Ulrich Bez gewinnt an Einfluss

Er ist der heimliche mächtige Mann bei 1860

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Alphatiere: Ulrich Bez (r.) beim Wiesn-Abend der Löwen mit Oberbürgermeister Dieter Reiter.

München - Ulrich Bez, Ex-Firmenchef und aktueller Vorsitzender des Aufsichtsrats von Aston Martin, gewinnt beim TSV 1860 zunehmend an Einfluss – wohl auch, weil Investor Hasan Ismaik es so will.

Am Sonntag ist es mal wieder soweit: Die Mitglieder des TSV 1860 küren einen neuen Präsidenten – so Gott will. Zur Wahl steht ein vom Verwaltungsrat vorgeschlagener Kandidat: Peter Cassalette, 62, der sich am Mittwoch bei einem Fantreffen vorstellen will. Seine Visionen sind die Klassiker: Aufstieg irgendwann, eigenes Stadion, Friede mit dem Investor.

Vertraute, konsensfähige Standpunkte. Neu ist, dass sich der frühere FTI-Geschäftsführer weitgehend aus dem operativen Geschäft des Profispielbetriebs (KGaA) raushalten will. Oder soll. Das weiß man nicht so genau. Fakt ist jedenfalls, dass es Menschen im Umfeld des Zweitligisten gibt, die schon jetzt mehr Macht haben.

Einer von ihnen: Ulrich Bez, 71, einst von Investor Hasan Ismaik für die Löwen gewonnen worden. Der promovierte Bez war Firmenchef von Aston Martin, als Ismaik den britischen Nobelautobauer im September 2011 als Hauptsponsor vermittelte. Zuvor war der gebürtige Stuttgarter, ein passionierter Rennfahrer, auch für Porsche, BMW und Daewoo tätig. Ein typisch schwäbischer Self-made-Karrieremensch: strebsam, kreativ, sehr ehrgeizig. Schon vor zehn Jahren, im besten Vorruhestandsalter, sagte er: „Ich habe noch viele Pläne und Ideen. Solange ich Mitarbeiter begeistern kann, will ich nicht aufs Boot oder wandern gehen.“ Als Vorsitzender des Aufsichtsrats blieb er Aston Martin erhalten.

Was Bez mit 1860 vorhat, ist nicht bekannt. Er wurde bisher nicht öffentlich vorgestellt, ist im Hintergrund dafür präsenter denn je. Beim offiziellen Wiesn-Besuch saß er am Tisch der Oberlöwen. Nur Ismaik hat so einflussreiche Ämter wie er (Beirat, Aufsichtsrat). Zuletzt, bei der Präsentation von Sportchef Oliver Kreuzer, erwähnte ihn Ismaik-Cousin Noor Basha mehrmals. Uli hier, Uli da. In Bez, so der Eindruck, hat der Investor einen weiteren Vertrauten, der bei 1860 für ihn nach dem Rechten schaut.

Weil er erst seit kurzem Vereinsmitglied ist, hatte er keine Chance, zum Präsidenten vorgeschlagen zu werden. Dass Bez die Eignung dafür hätte, legt ein Satz nahe, den er einst der FAZ sagte: „Man muss Grenzen testen, im organisierten Chaos arbeiten.“ Kann er bei 1860 haben – auch als Strippenzieher im Hintergrund.

Uli Kellner

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