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Arena, Oly oder Grünwalder? Stadionfrage spaltet 1860-Fans

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Die Fans des TSV 1860 München.

München - Im Falle eines Abstiegs in die Dritte Liga könnte der TSV 1860 Risikospiele im Olympiastadion austragen. Die Rückkehr wird unter den Anhängern der Löwen kontrovers diskutiert.

Spiele der Löwenprofis im Olympiastadion? An diesen Zustand müssten sich wohl viele Sechzig-Anhänger erst wieder gewöhnen, datiert der letzte Auftritt der Mannschaft des TSV 1860 München im "Oly" doch vom 03.04.2005. Damals vor zehn Jahren gab es vor 40.000 Zuschauern ein 0:0-Unentschieden gegen den 1. FC Köln. Der Ausgang der Saison dürfte jedem Löwenfan bekannt sein. Denkbar knapp wurde der Wiederaufstieg verpasst, der anschließende Umzug in die Allianz Arena macht dem TSV 1860 München noch heute enorm zu schaffen.

Dies könnte sich nun nach tz-Informationen ändern. Im Abstiegsfall wäre die Allianz Arena für den TSV 1860 finanziell noch weniger stemmbar, als sie es ohnehin schon nicht ist. Da die Kapazität des Grünwalder Stadions, in das die Löwen im Worst-Case-Szenario, sprich 3. Liga, gerne zurückkehren würden, lediglich für maximal 12.500 Zuschauer zugelassen ist, gibt es in der Stadtverwaltung Überlegungen die Löwen bei Risikospielen, etwa gegen ostdeutsche Clubs, wieder im Olympiastadion spielen zu lassen.

Doch wie reagieren darauf die leidgeprüften Anhänger des TSV 1860 München? Wir haben aus den Kommentaren auf merkur-online.de und tz.de sowie auf Facebook einen Meinungsquerschnitt zusammengetragen, um so ein möglichst aussagekräftiges Stimmungsbild wiederzugeben.

"Im Falle des Wiederaufstieg haben die Löwen keine Spielstätte mehr"

Die Lager sind gespalten. Auf der einen Seite können viele einen Auszug aus der Arena aufgrund der mangelnden Perspektive im Grünwalder Stadion bzw. Olympiastadion im Falle eines Wiederaufstiegs nicht nachvollziehen. Manuel V. meint beispielsweise auf Facebook: "Alles schön und gut. Aber dieser Plan ist nur für die 3. Liga. Im Falle des Wiederaufstieg haben die Löwen keine Spielstätte mehr. Das Grünwalder hat keine Zulassung für die 1. oder 2. Liga und im Olympiastadion darf laut Veranstaltungsvertrag kein Profifußball gespielt werden (offiziell gilt die 3. Liga nicht als Profi-Liga). Wir brauchen eine dauerhafte Lösung in der Stadionfrage..." Dem schließen sich auch weitere Anhänger an und plädieren für einen Verbleib in der Allianz Arena.

Andere sorgen sich vor allem um die Atmosphäre im Olympiastadion, das in der Vergangenheit vor allem im Winter nur spärlich gefüllt gewesen war und bekanntlich keine geschlossene Dachkonstruktion aufweist. "Dritte Liga im Olympiastadion. Dort ist auch bei voller Besetzung kaum Stimmung", findet zum Beispiel Giesing auf tz.de. Dem entgegnet Ultralöwe: "Warst du jemals im Olympiastadion? Im Oly gab es super Stimmung, weil da noch die echten 60er Fans waren. Gegen Augsburg überfülltes Stadion, Spiele gegen den Club waren immer gut besucht und damals im Abstiegsjahr hatten wir einen Schnitt von 31.000 Zuschauer."

Doch wie immer, wenn es unter Löwenfans um die Stadionfrage geht, entstehen hitzige Diskussionen.

"Die Abdeckplanen aus der Arena kann man ja für die oberen Ränge wieder verwenden" 

So kann es manch einem gar nicht schnell genug mit einem Auszug aus der Allianz Arena gehen. Leon Grünwalder schreibt auf tz.de: "Natürlich ist das GWS mein Favorit und wenn es bei Risikospielen ins OLY geht kann ich auch damit leben. Alleine wenn ich an die zermürbende und deprimierende Tour über die Esplanade der Allianz Arena und den beschwingten Gang durch die grüne Landschaft mit den Bier- und Brotzeitständen Richtung Olympiastadion denke, fällt mir die Entscheidung leicht. Die Abdeckplanen aus der Arena kann man ja für die oberen Ränge wieder verwenden."

Stefan M. merkt im Hinblick auf die Befürworter eines Verbleibs in der Allianz Arena, die dies zum Teil mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten begründen, auf Facebook an: "1860 ist von allen Profivereinen der einzige Verein ohne Einkünfte aus Namensrechten und VIP-Logen, zahlt aber mit Abstand am meisten Nutzungsgebühr für seine Spielstätte. Und dieser deutliche Wettbewerbsmachteil spiegelt sich seit Jahren im Tabellenstand wieder."

Andere kritisieren hingegen die geringe Kapazität des Grünwalder Stadions, die bei Risikospielen auf 10.000 Zuschauer begrenzt werden soll. HHeinz meint auf tz.de: "Beim Amateur-Derby lässt man auch 12.500 Zuschauer ins GWS, insofern kann ich eine Reduzierung auf 10.000 Zuschauer nicht ganz nachvollziehen. Bei der aktuellen Genehmigung beträgt das Gästekontingent 1.250 Karten. Eigentlich eine überschaubare Zahl, wenn man vergleicht, dass z.B. Dynamo Dresden in der Arena mit 10.000 Fans angerückt ist. Aber vielleicht sieht die Stadt inzwischen ein, dass sie den Umbau im GWS in weiten Teilen verpfuscht hat." In ähnlichem Zusammenhang steht die Stellungnahme der "Freunde des Sech'zger Stadions e.V." durch ihren Vorsitzenden Dr. Markus Drees, über die wir bereits im Februar berichtet haben.

Zu wünschen wär dem TSV 1860 allerdings, dass sich die Frage nach dem Spielort der Profis nicht allein durch einen möglichen Abstieg stellt. Bereits am Freitag besitzen die Löwen beim Auswärtsspiel in Fürth erneut die Gelegenheit wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu sammeln.

ep

Bilder: Das sind Münchens große Stadien

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Anm. d. Red.: Zum Zwecke der besseren Verständlichkeit haben wir uns vorbehalten geringfügige Änderungen bei einigen Kommentaren vorzunehmen. Den Inhalt der Aussagen haben wir dabei selbstverständlich nicht verändert.

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