Löwenfan-Legende Franz Hell zu einer möglichen Rückkehr ins „Grünwalder“

"Der Verein hat die Zeichen der Zeit erkannt!"

Franz Hell auf der Tribüne des Stadions an der Grünwalder Straße: Der langjährige Löwen-Fan würde eine Rückkehr nach Giesing begrüßen
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Franz Hell auf der Tribüne des Stadions an der Grünwalder Straße: Der langjährige Löwen-Fan würde eine Rückkehr nach Giesing begrüßen

Er ist beileibe kein „Grünwaldi“, kein Hardliner, der das Olympiastadion oder die Allianz Arena boykottiert hat, aber freuen tut sich Franz Hell schon, dass jetzt beim TSV 1860 öffentlich eine mögliche Rückkehr nach Giesing diskutiert wird.

Über die „Projektgruppe Stadionzukunft“, die vom Präsidium ins Leben gerufen wurde. „Ich finde es gut, dass unsere Führung die Zeichen der Zeit erkannt hat“, sagt Hell (55), der seit 1963 ständiger Begleiter der Löwen ist und seit über 30 Jahren als Delegierter im Verein arbeitet. „Das Präsidium hat gesehen, dass uns die Leute in der Arena in Scharen weglaufen, wenn es sich in der Stadionfrage nicht bewegt.“

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Bei allen Emotionen, die jetzt entfacht werden, verliert Hell aber auch nicht den Blick für die sachliche Ebene: „Ich sehe es bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage schon als problematisch an, einen Investor zu finden, der das neue Stadion an der Grünwalder Straße finanziert. Mal ganz abgesehen davon, dass wir im Moment ein mittelmäßiger Zweitligist sind, der Investoren sicherlich nicht mit der ganz großen Begeisterung anzieht. Bei entsprechendem sportlichen Erfolg gingen die Türen sicher leichter auf.“

Aber den Versuch zu starten, dafür ist Hell allemal. „Allein schon deshalb“, sagt er, „weil ich mir nicht vorstellen kann, dass der TSV 1860 bis ins Jahr 2025 in der Arena überleben könnte. Außer, man etabliert sich wieder als Spitzenteam.“

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So wie in den sechziger Jahren, als der 13-jährige Hell im Stadion an der Grünwalder Straße mit den Löwen die Deutsche Meisterschaft feierte.

„Dort ist einfach unsere Heimat und Tradition“, sagt Hell. „Und sind wir doch mal ehrlich: In der Arena haben wir doch keine richtigen Heimspiele. Ebenso wenig wie wir die im Olympiastadion hatten. Dass wir nach dem Wiederaufstieg 1995 nicht sofort wieder abgestiegen sind, haben wir doch auch der Tatsache zu verdanken, dass wir die meisten Heimspiele im Sechz’ger ausgetragen haben. Im Olympiastadion wären wir mit Sicherheit abgestiegen.“

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Blaue Emotionen kämen, so Hell, eben nur in Giesing richtig zum Ausdruck: „Dort wäre das Entertainment viel größer. Dort war Fußball auch immer ein Erlebnis. Wenn du zusammengepfercht auf dem Stehplatz gestanden bist und manche Spiele bereits 14 Tage vorher ausverkauft waren. Da ist dann die Nachfrage nach Karten auch viel größer. Diese Identifikation ist unglaublich wichtig. Die Leute treffen sich vorher in den Kneipen, trinken ihr Bier, sind nachher oft noch bis zehn, elf Uhr abends beisammen. In Fröttmaning draußen verläuft sich doch immer alles ganz schnell.“

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Dass immer wieder verkehrstechnische Probleme (vor allem fehlende Parkplätze) ins Feld geführt werden, will Franz Hell nicht akzeptieren: „Der Anschluss mit U-Bahn, Tram und Bus ist in Giesing hervorragend, und außerdem: Wer nutzt denn schon das Parkhaus an der Allianz Arena? Von hundert Leuten, die ich kenne, sind das vielleicht zwei. Weil es mit zehn Euro Gebühr einfach sündhaft teuer ist. Im Jahr würdest du allein für’s Parken 170 Euro zahlen, mehr als für die Dauerkarte auf dem Stehplatz…“

Claudius Mayer

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