Uduokhai, Neuhaus und Co.

Diesen Löwen geht es prächtig – aber erst seit ihrem Weggang von Sechzig

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Matchwinner im Pokal: Felix Uduokhai (links) bejubelt seinen Siegtreffer gegen Hoffenheim.

Aus Ex-Löwen wurden schon immer gestandene Bundesligaprofis, Spieler von europäischem Topniveau oder gar Weltmeister. Auch die neueste Riege der Abgewanderten schickt sich an, für Furore zu sorgen. 

Schaut man sich die Startaufstellungen so mancher nationaler und internationaler Topklubs an, fällt auf: Die Löwen-Dichte ist immens. Da tummeln sich die Bender-Brüder bei der wieder erstarkten Werkself aus Leverkusen, da gewinnt Christopher Schindler mit Huddersfield gegen Manchester United und da klopft Jose Holebas mit dem FC Watford an die Tür zu den internationalen Wettbewerben. Auch Spieler, die die Löwen erst im Sommer verlassen haben, trumpfen an neuer Wirkungsstätte auf. Wir haben den Werdegang von fünf Löwen-Abgängen unter die Lupe genommen. 

Felix Uduokhai (20 Jahre, VfL Wolfsburg)

Das 20 Jahre alte Löwen-Eigengewächs wechselte im Sommer für eine läppische Million Euro zum VfL Wolfsburg und ist dort aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Am Mittwoch köpfte Uduokhai seine Mannschaft beim 1:0 gegen Hannover ins DFB-Pokalachtelfinale. Und auch in der Liga brilliert der Youngster: Im Duell mit der TSG Hoffenheim köpfte er in der Nachspielzeit den 1:1-Endstand. Dass der 20-Jährige in der im Sommer für rund 30 Millionen aufgemotzten VfL-Defensive überhaupt so schnell eine Chance bekam, lag auch am Verletzungspech der Niedersachsen. Der bisherige Abwehrchef Jeffrey Bruma verletzte sich bereits in der vergangenen Saison schwer am Knie und kommt allmählich erst zurück. Der vor der Saison für 17 Millionen Euro von Hertha BSC verpflichte John Anthony Brooks machte verletzungsbedingt ebenfalls noch kein einziges Bundesligaspiel. Uduokhai nutzte diese Chance beherzt. Uduokhai spielte in der laufenden Saison nur ein mal nicht von Beginn an. Das war am zweiten Spieltag – seither ist er aus der Wolfsburg-Innenverteidigung nicht mehr wegzudenken.

Florian Neuhaus (20 Jahre, Fortuna Düsseldorf)

Nicht ganz so weit nach oben, wie für Uduokhai, ging es für Florian Neuhaus. Verstecken muss er sich mit seinem Werdegang aber keineswegs. Im Sommer ging er ablösefrei nach Mönchengladbach, wurde von dort aber direkt nach Düsseldorf verliehen. Und, Sie ahnen es, am Rhein ist er seither wichtiger Bestandteil des Zweitliga-Tabellenführers. Neuhaus spielt immer, verpasste nur eine Partie und kommt bei zehn Einsätzen auf stolze vier Treffer. Und das als Mittelfeldspieler. Ob Juniorennationalspieler Neuhaus den Aufstieg mit der Fortuna schafft und anschließend dort bleibt oder ob ihn aber sein eigentlicher Arbeitgeber Mönchengladbach zurückholt, ist noch unklar. Klar ist allerdings: Neuhaus wird ab kommendem Sommer zum Bundesligaspieler wie Ex-Kollege Uduokhai.

Stefan Ortega (24 Jahre, Arminia Bielefeld)

Keeper Stefan Ortega kehrte nach seinem Gastspiel in Giesing zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurück: zu Arminia Bielefeld. Und da läuft es richtig gut für den 24-Jährigen. Die Arminen mischten zu Beginn der Saison die Liga gehörig auf. Nach zehn Spieltagen lagen die Ostwestfalen auf Rang vier der Tabelle, in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen und mit Ex-Löwe Ortega im Tor. Der Schlussmann ist in Bielefeld ein sicherer Rückhalt und verpasste bisher keine Sekunde. Haken: In den vergangenen beiden Spielen lief es nicht mehr ganz rund für Bielefeld. Das Team verlor zweimal hintereinander und liegt mittlerweile auf Tabellenplatz sieben. Das ist freilich immer noch eine ordentliche Platzierung, wenn man bedenkt, dass sich Bielefeld vergangene Saison erst am letzten Spieltag vor dem Relegationsplatz rettete. Wer besagte Relegationsduelle stattdessen antreten musste, ist Löwenfans bekannt... 

Christian Gytkjaer (27 Jahre, Lech Posen)

Im vergangenen Winter sollte bei den Löwen alles besser werden. Knipser Gytkjaer, geholt für mehr als zwei Millionen Euro aus Trondheim, sollte es scheppern lassen in den gegnerischen Kisten. Problem: So richtig gelang das dem Dänen nicht. Nur zwei Treffer steuerte er in 18 Einsätzen im Abstiegskampf bei. Unvergessen zudem sein Eigentor beim 0:1 gegen Kaiserslautern. Nach seinem Intermezzo in Giesing wechselte Gytkjaer nach Polen zu Lech Posen, dem Ex-Klub von Bayern-Knipser Robert Lewandwoski. Und, Sie ahnen es, beim Tabellenführer der Extraklasa trifft der Däne, wie er will. Außerdem knipst er in der Europa League. Seine Leistungsdaten: 18 Spiele, acht Torbeteiligungen (sieben Treffer, ein Assist).

Stefan Mugosa (25 Jahre, Sheriff Tiraspol)

Ins internationale Business ging es für Stefan Mugosa nicht. Aber nur knapp. Sein Team Sheriff Tiraspol aus Moldawien scheiterte in der Champions-League-Quali (!) knapp am israelischen Vertreter Hapoel Beer Sheva. Bemerkenswert sind Mugosas Leistungsdaten dennoch. Er, der das Kunststück fertig brachte, als Stürmer bei den Löwen in 33 Spielen einen kümmerlichen Treffer zu markieren, schlägt beim moldawischen Rekordmeister voll ein. In neun Spielen für den Tabellenführer der Divizia Nationale kommt Mugosa auf neun Torbeteiligungen (sechs Tore, drei Assists). Interessant: Mugosas Team hat in der Liga noch kein Spiel verloren.

mae

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