In der Arena verboten, vom DFB aber empfohlen

Weiterhin kein Megafon: 1860-Fans setzen auf Solidarität

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Die Fans des TSV 1860 München möchten auch in Zukunft ohne Megafon für Stimmung sorgen.

München - Die Giasinga Buam möchten in der Münchner Megafon-Debatte auf "Kuhhandel" mit der Polizei verzichten. Die 1860-Ultras hoffen dabei auf Unterstützung der gegnerischen Fanszene.

Zu Saisonbeginn gibt es eine Neuerung in der Stadionordnung der Allianz Arena. Wie die "Giasinga Buam", eine Ultra-Gruppierung des TSV 1860 München, auf ihrer Internetseite mitteilt, haben ab der kommenden Spielzeit auch Gästefans die Möglichkeit Megafone in der Spielstätte des FC Bayern und der Löwen zu benutzen. Voraussetzung dafür ist wie für die Münchner Vereine ein Gespräch mit der Polizei der Landeshauptstadt, dem sogenannten Kurvengespräch vor den Partien. 

Laut "Verordnung der Landeshauptstadt München über die Arena in Fröttmaning (Arena-VO)" ist der Einsatz von Megafonen grundsätzlich verboten. Im § 5, Absatz 1g heißt es, den Besuchern ist das Mitführen von "Geräten zur Geräusch- oder Sprachverstärkung (z.B. Megafon)" untersagt. Der Grund: Es soll vermieden werden, dass Fans via Megafon zu Straftaten animiert oder aufgehetzt werden. Zudem wird der Lärmschutz als Grund angegeben.

"Von diesem Verbot gibt es eine Ausnahme für die Heimmannschaften 1860 und FC Bayern", erklärte Daniela Schlegel vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) auf Nachfrage unserer Onlineredaktion bereits im April. "Die Vereine suchen die Personen aus, die Megafone nutzen dürfen. Diese werden vor dem Spiel bei der Polizei angemeldet und stehen auch in engem Kontakt mit den Beamten." Diese Ausnahme wurde nun auch auf Gästefans erweitert, insofern die Anhänger an dem sogenannten "Kurvengespräch" mit der Polizei teilnehmen. Die behördliche Einweisung "wird vor jedem Spiel in der Allianz Arena als Sicherheitsbesprechung ausgetragen", wie die "Giasinga Buam" weiter mitteilen. In den weiteren Bundesligastadien ist die barrierefreie Verwendung von Megafonen hingegen usus.

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Während die Fans des FC Bayern das Angebot der Polizei und des KVR angenommen haben, weigern sich die Löwen-Fans diesen "Kuhhandel" mit den Behörden einzugehen. Selbiges erhofft sich die Gruppierung nun von der Fanszene der weiteren Zweitligisten. "Ein derartiger bundesweit akzeptierter und selbstverständlicher Fanstandard sollte nicht an die Gunst und ein Gespräch mit der Polizei geknüpft sein", heißt es auf der Internetseite der Giasinga Buam

Mit ihrem Prinzip und der Solidarität der weiteren Fanlager erhoffen sich die Löwen-Fans die Abschaffung der Megafon-Regelung. "Deshalb appellieren wir mit Nachdruck an alle Fanszenen: Nehmt, trotz der unterirdischen Münchner Fanbedingungen und der damit einhergehenden erschwerten Koordination des Supports, nicht am o.g. Kurvengespräch teil! Macht einen solchen Kurvenstandard nicht zum generellen Verhandlungsobjekt! Kurvenstandards müssen bedingungslos sein. Auch in München."

Übrigens: Der Deutschen Fußball-Bund (DFB) empfiehlt die Erlaubnis eines Megafons für Fankurven, egal ob Heim- oder Auswärtsfans.

deu

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