Leverkusen bestätigt Einigung/ Wolf plädiert für ein Bleiben

Lars Bender schon im Sommer weg?

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Bald in Schwarz-Rot? Lars Bender ist sich mit Bayer Leverkusen einig.

Von den Mitspielern gab’s um Mitternacht auf der Heimfahrt aus Oberhausen ein Geburtstagsständchen, ein altgedienter Fan setzte Montag Mittag noch einen drauf. „Glückwunsch! Bleibt’s gsund Buam und lasst’s es eich schmecka!“

Mit diesen Worten überreichte der Stammkiebitz den Bender-Zwillingen Lars und Sven eine 40 Zentimeter lange Salami, geschmackvoll verpackt in Alufolie. Gut möglich, dass dieser 20. Geburtstag der letzte ist, den die Brüder gemeinsam bei 1860 feiern. Lars Bender ist sich mit Bayer Leverkusen einig. „Wir sind froh, dass er sich für uns entschieden hat“, bestätigte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Montag der tz. Fraglich sei jetzt „nur noch, ob Lars im Sommer zu uns kommt oder erst ein Jahr später.“

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Lars und sein Berater Manfred Schulte wollten sich gestern auf Nachfrage nicht konkret äußern. „Es sind noch fünf Spiele zu spielen, warten wir mal ab, was dann passiert“, sagte der Mittelfeldspieler, der bei 1860 einen Vertrag bis 2011 besitzt.

Bleiben oder gehen? 1860-Manager Miroslav Stevic, der zuletzt erklärt hatte, dass Lars „noch ein weiteres Jahr für uns spielen“ solle, wollte am Montag Nachmittag noch nicht Stellung zu der neuen Entwicklung nehmen.

Im Sommer wäre die Ablöse für den U-19-Europameister frei verhandelbar, nächstes Jahr würde die Ausstiegsklausel greifen, wonach Bender für zwei Millionen Euro wechseln kann, von denen er laut Abmachung mit Sechzig 400.000 Euro selbst kassiert.

Sportlich wäre Lars’ Abgang im Sommer ohne Frage ein herber Verlust. Seine strategischen Fähigkeiten hat im derzeitigen Kader niemand, im Mannschaftskreis ist er trotz seiner Jugend als Führungspersönlichkeit anerkannt. „Wenn man eine schlagkräftige Mannschaft will, dann braucht man beide Bender-Zwillinge“, wirbt Trainer Uwe Wolf für ein Bleiben. „Sie haben einen unheimlich guten Charakter, eine hohe Identifikation mit 1860, einen großen Siegeswillen und einen klaren Kopf.“

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Fraglich ist freilich, ob auf Wolfs Meinung über die kommende Saison noch großer Wert gelegt wird bei den Löwen. Nach sechs Spielen ohne Sieg und teilweise desolaten Leistungen wie am Sonntag in der ersten Halbzeit gegen Oberhausen, sind die Argumente pro Wolf überschaubar.

Und der anfangs so forsche Trainer klingt mittlerweile auch nicht mehr allzu hoffnungsvoll. „Vielleicht weiß ich ja schon was“, sagte er am Montag Mittag auf die obligatorische Frage nach seiner Zukunft und grinste gequält.

Dann folgte ein Plädoyer in eigener Sache: „Ich bin jetzt Chef und mache meinen Job so gut ich ihn machen kann. Ich weiß, dass ich fleißig bin und versuche alles Menschenmögliche, um Sechzig zu helfen, wo’s geht.“ Ob er noch lange helfen darf, steht auf einem anderen Blatt…

Ludwig Krammer

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