Die Rückkehr ins Grünwalder Stadion?

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Des Löwen große Liebe Das Grünwalder Stadion.

Die Geister haben sie gerufen, sie wieder loszuwerden, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein…

Seitdem das Präsidium des TSV 1860 am vergangenen Freitag eine öffentliche Stadiondiskussion ins Leben gerufen und die Projektgruppe Stadionzukunft gegründet hat, ist nichts mehr so, wie es war.

Bisher wurde das Thema in Fanforen behandelt, auf den Rängen von „Grünwalder“-Anhängern durch entsprechene Gesänge zum Stadionwechsel aufgefordert, aber von Vereinsseite kam bis zum jetzigen Zeitpunkt nichts. Außer der Aussage, dass „unser Stadion die Allianz Arena“ ist.

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Mit einer sündhaft teuren Miete (5,3 Millionen in dieser Saison) und einer vertraglichen Bindung bis 2025. Doch jetzt wird nach einem Ausweg gesucht, der eben, so wie’s bei 1860 üblich ist, schnurstracks nach Giesing führen sollte. Jedenfalls nach Auffassung vieler Fans.

Auch nach der von Josef Wensauer, einem führenden Mitglied der Vereinigung „Pro 1860“ und von Beruf Architekt. Gemeinsam mit einigen Kollegen zerbricht er sich in einer „grund­lagenermittelnden Arbeit“ schon seit längerem den Kopf, wie ein bundesligataugliches Stadion an der Grünwalder Straße zu verwirklichen ist.

Rettet das Sechzger: Der Stadionkalender 2009

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„Das ist noch keine Machbarkeitsstudie“ betont Wensauer, „die, so hoffen wir, kann dann ab Herbst in Auftrag gegeben werden. Wir haben uns die Eckdaten angeschaut und halten einen Neubau für durchaus möglich.“ Vorher aber sind viele Fragen zu klären.

Macht die Stadt als Besitzer des Stadions mit?

Wensauer: Klar ist, dass die Stadt bei diesem Unternehmen nicht finanziell belastet werden darf. Es müsste so funktionieren, dass darüber verhandelt wird, dem Verein das Gelände auf Pachtbasis zu überlassen. Die Baukosten sollten mit Hilfe von mehreren Investoren und Sponsoren gestemmt werden. Und da gibt es schon viele Konzepte, die mit viel Kreativität ausgelotet worden sind. Wichtig ist, dass wir bei den Sponsoren dann nicht mehr die B-Seite der Schallplatte sind wie in der Allianz Arena. Bei den Kosten für das Stadion gehen wir von einem Rahmen von 50 Millionen Euro aus?

Wie sicher ist es, dass ein Neubau möglich ist?

Wensauer: Das sind dann Fragen für die Machbarkeitsstudie. Dazu gehören die Themen Verkehr, Sicherheit und Bodengutachten. Uns schwebt ja vor, dass das Stadion sieben, acht Meter abgesenkt wird, um auf eine Zuschauerkapazität von 35 000 bis 40 000 zu gelangen. Möglicherweise aber sagt das Gutachten auch aus, dass das gar nicht möglich ist.

Spielen die Anwohner mit oder muss man damit rechnen, dass Bürgerinitiativen den Bau verhindern können?

Wensauer: Also Nachbar ist auf allen vier Seiten des Stadions erstmal die Stadt. Mittlerweile ist die Stimmung bei der Bevölkerung in Giesing so, dass man eher wieder einen Stadionbetrieb lieber hätte, als an gleicher Stelle ein Einkaufszentrum oder ein Hotel.

Ein Blick ins ehrwürdige Grünwalder Stadion

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Wie dynamisch geht der Verein an das Thema ran?

Wensauer: Der Verein muss den klaren Willen zeigen, dass er dieses Projekt verfolgen will, Und die Projektgruppe Stadionzukunft ist ja jetzt schon ein deutliches Zeichen dafür. Dazu gehört dann natürlich auch, dass mit dem FC Bayern über einen Auszug aus der Allianz Arena gesprochen wird.

Wie groß ist die Hoffnung, dass das Projekt Wirklichkeit wird?

Wensauer: Wenn alle bei 1860 an einem Strang ziehen, dann bekommen wir auch, was wir wollen. Diese Vision muss einfach bleiben. Wann könnte das Stadion fertiggestellt sein? Wensauer: In drei bis fünf Jahren, je nachdem, welche Zeit für die ganzen Vorarbeiten benötigt wird.

Claudius Mayer

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