"Nicht mal in Kreisklasse geduldet"

Strafe zu hart? Heiße Diskussion unter 1860-Fans

München - Es war der Aufreger des Montags. Fünf Profis des TSV 1860 München wurden mit sofortiger Wirkung vorerst suspendiert und zur U21 strafversetzt. Unter den Fans entbrannte eine lebhafte Diskussion.

Nach den zwei Niederlagen gegen 1. FC Kaiserslautern und RB Leipzig zu Saisonbeginn und dem damit verbundenen vorletzten Platz in der 2. Bundesliga brennt bereits jetzt beim TSV 1860 München der Baum lichterloh. Als Hintergrund wurde zudem bekannt, dass am Tag nach der bitteren 2:3 Pleite in Kaiserslautern Kapitän Julian Weigl, Daniel Adlung, Vitus Eicher und Yannick Stark es mit der Nachtruhe nicht ganz so ernst nahmen und lange unterwegs waren.

Die vier Spieler wurden ebenso wie Gabor Király (aufgrund seiner Attacke gegen Gary Kagelmacher) mit einer Geldstrafe belegt und zur U21 strafversetzt.

Auf tz.de, merkur-online.de und auf unserer Facebookseite TSV 1860 News entbrannte unter den Usern eine lebhafte Diskussion über den Sinn oder Unsinn der ausgesprochenen Strafen.

Einige User zeigen Verständnis für das Verhalten der jungen Spieler. User Emma schreibt beispielsweise: "Wieso darf man nicht zum Feiern gehen, wenn man am nächsten Tag frei hat?" Giasinger1967 meint: "Was für ein Quatsch - die Jungs haben nach dem Spiel am Betzenberg Frust abgebaut."

Diese Haltung stößt jedoch bei den meisten Lesern auf Unverständnis, die die ausgesprochenen Strafen nachvollziehen können beziehungsweise das Verhalten der Spieler nicht gutheißen. "Den Frust lass ich nach dem Spiel in der Kabine oder beim nächsten Training raus", meint User Tom.

Weitere Stimmen der Löwenfans: 

"Was ich nicht verstehen kann ist, wie manche hier es gut heißen können, dass Profis einen über den Durst trinken. Wenn sie das wollen, dann sollen sie in der Kreisklasse spielen. Und nicht mal dort wird so etwas geduldet, auch wenn die Strafen natürlich etwas milder ausfallen." (User moe)

"In solch einer Situation ist absoluter Zusammenhalt und absolute Disziplin gefragt. Jetzt wo Moniz und Poschner endlich ein Konzept herausgearbeitet haben, wie es wieder vorwärts gehen könnte (auch wenn es bislang noch nicht so gefruchtet hat), ist jeder kleine Rückschlag, jede kleine Eskapade ein Schlag ins Gesicht. Ich find die Entscheidung zwar hart, aber gut! In der aktuellen Situation, in der die Löwen stecken, geht es nicht anders!" (Loewe-IN)

"Diese Einstellung kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn sich ein junger Mensch dazu entscheidet, Profisportler (in diesem Fall Fußballer) zu werden, weiß er auch ganz genau, und es ist auch Teil seines Vertrages, dass er entsprechend so zu leben und sich in der Freizeit zu verhalten hat, dass er seine ganze Leistungsfähigkeit seinem Verein, der ihn meist fürstlich dafür entlohnt, zur Verfügung zu stellen hat. Und da passt es halt nun mal nicht, wenn ich nach so einem Spiel wie gegen Kaiserslautern nichts besseres zu tun habe, als die halbe Nacht um die Häuser zu ziehen. Alle Spieler hatten wochenlang Urlaub, da war Zeit genug für solche "Späße", aber bitte nicht während der Saison. Wir Fans, die wir zu einem Teil deren Einkommen mitfinanzieren, haben ein Recht darauf, dass jeder Spieler einen entsprechenden Lebenswandel führt, der es ihm ermöglicht, zumindest einmal die Woche im Spiel seine Topleistung abzuliefern." (helistar1860)

Michael T. beschreibt mit seinem Kommentar auf Facebook treffend die Uneinigkeit und Meinungsverschiedenheiten unter den Sechzig-Fans. "Also wir haben komische Fans ... Erst drehen alle durch wegen der schlechten Leistungen und dann greift der Verein endlich mal knallhart durch und dann ist es wieder nicht Recht."

ep

 

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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