Er ist ein Fußball-Bayer

Union-Trainer Düwel: "Ich vermisse Weißwürste…"

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Aufwärtstrend: Union-Trainer Norbert Düwel.

München - Norbert Düwel ist ein Fußball-Bayer durch und durch. Mit Union Berlin empfängt der 46-Jährige am Samstag den TSV 1860. Das tz-Interview.

Geboren in Altötting, als Spieler bei Türk Gücü München und Wacker Burghausen aktiv, danach Trainer beim TSV Gräfelfing und Hospitant beim FC Bayern – Norbert Düwel ist ein Fußball-Bayer durch und durch. Mit Union Berlin empfängt der 46-Jährige am Samstag den TSV 1860 (im Live-Ticker). Das tz-Interview.

Herr Düwel, stachelt das Duell mit 1860 Ihren persönlichen Ehrgeiz mehr an als andere Spiele?

Norbert Düwel: Nein, ich will mit Union jedes Spiel gewinnen, der Gegner spielt dabei keine Rolle. Wir wollen nach oben und deshalb auch 1860 schlagen.

Kennen Sie aus Münchner Tagen noch Spieler von 1860?

Norbert Düwel: Klar, auch aus persönlichen Kontakten. In München bin ich aber nicht zu 1860-Spielen gegangen, weil mir der FC Bayern näher war.

Wie haben Sie die Länderspielpause genutzt?

Norbert Düwel: Wir haben Testspiele gemacht. Und in der zweiten Woche sind wir ins Trainingslager nach Kienbaum gegangen. Es ist einfach ideal. Dort finden wir alle technischen Neuerungen bis zur Kältekammer. Bei minus 110 Grad Celius war das ein Schock, doch wieder aus der Kammer heraus, regeneriert der Körper ziemlich schnell. Das Trainingslager dient auch dem Zusammenwachsen der Mannschaft.

Wie haben Sie sich nach einem halben Jahr in Berlin eingelebt?

Norbert Düwel: Union ist ein ganz besonderer Verein. Dort halten die Fans auch in der Niederlage zur Mannschaft. Ich bin immer wieder erstaunt, was Präsident Zingler aus dem Verein gemacht hat. Die Sofas zur WM im Stadion vor einer riesigen Videowand haben den Verein in der ganzen Welt bekannt gemacht. Im Dezember gibt es wieder das traditionelle Weihnachtssingen. Das Stadion ist schon wieder fast ausverkauft.

Was vermissen Sie als Bayer in Berlin?

Norbert Düwel: Wenn ich etwas vermisse, dann ist es die echte Münchner Weißwurst, die kann keiner nachmachen. Ich kenne Bayern in Berlin, die lassen sich die Weißwürste einfliegen. Keine schlechte Idee.

Wie blicken Sie nach einem halben Jahr Trainertätigkeit bei Union auf Ihre Arbeit zurück?

Norbert Düwel: Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass wir die ersten vier Spiele gleich gewinnen. Aber inzwischen hat die Mannschaft gezeigt, dass sie jeden Gegner in der Liga schlagen kann. Die jetzige Tabellensituation werden wir nach oben verändern, da bin ich ziemlich sicher. Die Mannschaft zieht voll mit.

Wo sind Ihnen in den vergangenen sechs Monaten die deutlichsten Veränderungen geglückt?

Norbert Düwel: Ich denke, das ist ganz offensichtlich die Verjüngung des Teams. In der vorigen Saison ist Union mit der zweitältesten Truppe der Liga aufgelaufen. Jetzt sind wir das zweitjüngste Team. Diese Mannschaft wird sich beständig weiterentwickeln.

Interview: Manfred Hönel

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