Angola ins frostige und verschneite München – das war für Radhouene Felhi nach seiner Rückkehr vom Afrika Cup kein Problem. Dienstag Vormittag nahm der Tunesier bereits wieder am Training der Löwen an der Grünwalder Straße teil und verriet: „Ich werde nie mehr für unsere Nationalmannschaft spielen!“ Und ein Zurück wird es nach 29 Länderspielen für ihn mit Sicherheit nicht mehr geben. Felhi: „Ich habe meinen Abschied auch offiziell im tunesischen Fernsehen verkündet.“

Löwen im Schnee: Bilder vom Dienstag mit Rückkehrer Felhi

Rund 40 Grad Temperatursturz musste der vom Afrika zurückgekehrte Radhouene Felhi wegstecken.  © sampics
In Angola hatte es 31 Grad, in München erwarteten ihn Minusgrade  © sampics
Doch der Löwen-Abwehrchef gab Vollgas.  © sampics
Schließlich braucht ihn Ewald Lienen in den nächsten Spielen  © sampics
Der Löwen-Trainer baute vor und kam dick eingepackt zum Training.  © sampics
Schnee an der Grünwalder Straße - darauf hätte Lienen gerne verzichtet.  © sampics
Lienen schaute bei den Schneeräumarbeiten genau hin.  © sampics
Wenn man jetzt eine Rasenheizung anwerfen könnte!  © sampics
So schön die weiße Pracht auch sein mag: Für ein Training ist sie nicht gerade förderlich.  © sampics
Auf die Frage, wie er mit diesem Problem denn zurechtkommen wolle, antwortete er dann schon wieder in bewährt ironischer Art und Weise. „Na ja“, sagte Lienen, „wenn das Wetter so bleibt, dann melden wir uns entweder vom Spielbetrieb ab oder ich löse meinen Vertrag auf…“  © sampics
Aber ein echter Löwe lässt sich auch von Wind und Wetter nicht von der Arbeit abhalten. Dann eben Lauftraining!  © sampics
Sogar der Stein-Löwe bekam Puderzucker ab.  © sampics
Deswegen ging Ewald Lienen mit gutem Beispiel voran  © sampics
Er zeigte seinen Löwen, wie es geht!  © sampics
Klar, dass es die Motivation der Spieler weiter steigert, wenn der Chef mitmacht  © sampics

Der 25-Jährige war total frustriert. Nicht eine einzige Minute ist er beim Afrika Cup zum Einsatz gekommen, und das, obwohl die Mannschaft alles andere als erfolgreich abgeschnitten hat. Nach drei Unentschieden gegen Sambia, Kamerun und Gabun durften die Tunesier bereits nach der Vorrunde wieder die Koffer packen. Felhi: „Wir haben einen neuen Trainer, der auf viele neue Spieler gesetzt hat.“ Für den Löwen eine riesige Enttäuschung: „Mental war das für mich ganz schlecht zu verarbeiten, dass ich dreimal nur auf der Bank gesessen bin und gleichzeitig meinem Verein gefehlt habe. Aber wenn ich in der Nationalmannschaft nur als Zuschauer gefragt bin – dann ist halt ganz Schluss.“

Ewald Lienen soll’s recht sein. Der Löwen-Coach ist von Haus aus nicht glücklich gewesen, dass sein Abwehrchef zu Beginn der Rückrunde nicht zur Verfügung stand. Felhis Entschluss, von dem der Trainer Dienstag früh vor dem Training erfuhr, kam bei Lienen gut an.

Über die Geschehnisse beim TSV 1860 hat sich ­Felhi auch in Afrika stets auf dem Laufenden gehalten: „Die Tore in Koblenz und gegen Hansa Rostock habe ich im Internet gesehen, und jetzt muss ich halt schauen, dass ich mich für das Spiel am Sonntag in Karlsruhe wieder ranarbeite.“

TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels

TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Der Schrei eines Siegers: Für den FC Hansa Rostock gab es in München nichts zu holen. Die Löwen feierten einen verdienten, wenn auch im Ergebnis etwas zu hoch ausgefallenen 3:0-Sieg.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Benny Lauth brachte die Löwen mit einer schönen Einzelleistung in Führung.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Der wiedergenesene Kapitän machte im Heimspiel den Unterschied.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Mit einem trockenen Schuss brachte Lauth die Löwen früh auf die Siegerstraße.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
So jubelt ein Torjäger. Für Lauth war es der 5. Saisontreffer.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Dennoch war die Führung für die Löwen schmeichelhaft. Bis dahin waren Torchancen von Lauth und Co. Mangelware.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Hinten ließ der TSV 1860 nichts anbrennen. Die Abwehr stand gegen Rostock sicher.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Vorne durfte sich trotz schwacher Leistung in Koblenz wieder Peniel Mlapa beweisen.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Der Youngster hatte wieder einen schweren Stand, konnte jedoch einige Bälle behaupten.  © sampics
Nach einer Flanke von Pappas sprang das Leder im Strafraum Kevin Schöneberg an den Fuß. Rostocks Keeper Walke hatte keine Chance.  © dpa
Nach der 2:0-Führung war das Spiel gelaufen.  © dpa
1860 tat im Spiel nach vorne nur noch das Nötigste. Rostock fand keine Mittel den Löwen nochmal gefährlich zu werden.  © dpa
Die Entscheidung: Nach schöner Hereingabe von Peniel Mlapa musste Stefan Aigner nur noch abstauben. Der Schlusspunkt einer torreichen Partie.  © dpa
Kiraly: Groß gefordert wurde er nicht. Bei den Flanken gewohnt sicher.  © getty
Rukavina: Bisweilen etwas schlampig und unaufmerksam. Und: Wann glänzt er endlich mal wieder mit einer Offensivaktion? Note: 4  © getty
Ghvinianidze: So will man ihn sehen. Kompromisslos im Zweikampf, ohne viel Firlefanz. Die Rostocker Stürmer hatten spürbar Respekt. Note: 2  © getty
Beda: Verhinderte kurz vor der Pause mit geschicktem Einsatz den Ausgleich, als er den freistehenden Bartels am Torschuss hinderte. Souveräne Vorstellung. Note: 2  © getty
Holebas: Wie immer mit viel Elan und Mumm, aber die ein oder andere Flanke ließ er zu. In der Offensive nach der Pause mit viel Gas. Vorbereiter zum 3:0. Im nächsten Spiel wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Note: 2  © getty
Aigner: Blieb die erste halbe Stunde relativ blass, dann taute er endlich auf. Schade, dass er bei einer guten Chance zurückgepfiffen wurde. Dann gelang ihm doch noch das 3:0. Note: 3  © getty
Ignjovski: Sammelte wie gehabt Fleißpunkte im Mittelfeld. Machte in der zweiten Halbzeit auch viel nach vorn. Aufs erste Tor muss er aber weiter warten. Note: 2  © getty
Ludwig: Versuchte oft die komplizierte Version, wenn die einfachere gefragt gewesen wäre. Note: 3  © getty
Ab 71.: Uzoma o. B.  © sampics
Pappas: Ein schöner Steilpass in der ersten Halbzeit auf Lauth, das war’s schon. Im Defensivverhalten manchmal ziemlich grün. Aber das Eigentor von Rostocks Schöneberg bereitete er wunderbar vor. Note: 3  © getty
Lauth: Logisch, dass der Löwen-Kapitän gegen Rostock nach seiner Verletzung unbedingt dabei sein wollte. Gegen Hansa trifft er halt immer. Note: 2  © getty
Ab 79. Biancucchi o. B.  © sampics
Mlapa: Ein ganz anderer Auftritt als zuletzt beim Unentschieden in Koblenz, wo dem 18-Jährigen rein gar nichts gelingen wollte. Sogar technische Kabinettstückchen hatte er diesmal im Angebot. Note: 2  © getty
Ab 82. Schäffler o. B.  © getty

Angola bleibt für Felhi aber nicht nur wegen der sportlichen Enttäuschung in unangenehmer Erinnerung. „Die Geschichte mit dem Terroranschlag auf die Mannschaft von Togo war natürlich furchtbar“, sagt er, „und auch bei uns in Lubango haben wir nachts, wenn wir im Bett lagen, draußen oft Schüsse gehört.“ Durfte die Mannschaft überhaupt das Hotel, außer zum Training, verlassen? Felhi: „Es gab keinen Grund, rauszugehen, so trist, wie die Umgebung dort war…“

Claudius Mayer

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