tz-Interview

Herr Polster, was macht Okotie und Alaba so stark?

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Österreichs Ex-Nationalspieler Toni Polster.

München - Zwei Österreicher prägen derzeit die Münchner Vereine: Rubin Okotie (TSV 1860) seit dieser Saison, David Alaba (FC Bayern) schon länger. Die tz sprach mit Toni Polster über seine Landsmänner.

Herr Polster, zwei Ihrer Landsmänner prägen derzeit die Münchner Vereine. Reden wir zunächst über den Löwen-Torjäger: Wie viel Toni Polster steckt in Rubin Okotie?

Polster: Darum geht es eigentlich nicht. Es geht darum, dass er endlich fit ist! Die Fitness war lange Zeit das Problem bei ihm, die hat er nun endlich, er scheint angekommen zu sein in München! Hinzu kommt, dass er Vater geworden ist, er wird dadurch noch fokussierter. Die Tore haben ihm gutgetan, in der Nationalmannschaft hat er nun sogar die Chance, einen Marc Janko zu verdrängen. Wir bei der Wiener Viktoria, die ich derzeit trainiere, sind mächtig stolz: Hier in diesem Verein ist er groß geworden.

Aber noch mal: Was macht ihn aus? Wo liegen seine Stärken?

Polster: Vor allem in seiner Schnelligkeit und Technik. Jetzt hat er zwar gerade zwei Tore mit dem Kopf erzielt – ich würde aber nicht sagen, dass er auf diesem Gebiet ein Riesenspezialist wäre. Am Boden reicht ihm eine Zehntelsekunde, dann kann er sich lösen und ein Tor schießen.

Ist er in Ihren Augen bundesligatauglich?

Polster: Wenn er gesund bleibt und an Konstanz gewinnt, was ihm in den letzten Jahren gefehlt hat, dann kann er ganz oben spielen, ja. Gut möglich, dass er derzeit der begehrteste Spieler bei 1860 ist.

Sein Spezl und Nationalmannschaftskollege hat sich in der Ersten Liga bei Bayern München bereits fest etabliert. Wie sehen Sie seine Rolle?

Polster: Der David hat sich prächtig entwickelt, auch in dieser Saison noch mal einen großen Schritt gemacht. Mit seiner Flexibilität, seinem variablen Spiel, hilft er der Mannschaft extrem weiter.

Inwiefern hat der Wechsel ins Mittelfeld auch seiner Persönlichkeitsentwicklung gutgetan?

Polster: Das spielt eine große Rolle! Auf der Sechser- oder Achterposition muss man sich auch taktisch sehr klug verhalten, das zeigt David gerade in besonderem Maße. Dass er das kann, ist aber für mich keine Überraschung. Ein Spieler mit seiner Intelligenz beherrscht das einfach, wenn man ihm die Chance gibt. In Österreich haben wir es ja noch früher erkannt, dass er eigentlich im Zentrum spielen muss. Bei uns hat er sich schon lange darauf einstellen können, was dort gefordert ist.

Alaba hat nigerianische Wurzeln, Okotie pakistanische. Macht das den Unterschied aus?

Polster: Ich denke schon, dass diese Gene etwas ausmachen. Der Muskelaufbau bei beiden spricht für sich. Allerdings sind beide auch sehr gut ausgebildet worden. Der eine hier bei der Wiener Viktoria, der andere beim FC Bayern.

Zusammen könnten sie 2016 in Frankreich an der EM teilnehmen.

Polster: Das stimmt, aber wir müssen da jetzt höllisch aufpassen! Im nächsten Jahr haben wir mit Österreich alle Konkurrenten auswärts, von Russland über Schweden und Montenegro. Da kann sich das Blatt schnell wenden.

Interview: Michael Knippenkötter

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